"Infinity Divine" ist das erste Album der Norweger von Pagans Mind. Dieses war aber im Gründungsjahr der Band (2000) wohl etwas untergegangen und so hat man sich jetzt, zwei Jahre nach dem Zweitwerk "Celestial Season" dazu entschlossen das Album in einer "remastered Version" mit zwei Bonustracks wieder zu veröffentlichen. Diese Idee war gar nicht so übel, da die Platte verdammt frisch und fett aus meinen Boxen knallt.
Schon wieder Power Metal? Jein! Pagans Mind mixen ihren Power Metal mit genügend Prog-Elementen. Dabei fallen die teils recht langen Songs und fitten Musiker direkt auf. Die einzelnen Tracks sind anspruchsvoll, aber doch noch eingängig genug um im Ohr hängen zu bleiben. Lediglich der hohe Gesang von Frontmann Nils K. Rue wird wohl Geschmackssache sein. Mir gefällt er ganz gut, aber da er in der Höhe des von Crimson Glory & Co. trällert wird er nicht "everybodys darling" sein. Wenige Stellen könnten aber druckvoller und etwas tiefer sein. Sehr positiv ist für mich, dass die Gitarre eindeutig die Songs dominiert und das Keyboard mit eingängigen Melodien, Effekten und Klangteppichen für Tiefgang sorgt. Auch das abwechslungsreiche Drumming macht mich fröhlich, da ich in den letzten Wochen wirklich dachte, manche Drummer haben den Autopiloten eingeschaltet. Highlights gibt es also viele. Das ich gut verarbeitete Einflüsse von Genregrößen wie Fates Warning (Gesangsmelodien) und Dream Theater (Keyboards, Gitarren) erkenne, lässt den guten Geschmack von Pagans Mind erkennen.
Hervorheben möchte ich die sehr abwechslungsreichen Stücke "Embracing Fear" (gibt es auch als 2004er Ausgabe in einer etwas komplexeren Version als Bonustrack) und das 8 Minuten Überwerk "A New Beginning". Doch der letzte Bonustrack hat mir dann die Schuhe ausgezogen. Es ist "At The Graves" von King Diamond! Ein Wahnsinnssong, der zeigt wie fit die Norweger an ihren Instrumenten sind. Das fast 10 Minuten Lange Werk hat so viele Wendungen und eine Hammeratmosphäre. Der Gesang klingt original wie der König und lässt mich nur darauf schließen, dass der Mann hier einen Gastauftritt hatte oder geklont wurde!
Fazit: "Infinity Divine" = Super Platte mit langer Spielzeit und schönem Artwork!