Im Jahre 1992 fanden sich 4 junge Männer zusammen um ihre musikalischen Vorlieben miteinander zu verwirklichen. Daraus entstand Dru Hill, eine der bekanntesten Black Musik Gruppen überhaupt. Mitte bis Ende der 90er machte sich die Gruppe um Sisqo, Jazz, Nokio und Woody mit Hits wie "In my bed", "How deep is your love" oder "Never maka a promise" sowie den beiden daugehörigen starken Alben "Dru Hill" und "Enter The Dru" einen Namen. Danach stieg Woody aus und 4 Jahre herrschte Stille im Hause Dru Hill eher die Reunion mit Woody bekanntgegeben wurde, ein weiteres Mitglied namens Scola hinzugestoßen war und der 3. Longplayer (von vielen auch als kleines Comeback-Album bezeichnet) Dru World Order an den Start ging. Seitdem haben 8 lange Jahre das zeitliche gesegnet, Woody und Scola sind wieder ausgestiegen, aber Dru Hill sind endlich wieder da mit neuem Member Tao und natürlich dem allerwichtigsten einem neuen Longplayer namens "InDRUpendence Day". Auf diesem gibt uns das teilweise neugebildete Quartett 13 Songs zum Besten, welche aus den Händen von Nathan Mooring, Keith Sweat, Wirlie Morris, J-Hott sowie Star Strukk stammen.
"InDRUpendence Day" könnte man stilistisch gesehen in zwei Hälften einteilen, denn die ersten 6 Songs des Albums betonen stärker die etwas härtere und partylasigere Seite der 4 Mannen, wohingegen der zweite Teil dann eher perfekt zum relaxen ist und eben auch für schöne Stunden zu zweit. Der Opener "Shut it down" zündet mit seinem bumpenden Beat gleich ein knallhartes Feurwerk, das einen harmonischen Einklang mit dem wunderschönen Gesang der vier findet. "Do it again" steht dem in keinster Weiße nach, denn zu Beginn wird der Hörer sofort von dem mitreisenden Refrain in den Bann gezogen, eher dann dezente Synthes und ein wuchtiger Beat das Instrumental abrunden. Fresh geht es nun weiter mit "She wants me", das sich vom Sound her wie eine aufgepeppte Version von "How deep is your love" anhört und auf ganzer Linie überzeugen kann. Auch "Whatcha Do" ist ein schnell eingängiges Stück mit vorbildlichen Gesangseinlagen von Sisqo, Jazz, Nokio und Woody, allerdings ist hier der wuchtige Beat mit deftigen Bassgehalt etwas zu bemängeln, da dieser die Klavierbegleitung ziemlich in den Hintergrund stellt, sodass man diese teilweise kaum mehr wahrnimmt. "Below Zero" hält diesen Härtegrad kontinuierlich weiter an, denn auch hier strömen tiefe Bässe aus den Boxen, eine hypnotische Melodie mit elektrischen Verzierungen und teilweise einsetzendes wirres Klavierspiel sowie ein paar E-Gitarren schmieden dieses Soundexemple wohlwollend zusammen. Mit "Can't stop" merkt man so langsam aber sicher den Übergang in den entspannteren Teil des Albums. Zwar gibt auch hier ein dicker dröhnende slower Beat mit Snaps wieder einmal sein Gastspiel, aber vom gesamten Schaubild der Melodien und den immer gefühlvoller werdenden Gesängen bekommt man die Route für die weitere Durchforstung des Albums nahegelegt. Den Einstieg in die andere Hälfte könnte eigentlich gar nicht besser beginnen als mit "Remain Silent". Ein toller langsamer Slow Jam mit einfühlsamen Melodien lassen den Hörer mit dem butterweichen Gesang der Vier verschmelzen. "Makin Luv" ist wie es der Name schon andeutet ein wie angegossener Song fürs Bett, wobei daraufhin "State of emergency" schon wieder lebendiger wirkt mit seinen zurückhaltenden Piano und Synthes. Eine traumhafte Ballade bekommen wir mit "Back to the future" geboten, bei der es sich einfach einmal lohnt für fast 4 Minuten sich zurückzulehnen, die Augen zu schließen und diesem Geniestreich seine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Nun ehrlich gesagt könnte man auch sehr sehr gerne in dieser Stellung das nächste Stück "Love MD" über sich bringen, denn auch dieses fesselt von der ersten Sekunde durch seine stimmlich ideal aufeinander abgestimmten Komponenten sowie den herzergreifenden Gesang. In "Away" explodieren die Jungs förmlich in ihrer emotionalen Seite, was in Form von der großartigen Klavierbelgeitung eine gekonnte Ergänzung darstellt. Für den Abschluss haben Dru Hill, ebenso wie es z. B. auch Kollege Nas bereits vor einige Jahren getan hat, den 1985er Hit "Everybody wants to rule the world" von Tears For Fears gesampelt. Das Ding hört sich auch in Dru Hill's Version hammer an mit seinem voranpeitschenden Beat, den vereinzelten Synthes sowie der behutsamen E-Gitarrenbegleitung.
Dru Hill landen mit "InDRUpendence Day" ein weiteres sehenswertes Stück Black Musik, welches entschlossen und makelos R'N'B, Soul und einige Gospel Einflüsse verbindet. Man merkt so gut wie garnicht das Dru Hill acht lange Jahre vollkommen von der Bildfläche verschwunden waren, denn ihr Sound klingt noch immer so genial als würde man sich noch Ende der 90er befinden zu Zeiten von "Dru Hill" und "Enter the Dru", aber eben nur moderner und zeitgemäßer allerdings ohne den üblichen Mainstream Trends zu folgen in Form von z. B. Timbaland Beats oder ähnlichem. Bleibt jetzt nur noch zu hoffen, dass dieses Comeback-Album keine Eintagsfliege war, sondern die Gruppe in Zukunft weiter an neuem Material arbeitet, denn "InDRUpendence Day" ist eine exquisit Grundlage und sollte zugleich jede Menge Ansporn für Neues geben.
PeAcE