Seit fünf Bänden nun hat sich eine neue Bedrohung für die Galaxis entwickelt und die Galaktische Allianz befindet sich in einem Bürgerkrieg mit einer von Corellia ausgehenden neuen Separatistenbewegung. Doch die wahre Gefahr kommt von innen, denn Jacen Solo hat in seinem Kampf für Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit eine gefährliche Grenze überschritten und im Glauben an die Prophezeiung der Sith ein schweres Opfer erbracht, um die Kraft zu erlangen seine Familie zu schützen und den Krieg zu beenden. Doch auch wenn Jacen durch die Ausbildung Vergeres davon überzeugt ist die Macht in ihrem vollen Umfang zu verstehen, so steht er nun auf der dunklen Seite.
Inhalt:
Der Titel ist womöglich unglücklich gewählt, denn es wird nicht wirklich ein solches entfesselt, stattdessen werden die Fronten geklärt. Luke, Ben, der Jedi-Orden und sogar Jacens Geliebte und Jugendfreundin Tenel Ka müssen entscheiden auf wessen Seite sie stehen wollen, denn es wird immer offensichtlicher dass Jacen mehr als nur vom Weg der Jedi abgekommen ist und da ist nun auch noch der ungeklärte Mord an einem der wichtigsten Mitglieder der Skywalker-Familie.
Zunächst finden Jaina, Zekk und Jag Fel auf einem Zwischenstopp in der Jedi-Akademie heraus dass Jacen die Schüler mittlerweile als Geiseln hält, um Hilfe vom Jedi-Rat zu erpressen. Alles im Namen der Sicherheit, denn ohne die Jedi glaubt so mancher den Krieg nicht gewinnen zu können. Doch auch neben den Jedi beginnt auch Alema Rar daran zu zweifeln, dass Jacen noch bei klarem Verstand ist. Von der verstorbenen Sith-Lady Lumiya rekrutiert macht sie sich auf die Suche nach deren Aufzeichnungen und einem Weg Jacen den Rat und die Unterstützung zukommen zu lassen, damit er in der Lage ist die Kontrolle über die Galaxis zu behalten.
Auch das Vertrauen Ben Skywalkers in seinen einstigen Mentor und Cousin ist langsam schwer erschüttert, hat er doch ihn in Verdacht für den Mord an aus Sacrifice verantwortlich zu sein. Zunächst zögerlich beginnt er diese Befürchtungen allmählich auch mit seinem Vater Luke zu teilen...
Wenn der Titel auch irritiert, so trifft Inferno doch den Kern der Sache, denn Jacens unglaublich langatmiger Wandel vom Jedi der die Macht von einem neuen Blickwinkel aus betrachten wollte zum Sith-Lord scheint endlich zu einem gekommen zu sein. Ebenso der neue Sezessionskrieg mit den corellianischen Rebellen bzw. Neo-Separatisten, der nun voll ausgebrochen ist und nicht zuletzt wegen Jacens wahnwitzigen Anti-Terror-Maßnahmen immer mehr Anhänger findet. Was alles womöglich im ersten und zweiten Teil einer Trilogie behandelt hätte werden können findet in Inferno sein Ende.
Da mit Betrayal nun auch das zweite Drittel von Legacy of the Force abgeschlossen ist, ist spätestens nach der Lektüre jedem Leser klar, dass das Finale begonnen hat und es für alle Beteiligten kein Zurück mehr gibt. Neben den ersten Betrayal und Sacrifice gehört Inferno auch aus diesem Grund zu einem der besten Bände der Reihe, der den neuen Schwung von Sacrifice voll auszunutzen versteht.
Selbst Leser die nach dem ersten oder zweiten Band aufgehört haben sich mit Legacy of the Force zu beschäftigen können mit diesem problemlos anknüpfen, ohne wirklich grundlegende Dinge außer den endgültigen Tod Lumiyas versäumt zu haben. Inferno bietet endlich all das was in vorangegangenen Bänden so schmerzlich vermisst wird, nämlich eine annähernd logische Handlung und einen fixen Punkt ab dem man sagen kann, dass Jacen wirklich der Schurke und ein neuer Bürgerkrieg ausgebrochen ist.
Das Problem mit Legacy of the Force als Buchreihe selbst hingegen ist zweifellos die ausgeprägte Überlänge die es den 3 Autoren zwar ermöglicht ihre eigenen Nebenstorys miteinzubauen, doch leider kocht da jeder doch ein bisschen sein eigenes Süppchen und das Ergebnis widerspricht sich gelegentlich sogar. Wie schon bei der Dark Nest-Trilogie wäre es klüger gewesen den Rahmen etwas kleiner zu halten und anstatt von 9 lieber doch 3 etwas längere Bände in Auftrag zu geben, dann hätte würden die langen Wartezeiten auf wirklich entscheidende Geschehnisse endlich wegfallen und die Fans sich gleich noch eine Menge Zeit und Geld sparen. Rein nebensächlich hätte das auch der Story gut getan, denn Legacy of the Force hat eindeutig mit einer Menge "Füllmaterial" zu kämpfen, die den Haupthandlungsbogen kaum weiterbringt.
Fazit:
Ein überraschend spannendes Erlebnis, das die gesamte Legacy of the Force-Ära endlich auf den Punkt bringt und actiongeladen an Sacrifice anknüpft - mit Abstand einer der besten Bände der gesamten Reihe!