6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Meisterwerk trotz zeitgenössischer Zensiertheit, 29. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Infam (DVD)
Da der Inhalt des Filmes schon so oft beschrieben wurde- ich habe diesen Film ohne größere Erwartungen gesehen und bin immer noch beeindruckt!
Ich hätte etwas viel klischeehafteres und melodramatisches erwartet. Das ist bis zu einem gewissen Grad auch der Fall. Einige Szenen wirken sehr melodramatisch und aus heutiger Sicht in ihrer Heftigkeit vielleicht nicht gleich verständlich.
Der Film steigert sich im Verlauf ernorm. Meint man erst noch einem schönen, aber etwas banalen Eifersuchtsdrama zuzusehen,
schafft es der Film einen immer mehr mitzureissen und das Thema Rufmord eindringlich zu bebildern, an zu Frauen, die ihres Lebenstraums und ihrer bisherigen Rolle entrissen sind.
Und obwohl er aus heutiger Sicht etwas "indirekt" mit dem damaligen Tabu lesbischer Liebe umgeht, war ich doch beeindruckt und überrascht, daß dieser Film sich am Ende doch noch überwindet und eine emotionale Tiefendimension eröffnet, die besonders für die damals gängigen Einschränkungen beachtlich ist!
Ich finde den Film absolut empfehlenswert. Auch weil er sich traut, Audrey Hephburn in ihrer Rolle als weibliches "Fetisch"-Objekt aufzubauen und zu brechen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ambivalent und doch eindeutig, 3. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Infam (DVD)
Dieser Film ist wirklich dramatisch! Von seiner Aussage her ist er aber ein Kompromiss, nämlich ohne klare Aussage - eben seiner Entstehungszeit entsprechend.
Das erklärt sich folgendermaßen: In der Zeit, in der der Film entstanden ist, war Homosexualität ein Tabuthema. Sie kam nicht oder nur verschleiert vor. In der Filmindustrie Hollywoods gab es zu diesem Zeitpunkt (und gibt es vermutlich immer noch) einen - wie immer in Künstlerkreisen - im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich hohen Anteil an Homosexuellen beiderlei Geschlechts, die natürlich das Thema gerne ansprechen wollten (vergleiche hierzu auch den tollen Dokumentarfilm "The Celluloid Closet"). Dieser Film
ist ein Beispiel dafür. Man durfte - der Zensur wegen - nur Andeutungen machen. Den beteiligten "Film-schaffenden" erschien dies jedoch besser, als das Thema gar nicht zu behandeln. Deshalb gibt es zwei Deutungsebenen des Films. Die Hetero-Durchschnittsbürger konnten sich sagen: "Mein Gott, wie schockierend. Was doch durch einen Rufmord alles möglich ist. Zwei Existenzen werden vernichtet!"
Die homosexuellen Zuschauer jedoch, die gewohnt waren "zwischen den Zeilen zu lesen" sahen einen ganz anderen Film, nämlich, wie eine ihnen feindlich gesinnte Gesellschaft sie zerstört (das war immerhin besser, als gar nicht vorzukommen).
Für mich persönlich ist an diesem Film das Ergreifendste, dass Martha nur durch ihre Denunziation als Lesbe zu begreifen scheint, dass sie überhaupt eine ist. Sie hat das anscheinend total verdrängt. Erst durch die Denunziation der Schülerin wird ihr klar, dass sie ihre Geschäftspartnerin liebt. Damals konnte man so etwas
(heute natürlich auch noch möglich) so verdrängen, dass es einem selbst gar nicht auffiel, weil es einfach keine Vorbilder gab und damit nicht existent war. Das ist die eigentliche Tragik!
Insofern ist das fiese kleine Mädchen eigentlich erstens sehr sensibel (indem sie bemerkt, was nicht einmal den beiden beteiligten Frauen klar war) und zweitens fungiert sie als eine Art Katalysator, der endlich
bewirkt, dass das Thema Homosexualität überhaupt angesprochen wird. Die Tatsache, dass dies damals ein berufliches Todesurteil darstellte ist tragisch - nicht der Rufmord! Insofern ist auch der Titel des Films totaler Schwachsinn. Tragisch ist, dass "die Gesellschaft" nicht zulässt, dass es eine lesbische Beziehung überhaupt geben kann. Denn die Rolle von Audrey Hepburn ist zwar einerseits unklar in ihrem nicht vorhandenen Bekenntnis zu der anderen Frau, andererseits aber auch unklar gegenüber ihrem nicht vorhandenen Bekenntnis zu ihrem männlichen Freund. Sie ist ihm gegenüber ebenfalls unentschlossen, was durchaus darauf schließen lässt, dass sie doch der guten Shirley zugetan ist. Tragisch ist am Ende nur, dass sie nicht die Wahl hat.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Durch ihre Menschlichkeit erscheint Audrey Hepburn noch eleganter und schöner, 8. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Infam (DVD)
Es ist der einzige Film, in dem Audrey Hepburn mit Shirley MacLaine zusammenarbeitete.
Mein Freundeskreis ist nicht älter als 28 Jahre und zählt Personen mit unterschiedlichsten Filmgeschmäcken - von Kommerz- bis zu Almodovarfans.
Aber nicht eine Person blieb von Infam unbeeindruckt. Der Film ist kein typisches Melodrama mit gekünstelt anmutenden Dramaszenen. Hier zeigten Audrey Hepburn, Shirley MacLaine, James Garner, Fay Bainter, Miriam Hopkins und Karen Balkin die hohe Kunst des Schauspiels. Der Film berührt noch heute, besonders in den Endszenen, wo die Spannung aufs Höchste getrieben wird.
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