Der sogenannte Designerfilz, ein fester Faserverbund, der durch Robustheit, geringe Schmutzanfälligkeit und angenehme Haptik auffällt, hat längst seinen Weg über die Designschmieden in die Wohnstuben genommen. Meist als Designobjekt eines teuren Labels, ungenäht, nur geschnitten oder verwebt, wird der Wollfilz als Set, Untersetzer, Läufer oder Sitzkissen verkauft. Wollfilze werden in bunter Farbigkeit und in Naturmischtönen zunehmend im Fachhandel angeboten (s. Internetadressen im Anhang), wenn auch zu stolzen Preisen. Er erfordert keine Schnittkantenversäuberung, aber drei oder mehr Zentimeter dick lässt er sich mit Haushaltsmaschinen schlecht nähen, weil er unter keinen Nähfuß passt. Vier Stylistinnen haben sich dieses Problems angenommen und herausgekommen sind 28 stilvolle, funktionale, realisierbare Projekte. Sie verbinden die Schnittteile mit groben Handstichen in vorgestanzten Löchern, mit Nieten, Schnüren, Steckverbindungen oder Klebstoff. Sie gestalten die Oberflächen mit Perforationen, Schlitzen, Trockengefilztem und Knöpfen. Dünnere Filzqualitäten dekorieren sie mit aufgenähten Bändern, Fäden, Falten und Maschinenstickereien. Dicke Platten werden geschnitten, gewebt, getackert und geklebt, flexible Stoffe werden zu Taschen, Etuis, Boxen, Vasen, Pantoffeln und Lichterschirmen vernäht. Alle Modelle sind ohne großartige Nähkenntnisse und mit baumarktüblichen Werkzeugen zu realisieren. Bleibt der fade Nachgeschmack, dass hochweritige Qualitäten auch hohe Preise haben, wenn man jedoch die Materialpreise mit denen Preisen der fertig gekauften Objekte vergleicht, ist man vom Selbermachen schnell überzeugt. Für den Lehrgang Nähmaschine eröffnen sich neue Ideen, die Handhabung der Nähmaschine bei der Herstellung interessanter Oberflächen und bei einfachen Nahtverbindungen zu erproben. Für den Fachunterricht der Sekundarstufen und der Berufsschulen gibt dieses Buch zahlreiche Anstöße, eigene Schnittmuster, Verbindungen und ein persönliches Design zu entwickeln.