[Genre: Progressive Rock/Metal, Experimental]
Wie sagte Devin letzt zu diesem Album? - "Eine Achterbahnfahrt durch's Irrenhaus".
Das Zitat käme mir tatsächlich nur bei zwei CDs des Herrn in den Sinn: Alien (via Strapping Young Lad) und tatsächlich auch das Werk Inifinty, was wohl neben Alien das am schwersten verdaulichste Album darstellt.
TRUTH: Dabei startet Infinity Devn typisch mit dem Instrumental Truth, Live der wahre Bringer, hochkitschig und dabei absolut episch und schätzungsweise drei millionen Tonspuren an Keyboards und Chor-Effekten. Nichts untypisches bisher, doch dann folgt Christeen.
CHRISTEEN: Kenne kaum einen Rock oder MEtal Song, der so poppig ist und dabei so ein genialer Song (im Lager Townsend gibt's dass noch mit Slow Me Down, Stagnation und Life).
BAD DEVIL: Ab dem dritten Song, ein Crossover aus Jazz und Metal (dazu ein gewisses Sigh No more feeling...), nimmt der Zug langsam Fahrt und macht erste Steppvisite beim ersten geisteskranken.
WAR: Das nächste Zimmer im Irrenhaus könnte von einem Status Quo Fan bewohnt sein. Hier folgt einer der ersten nahtlosen übergänge auf dem Album, der gnadenlos chaotische Songs einläutet: Das Ende besteht aus Kopfstimmen.
SOUL DRIVEN CADILLAC: Ein sehr Vai inspirierter Song, eher getragen als peitschend oder marschierend, doch das Ende schießt gleich mal alle Vöglein ab: Industrial Noise am Ende wieder vermischt mit einem Chor, bevor das Album am absoluten Hirnfi** wieder halt macht.
ANTS ist der Song, der ein bisschen Meshuggah, Fideralala-Kindermusik und absolut abartige Jazz-Riffs (wer den Deconstruction-Trailer für das Devin Townsend Project gesehen hat, kann sich vorstellen, was für eine Abartigkeit folgn könnte...) miteinander vermischt. Nicht nur beim ersten mal steht man ein wenig ratlos da.
mit diesem Song gipfelt der Wahnsinn.
Nun ja, nicht ganz, es folgt ein quasi Ausrollen des Wagens mit den Songs mit Wild Colonial boy, Life Is All Dynamics, Unity und letztendlich Noisy Pink Bubbles.
Die ersten drei sind Devin typische ruhige Songs mit einer Wall of Sound, unity ist dabei sehr viel zurückhaltender.
Was am Ende folgt, ist total gaga: ein wenig groove, chillige Musik und dazu ein höchst seltsamer Chor, der Song steigert sich ein wenig von Geschwindigkeit und überträgt gegen Ende auch so etwas wie eine Balance aus chillig und gestresst.
Muss man erst einmal schaffen.
Im gesamten muss ich sagen, dass dieses Album sehr schwer zu verstehen ist. Man hört bei einigen Songs, dass Devin zu diesem Zeitpunkt emotional tief gefallen ist; so etwas erlebt man nur noch bei Alien ein zweites Mal, wenn auch auf eine noch sehr viel extremere Art und Weise.
Alien bietet in der Hinsicht allerdings mehr Spannung meines Erachtens. Der Bogen hier besteht nicht aus Spannung, sondern aus Chaos. Der Anfang mutet fröhlich an, ab Song 3 bis ausschließlich 7 zieht das Chaos gewaltig an, so dasss Devin es wohl für nötig hielt, ganze vier Songs zum Relaxen an den Schluss zu knallen.
Eines kann man dem Album trotz des hohen Chaos nicht absprechen: Es hat mehr Seele als Schätzungsweise 90% der Metalkollegen. Mir gefallen genau zwei Sachen am Album nicht:
1. ist die Songreihenfolge durch das etwas langgezogene Ende nicht wirklich optimal.
2. Der Song Noisy Pink Bubbles hat nicht nur einen zuckersüßen Namen, auch der Song ist einer der sehr wenigen, die mir is heute nicht ins Ohr gehen.
Durch diese zwei Punkt-Abzüge würde ich 3,5/5 Punkte geben, ich runde allerdings auf 3 ab. Einige sehr gute Songs kämpfen gegen die Reihenfolge und den Absturz Noisy Pink Bubbles.