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Influenza. Die Jagd nach dem Virus
 
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Influenza. Die Jagd nach dem Virus [Taschenbuch]

Gina Kolata
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Den Anfang bildeten Kopfschmerzen, Schlappheit und Fieber -- die üblichen Grippesymptome eben. Doch 24 Stunden später war der Kranke meist verstorben, niedergestreckt von einer der heimtückischsten Epidemien der Geschichte. Die Spanische Grippe von 1918 forderte weltweit über 20 Millionen Menschenleben und stellte damit manchen Krieg in den Schatten -- dennoch ist unser Wissen über diese Seuche begrenzt.

Woher der Erreger kam, wohin er verschwand, wie aus einer gewöhnlichen Grippe ein Todesvirus wurde -- allesamt Fragen, auf die es bislang keine ausreichenden Antworten gibt. Die Grippewelle könnte also jederzeit wieder ausbrechen, ohne dass die Forschung ausreichenden Schutz zu bieten in der Lage wäre. Echter Stoff für einen Eins-a-Wissenschaftsthriller!

Genau den hat Gina Kolata auch verfasst. Einer mehrstufigen Rakete gleich zündet ihr einem Krimi ähnliches Sachbuch fünffach: 1. Stufe: Der Seuchenverlauf 1918, als die "Medizinwissenschaftler ihre Suche nach der Ursache der Epidemie buchstäblich am Sterbebett der Opfer begannen"; 2. Stufe: die anschließende schwierige Erforschung der Wirkungs- und Verbreitungsform der Krankheit; 3. Stufe: 1951 führt der Weg nach Alaska, um dort in tiefgefrorenen Leichen den konservierten Virus zu finden; 4. Stufe: die Angst vor einer neuerlichen Grippewelle 1976; 5. Stufe: die wissenschaftlichen "Jäger des verlorenen Schatzes" kommen endlich der Arbeitsweise des Virus auf die Spur.

Forschungsergebnisse erfordern Zeit, Influenza folgt nicht dem Schema 'Held kommt und siegt'. Kolata schildert den steinigen Erkenntnisweg der Virologen ausführlich, manchmal gar so detailversessen, dass es nur Wissenschaftler begeistern wird. Summa summarum aber fesselt ihr aufschlussreicher Bericht über die Jagd nach einem bedrohlichen Virus, auch weil ihr Buch eine sich verändernde Wissenschaftslandschaft skizziert.

Das Husten des Sitznachbarn in der Straßenbahn wird man jedenfalls nach der Lektüre von Influenza in Zukunft sehr bedrohlich finden. --Joachim Hohwieler -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Wissenschaft-Online

"Der Anblick übertraf jedes Schlachtfeld", schreibt ein Arzt im Herbst 1918. Zeugen erzählen von Bildern, die sie nie vergessen konnten. Doch obwohl über 20 Millionen Tote zu beklagen waren und fast jede Familie dieser Erde einen Angehörigen verlor, ging dieses Ereignis kaum in die Geschichte ein. Vielleicht weil der Massenmörder selbst unsichtbar blieb: Es war der Virus der spanischen Grippe. Doch er hinterließ eine Spur des Schreckens: Er kam wie ein Schnupfen und erstickte seine Opfer – junge und bis dahin auffallend gesunde Menschen – innerhalb weniger Tage. Diese Tragödie dient als Hintergrund für das soeben auf Deutsch erschienene Buch "Influenza" von Gina Kolata. Wie in jedem guten Krimi ist in diesem Sachbuch weniger die eigentliche Tat, sondern vielmehr die Feinarbeit der Detektive das Thema der Erzählung: der Versuch der Wissenschaftler, noch Jahrzehnte nach der Epidemie dem Virus auf die Spur zu kommen. Denn falls der Mörder nochmals zuschlägt, wollen sie gewappnet sein. Nur wenn sie ihn kennen, können sie rechtzeitig warnen bzw. einer neuen Katastrophe vorbeugen. Thema des Buches ist also ein Wettlauf – ein Wettlauf gegen die Zeit und die Konkurrenz. Um die Welt vor dem Verderben zu retten, benötigen die Forscher den genetischen Code des Virus. Sie wollen herausfinden, was den Grippeerreger so außergewöhnlich tödlich macht, und einen Impfstoff entwickeln. Doch um einen frischen (genetischen) Fingerabdruck zu bekommen, brauchen sie den Täter – und das ist über 80 Jahre nach der Tat kein einfaches Unterfangen. Drei Forscher machen sich mit recht unterschiedlichen Methoden ans Werk und suchen nach „gut erhaltenen“ Opfern. Doch noch während die Arbeiten auf Hochtouren laufen, scheint der Mörder 1997 erneut zuzuschlagen ... Gina Kolata erlaubt dem Leser einen Blick hinter die sonst aus Sicherheitsgründen gut verschlossenen Labortüren. Das macht ihr Buch besonders für solche Leser empfehlenswert, die sich – neben der Geschichte der Medizin – auch für Mikrobiologie interessieren. Mit verständlichen Worten beschreibt die Autorin die komplizierte (Labor-) Welt der Wissenschaftler. Selbst an Stellen, an denen es manchen Lesern zu „wissenschaftlich" werden könnte, trägt die Spannung weiter. Humorvoll karikiert Kolata die skurrilen Seiten der Forschung – bzw. der Forscher. Voller Ernst dagegen beschreibt sie den im Fall „Influenza“ erstaunlich kurzen Weg von den Ergebnissen im Labor zu den Entscheidungen der amerikanischen Regierung. Damit könnte das Buch die Diskussion, in wie weit die Öffentlichkeit bzw. die Medien über die Arbeit von Wissenschaftlern informiert werden soll, neu beleben. Als Mikrobiologin und Wissenschaftsjournalistin ist Gina Kolata für diese Vermittlerrolle prädestiniert. Für ihre Artikel wurde sie mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Ob sich die Wissenschaftler im Laufe der Geschichte zusammentun und die Welt vor der nächsten Epidemie bewahren? Das Ende soll hier nicht verraten werden – und kann es im Grunde auch nicht, denn der Krimi geht weiter: im wirklichen Leben! Rezensent: Friederike Bleckmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Spektrum der Wissenschaft

Wissen Sie, welches Ereignis im 20. Jahrhundert die meisten Todesopfer gefordert hat? Der Zweite Weltkrieg? Falsch. Es war die Grippeepidemie von 1918. Allein in den USA starben damals innerhalb weniger Monate über 20 Millionen Menschen, und weltweit dürften es rund 100 Millionen gewesen sein – die genaue Zahl kennt niemand. Umso erstaunlicher, dass diese Epidemie fast völlig in Vergessenheit geraten ist. Warum das Influenzavirus, ein ansonsten recht harmloser Krankheitserreger, auf einmal so bösartig wurde und warum diese Variante nach wenigen Monaten wieder verschwand, wurde nie geklärt. Die vielfach ausgezeichnete amerikanische Autorin Gina Kolata ist der Spur nachgegangen; herausgekommen ist ein Musterbeispiel für besten Wissenschaftsjournalismus. Nachdem die ersten Kapitel den Leser in die gruselige Welt der US-Militärkrankenhäuser von 1918 entführen, zeichnet Kolata die Entwicklung der modernen Molekularbiologie und Virusforschung im 20. Jahrhundert nach. Dass ihre Schilderung nie trocken wird, dafür sorgen menschlich-allzumenschliche Episoden, etwa über den schwedischen Wissenschaftler und Abenteurer Johan V. Hultin, der in den fünfziger Jahren im Permafrost Alaskas nach Grippetoten suchte. Selbst eine Anekdote über die Farbenblindheit des britischen Chemikers John Dalton (1766–1844), der die Atomtheorie in der Neuzeit wieder belebte, fügt sich zwanglos in den Erzählfluss ein. Und wie endet das Ganze? Eigentlich gar nicht – in den letzten Jahren hat die Forschung sich zwar intensiver mit dem Influenzavirus befasst, aber die Epidemie von 1918 bleibt ein Rätsel, das noch seiner Lösung harrt. Die Übersetzung ist gut gelungen, wenige kleine Schnitzer stören das Lesevergnügen nicht. Rezensent: Sebastian Vogel -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Kaum eine Seuche wütete in so kurzer Zeit so heftig wie die Grippe-Epidemie von 1918. Weltweit forderte sie über 20 Millionen Opfer - mehr als der Erste Weltkrieg Menschenleben gekostet hatte. Umso erstaunlicher, dass diese Katastrophe völlig in Vergessenheit geriet. Erst Ende der neunziger Jahre begann der Wettlauf um die Erforschung des tödlichen Virus - und er hält immer noch an.

Über den Autor

Gina Kolata gehört zu den anerkanntesten Wissenschaftsjournalisten in den USA. Nachdem sie für das Science Magazine arbeitete, schreibt sie seit 1987 regelmäßig für die New York Times. Sie hat Mikrobiologie und Mathematik studiert und veröffentlichte mehrere Bücher, u.a. zur Gentechnik. 1996 wurde sie McGraw Professor der Princeton University, darüber hinaus lehrt sie an der Yale University. Für ihr Talent, komplizierte Wissenschaftsthemen anschaulich zu beschreiben, erhielt Gina Kolata zahlreiche Auszeichnungen.
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