„The future of british rock" bezeichnete ein Inselmagazin das neue Biffy Clyro Album. „Infinity Land" heißt es, und der Name des dritten Longplayers innerhalb von 3 Jahren ist bezeichnend. Dabei scheinen nicht nur Biffy Clyros Kreativität, sondern auch die Songs an sich keine Grenzen zu kennen. Das schottische Trio zeigt sich auf ihrem neuesten Werk nochmals sperriger und komplexer, als auf dem ohnehin schon schwer verdaulichen Vorgänger „The vertigo of bliss". Doch nach einer kurzen (oder auch längeren ;-) Eingewöhnungsphase erkennt man, wie großartig die Songs auch dieses mal wieder ausgefallen sind.
Da wäre zum einen, das unglaubliche „Wave upon wave upon wave", welches mit einer abgehackten, mit Handclaps untersetzten Strophe beginnt, in einen dichten Refrain mündet und mit einer absolut furiosen Bridge sprachlos macht, für mich schon jetzt der Song des Jahres 2004. Das wunderschöne „Only one word comes to mind" steigert sich von Minute zu Minute und endet schließlich in einem beißenden Outro. Ein weiteres Highlight ist das schizophrene „The kids from kibble and the fist of light", das nach einem dissonanten Start, wundervolle Melodien auffährt und mit einem traurigen, in den Song verirrten Saxophon zu überraschen weiß. Das mit Piano instrumentierte „The Atrocity" erinnert von der Songstruktur her, an den Blackened Sky - Schlusstrack „Scary Mary" und begeistert mit Textzeilen wie „What's joy without the tears filling our eyes". Auch die beiden Vorab - Singles „Glitter and trauma" und „My recovery injection" können vollends überzeugen.
Mittelmäßige oder gar schlechte Songs sucht man auf „Infinity Land" vergebens. Simon Neil, Ben und James Johnston haben mal wieder ganze Arbeit geleistet und ein weiteres großartiges Album gezaubert.
Die Zukunft müsste den Jungs von Biffy Clyro mit solch tollen Silberlingen sowieso gehören, vielleicht hat sich die englische Presse ja dieses mal tatsächlich nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt? Meiner Meinung nach nicht! Biffy Clyro stehen für "Hören und begeistert sein"!