José Luís lebt in den Favelas von Rio de Janeiro: ein emotionaler Krüppel, im Innern zutiefst verletzt durch die Prügel seiner Mutter Alzira; ein unfertiger Mann; ein Pragmatiker, der in die Welt hinausdrängt. Er möchte irgendwo dazugehören, wo er Halt und Anerkennung bekommt, und so gerät er in eine Welt der Gewalt - denn in den brutalen und armen Favelas gibt es nichts anderes...
Patrícia Melo beschreibt die Stadt als einen Kreis der Hölle, in dem Mord, Vergewaltigung und Folter zum Alltag gehören, wo das Entsetzliche normal ist. In diesem Roman gibt es keine Moral. Ein Verbrecher zu werden ist die logische Antwort auf das Pech, in diese Welt hineingeboren zu sein.
(In diesem Zusammenhang möchte ich noch den Film "City of God" von Fernando Meirelles und Kátia Lund empfehlen; "City of God" könnte den Roman "Inferno" als Drehbuch haben).
"Inferno" ist ein absolut ergreifender Roman - unbedingt lesen!