Kurzbeschreibung
V. S. Naipaul ist ein Chronist Indiens, in drei großen Reisen ergründete er das Land. Die erste im Jahr 1962 verlief zutiefst verstörend, denn er, der ewig Heimatlose, der in Trinidad aufgewachsen war und in London lebt, ging unter in den Massen und blieb doch fremd. Erst 1975 kehrte Naipaul in die Welt der Brahmanen, des komplizierten Kastenwesen, der Ashrams, der Armut der Dörfer und der überwältigenden Erfahrung der Städte Bombay, Delhi und Kalkutta zurück. Die Erfahrungen dieser Reise machten ihn zu einem scharfen Kritiker der politischen Verhältnisse. Die dritte Reise 1990 schließlich ermöglichte ihm eine intensive Begegnung mit den Menschen vor Ort, die er ausführlich in diesem Buch zu Wort kommen lässt. In dem aktuellen Vorwort zu dieser Ausgabe schreibt der Autor: »Als Schriftsteller, als ein freier Mann wusste ich, als ich dieses Buch schrieb, mehr über Indien als so mancher Inder, gebunden an Familie und Arbeit ... Mir schwebte ein Panorama Indiens vor, eine Beschreibung, die ahnen ließ, was in den nächsten zwanzig, dreißig Jahren dort passieren würde.«
Über den Autor
Autor: Vidiadhar Surajprasad Naipaul wurde am 17. August 1932 in Trinidad geboren und lebt seit 1950 in Großbritannien. Der Romancier, Reiseschriftsteller und Journalist gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der englischsprachigen Literatur. Seine Romane Ein Haus für Mr. Biswas und An der Biegung des großen Flusses sowie das Sachbuch Eine islamische Reise waren Welterfolge. Im Jahr 2001 wurde V. S. Naipaul der Nobelpreis verliehen.
Übersetzer: Ulrich Enderwitz, geb. 1942, hat Religionswissenschaft studiert und lebt als freiberuflicher Autor und Übersetzer in der Nähe von Berlin.