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Martin Amis
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Richard Tull muß Rache nehmen. Dafür, daß ßsein ältester und blödester Freundß, der Romanschreiber Gwyn Barry, mit seinen drittklassigen Erzeugnissen zum Publikums- und Medienliebling avanciert ist, während er selbst für seine Romane nicht einmal mehr einen Verleger findet. ßInformationß ist eine Männergeschichte und eine bitterböse Satire auf den Literaturbetrieb... ßDoch vor allem ist es eine Komödie der entfesselten Leidenschaften und eine Komödie der Erniedrigung.ß (The Times.)

Über den Autor

Martin Amis, der 1949 in Oxford geboren wurde, ist der Autor von neun Romanen, einer Sammlung von Kurzgeschichten und drei Sachbüchern. Er lebt in London. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Auszug

Nächtliche Städte, das ist meine Empfindung, sind voll von Männern, die im Schlaf weinen, und dann sagen sie: Nichts! Es war gar nichts. Nur ein trauriger Traum. Oder so was in der Art ... Flöge man tief über die Häuser im Tränenschiff, mit den Schluchzscannern und den Heuldetektoren, dann könnte man sie alle ermitteln. Frauen - und das können Gattinnen sein, Geliebte, hagere Musen, dicke Krankenschwestern, Obsessionen, verschlingende Mütter, Verflossene, Rachefurien - erwachen und drehen sich zu diesen Männern hin und fragen (unter dem weiblichen Zwang, daß man Bescheid wissen muß): »Was ist denn?« Und die Männer sagen: »Nichts. Nein, wirklich, war gar nichts. Nur ein trauriger Traum.«

Nur ein trauriger Traum. Ja, klar, sicherlich. Nur ein trauriger Traum. Oder so was in der Art.

Richard Tull weinte im Schlaf. Die Frau neben ihm, seine Ehefrau Gina, erwachte und drehte sich zu ihm. Sie schob sich von hinten an ihn heran und legte die Hände auf seine blassen, sich krampfenden Schultern. Es lag etwas Professionelles in ihrem Blinzeln und Stirnrunzeln und Flüstern - wie die Person am Schwimmbeckenrand, die sich sofort mit Erster Hilfe auskennt, wie die Figur, die auf dem blutverschmierten Asphalt mit raschem Schritt zur Stelle ist, ein herantretender Christus der Mund-zu-Mund-Beatmung. Sie war eine Frau. Sie kannte sich mit Tränen ja viel, viel besser aus als er. Sie kannte Swifts Jugendschriften und Wordsworths Alterswerk nicht oder das wechselhafte Schicksal Cressidas bei Boccaccio, Chaucer, Robert Henryson, Shakespeare; sie kannte Proust nicht. Aber mit Tränen kannte sie sich aus. Tränen waren kein Problem für Gina.

»Was ist denn?« fragte sie.

Richard legte den angewinkelten Arm an die Stirn.

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