Normalerweise beschwere ich mich nicht über die Qualität von Büchern, sondern nehme den ein oder anderen inhaltlichen oder orthografischen Fehler in Kauf, aber nach den ersten 100 Seiten von "Industrieversicherungen, 2. Auflage, Carlheinz Mikosch" kann ich leider nicht anders: Es handelt sich dabei meines Erachtens nach um eines der schlechtesten Wirtschaftsbücher, die ich bisher gelesen habe! Es wird dem hohen Anspruch des Verlages (der Ruf des Verlags hat mich trotz negativer Kritiken auf Amazon zum Kauf verleitet!) in keinster Weise gerecht und ist schon fast in die Rubrik "Rufschädigend" einzuordnen.
Bei diesem Machwerk haben inhaltliche Qualitätskontrolle, Satz und Lektorat auf ganzer Linie versagt. Hier nur einige Beispiele (wohlgemerkt, wir sprechen von einem Sachbuch und nicht einem Werbekatalog für einen Kurs im Rahmen der Ausbildung zum Versicherungskaufmann):
- "subsumiert" schreibt man mit einem M, im Buch erscheint es häufiger mit Doppel-M
- Was haben Formulierungen und Sätze wie die folgenden in einem Sachbuch zu suchen?:
o S. 15, Risikomanagement, Punkt Risikoanalyse, "Das versteht jeder, das brauchen wir nicht weiter erläutern."
o S. 20, "Die Versicherer werden uns verfluchen ..."
o S. 27, "Lloyds of London ist eine typisch britische Institution, altmodisch organisiert, skurril, ineffizient..."
o S. 76, "Unser Schöpfer wollte es jedoch nicht so gut mit uns."
- Was wollen Grafiken wie auf 100, 101 und 107 sagen? Wo ist die Aussagekraft?
- Was hat Selbstbeweihräucherung und Eigenlob für den Berufsstand des Maklers (dem Herr Mikosch angehört) in einem Sachbuch zu suchen? S. 23, "Nur der professionelle Berater ...", S. 34 "Der Versicherungsmakler ist der einzige ..."
- Die Grafiken und Tabellen im Buch wirken wie lieblose, unvollständige Lückenfüller. Eine einheitliche Linie oder Formatierung ist nicht erkennbar.
- Das Buch verzichtet weitestgehend auf Belege und Quellen für pauschale Aussagen? S. 92, "Schere zwischen Reich und Arm klafft immer weiter auseinander" (ohne Quelle), was nach Lesart des Autors zu gesteigertem Anspruchsdenken führt?
- Das Buch liest sich, als wäre es für Kunden von Industrieversicherungen geschrieben, um anschließend hastig "umgeschrieben" und auf den Markt geworfen zu werden. Es wird damit dem Anspruch einer allgemeinen Einführung in die Thematik in KEINSTER WEISE gerecht. Man könnte es auch Etikettenschwindel nennen. S. 38, "Zwei Ihrer Mitarbeiter sollten eine Produktbewertung vornehmen..."
Das, was der Autor im Vorwort schreibt, ist für das gesamte Buch Programm und lässt die qualitativen Mängel nur im Ansatz erahnen: Entstanden in einem Ferienhaus eines Freundes auf Mallorca.
FINGER WEG!