Erfrischend, wie Harald Wessbecher sich von dem öden "Alles ist eins"-Einerlei vieler Esoterikbücher abhebt. Er entlarvt die Lebensüge vieler sogenannter Meister wie z.B. Bhagwan, die behaupten, das Ego oder Ich (Ego ist das griechische Wort für ich) sei Illusion, der man dann gewahr werde, wenn man sich im "großen Ganzen" auflöse. Wessbecher macht deutlich, daß viele Menschen den Lehren dieser "Meister" nur deshalb glauben, weil sie sich ansonsten eingestehen müßten, von einem erfüllten und erfolgreichen Leben weit entfernt zu sein. Sich selbst erkennen heißt für Wessbecher, seine eigene Göttlichkeit zu erkennen und zu erkennen, daß ich dann meine Göttlichkeit lebe, wenn ich mich so ausdrücke, wie es meinem wahren Wesen entspricht, und dieses wahre Wesen ist Gott. Bevor dies möglich ist, muß ich jedoch erst mal akzeptieren, das "ich" gut bin. Mein "Ego" ist nicht etwas, daß es zu überwinden gilt. Im Gegenteil: mein Ego ist sozusagen das "Förmchen", daß dem "Sand" des Göttlichen eine ganz und gar unverwechselbare Gestalt gibt: eben mein ICH. Wessbecher unterscheidet hierbei den Egoisten vom Egozentriker. Der Egoist sei ein Vampir, der davon lebe, den Menschen seines Umfeldes Energie zu rauben ("der raubt mir den letzten Nerv"), aus dem tiefen Glauben heraus, er könne die Kraft nicht aus sich selbst schöpfen. Der Egozentriker dagegen hat ein starkes Ego, mit dem er verhindert von Egoisten daran gehindert zu werden, seine Göttlichkeit zu leben. Das Ego dient also nach Wessbecher der Entfaltung des höheren Selbstes. Wessbecher liebt es plastisch und nüchtern, von weitschweifigem Esoterik-Gedudel hält er nichts. Für spirituelle Individualisten wie mich ein Muß!