Als ich im Frühjahr 2000 mal wieder durch die Plattenläden stöberte, stach mir plötzlich das wunderschöne Cover des Albums - Infinite - von der für mich damals völlig unbekannten Finnischen Gruppe Stratovarius direkt in die Augen. Fasziniert von dem Artwork, das ein wenig an die Plattencover von Roger Dean und Gruppen wie Asia, Yes und Uriah Heep erinnert, entschied ich mich dafür, in diese CD hineinzuhören. Eine richtige Entscheidung, denn das, was mir danach unmittelbar durch die Ohren rauschte, gefiel mir noch um ein Vielfaches besser als das Plattencover. Symphonischer und kristallklarer Heavy Metal mit bombastischem Power-Rhythmus zelebrieren die Finnen auf - Infinite - an dessen Schießbude kein anderer sitzt, als der bekannte Deutsche Schlagzeuger Jörg Michael, der in den Neunzigern bereits bei Running Wild und Axel Rudi Pell die Stöcke schwang.
Gleich der Opener - Hunting High And Low - nahm mich derart gefangen, dass ich mich innerlich schon dazu entschlossen hatte die Platte zu kaufen, wenn noch ein zweites Lied diese Klasse erreichen sollte. Was ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wusste - Es sollten derer noch acht Titel folgen, bei denen ich vor Freude im Quadrat hüpfen würde. Nachdem ich dann die ersten Takte des Dampfhammersongs - Millenium - begeistert weiterzappte, und im Anschluss daran das sensationelle achtminütige balladesque-hymnische Stück - Mother Gaja - durch die Kopfhörer ertönte, beendete ich das Hineinhören, nahm CD freudestrahlend aus dem Player heraus, ging schnurstracks zu dem Fach der Band, und nahm mir ungehört noch das vergünstigte Best Of - The Chosen Ones - mit nach Hause. Fortan ertönten diese beiden Alben nicht nur bei mir zu Hause, sondern liefen auch nahezu pausenlos in meinem Auto-CD-Player rauf und runter. Dass ich mir wenig später dann die gesamte Discographie der Band zulegte war klar, und dass ich der Band bis heute absolut treu geblieben bin, versteht sich von selbst, wobei ' Infinite - nach wie vor immer noch mein absolutes Lieblingsalbum von Stratovarius ist.
2010 wurde - Infinite - dann neu aufgelegt, und eine erweiterte Bonus-CD beigefügt, auf denen sich, wie schon bereits zehn Jahre zuvor, die beiden großartigen Songs - Why Are We Here - und - It's A Mystery - befinden. Des Weiteren wurden der Edition, der bisher unveröffentlichte Song - Neon Light Child - (absolut hörenswert), sowie vier Demo- bzw. Live-Versionen beigefügt. Infinite - ist eine absolute Kaufempfehlung für alle, die sehr gerne melodischen Rock der härteren Gangart lieben.