*
Indigos. In esoterischen Kreisen die Bezeichnung für jene (junge) Menschen, die anders sind als der Rest der Weltbevölkerung. Gesellschaftliche Aussenseiter bzw. Sonderlinge mit aussergewöhnlichen Gaben ... einem tiefen Verständnis für die Welt und geistigen Fähigkeiten, die Andere kaum begreifen können.
Der Name soll sich übrigens von deren Aurafarbe ableiten: Indigoblau
Nun zum Film.
Er lässt sich etwas schwer einordnen. Es ist ein Familiendrama / Roadmovie / Phantastikfilm - Hybrid. Letzteres nimmt - meiner Meinung nach - etwas überhand. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen. Die offene Art wie mit der Darstellung der Indigokräfte umgegangen wird, lässt die Zuschauer (mich zumindest) bei besagten Indigos schon an eine Eso-Version der Mutanten (aus X-Men) denken. An sich wäre das nicht so übel, doch für die Dramaturgie DIESER Art von Film wäre mir etwas mehr Zurückhaltung lieber gewesen.
Ich meine, die Protagonistin Grace erscheint hier schon fast wie der neue Heiland (d.h. sie heilt Leute von ihren Leiden und führt sich auch sonst recht unheimlich und unkindlich auf). Dann noch der Vergleich im Film mit den Sternenkindern aus "2001 - Odyssee im Weltraum"...
Man sollte nicht die Wirkung von hintergründiger Mystik unterschätzen. Hintergründig ... oder um einen Satz aus dem Film selber zu zitieren: Erklärungen zerstören Geheimnisse. Manchmal ist ein Geheimniss besser. ^^
"Indigo" ist die Ruhe selbst. Hartgesottene Actionfans brauchen also gar nicht versuchen, sich den reinzuziehen. Ausser der Kidnapping-Story gibt's da nichts Nervenaufreibendes. Dafür findet umso mehr Charakterentwicklung statt. "Indigo" wird somit zu einer Art Selbstfindungs-Trip.
Dabei rutscht der Film - trotz aller bewegenden / rührenden Szenen - zum Glück nie ins Kitschige ab ... auch wenn es doch gelegentlich knapp am Kitsch vorbeischrammt.
"Indigo" wird hauptsächlich von Laiendarstellern gespielt. Daher kann man keine grosse filmische Schauspielkunst erwarten. Allerdings hat dies auch den Vorteil, daß die Handlungen der Charaktere natürlicher rüberkommen (im wahren Leben macht man auch nicht immer das perfekte Mienenspiel oder weiß immer die richtigen Worte! ^^)
Die Hauptdarteller, also Grace (gespielt von der Newcomerin Meghan McCandless) und ihr Grossvater (gespielt von Neale Donald Walsch - professioneller Schauspieler und Autor von "Gespräche mit Gott") spielen ihre Rollen sehr überzeugend.
Auch wenn ich einiges zu meckern hatte, so kann ich den Film eigentlich gut leiden.
Die Grundidee ist ganz besonders interessant und hat dafür gesorgt, daß ich mehr zur Thematik herausfinden wollte (siehe post scriptum).
FAZIT:
Trotz einiger Mängel ist "Indigo" dennoch sehenswert, v.a. für diejenigen Zuschauer, welche sich für das Thema der Indigos interessieren bzw. welche allgemein Phantastik-geprägte Rührstücke wie
The Green Mile mögen. Oder Opa / Enkelin Geschichten wie
Whale Rider (mit nur einer Spur Mystik).
PS:
Zum Thema der Indigo-Kinder ist inzwischen so Einiges aus der Ecke der "Selbsthilfe-Literatur" erschienen.
Ich habe mich allerdings für das allererste Buch entschieden ->
Die Indigo Kinder: Eltern aufgepasst - Die neuen Kinder sind da! (geschrieben 1999 von Lee Carroll und Jan Tober). Von den beiden ist zehn Jahre später ein weiterer Band mit dem Titel
Indigos werden erwachsen: Experten berichten vom Umgang mit Indigo-Jugendlichen erschienen.
Die sind auch nicht so arg Fantasy-lastig wie es im Film gezeigt wird.
Wer Interesse hat - aber überhaupt keine Lust Bücher zu wälzen - könnte auch zur Film-Dokumentation
The Indigo Evolution greifen. ^^
PPS:
Mein Nickname "Indigo-Girlie" hat übrigens nix mit den Indigos zu tun sondern leitet sich von den "Indigo Girls" ab. Und nicht mal deswegen weil ich Fan der Band wäre, sondern einfach weil mir das Wort "Indigo" so gut gefällt. Weswegen ich auf diesen Film erst überhaupt aufmerksam wurde. ^_~