Ein ständig grantiger Raunzer, Heinz Bösel (Jodef Hader), dem nie nicht auch nur irgendwas passt, und ein Schleimer vor dem Herrn, Kurt Fellner (Alfred Dorfer), ziehen als Inspekteure durch Hotels und Gaststätten - oder was sich in Österreich halt so nennt.
Paul Harathers Film ist sparsam bebildert, man reist mit den beiden durch öde Landschaften. Die Dialoge, die's erst auf den zweiten Blick in sich haben, strotzen von Humor so trocken wie sich eigentlich nur ein Wiener Schnitzel gehört. Tiefsinn, der nicht trübsinnig macht.
Mit Bösel und Fellner geraten zwei krass unterschiedliche Charaktere aneinander und man fragt sich: Wer hatte die wahnsinnige Idee genau die beiden miteinander auf Schnitzelexpertantour zu schicken?! - Das kann ja nicht gut gehen! - Doch es geht. Nicht gut, im Sinne von Happy End, aber im Sinne von: "So ist das Leben. Der ane kummt noch Paris ..." - Ähm, sorry, das war der falsche Einsatz.
Ich nenne das jedenfalls Roadmovie. - Oder ist es etwa doch ein geniales Kabarettprogramm der beiden? Hader und Dorfer zählen ohne Zweifel zu den besten dieses Genre was Österreich zu bieten hat. Die Besetzung ist schlichtweg VOLLKOMMEN.
Die Banalität der Erlebnisse und Schicksalsschläge können anregen zum Philosophieren über Sitten und Bräuche in Indien, über Krankheit, Ungerechtigkeit, Wiedergeburt ... beinahe über alles. Vielleicht findet man sich in einem der Charaktere wieder? Vielleicht zieht man den Schluss, dass man das Leben nicht zu ernst nehmen sollte?
Alles ist drin und doch gar nichts. Was dem einen so wichtig ist, ist dem nächsten so was von schnurzegal. Das Leben ist weder Wurschstsemmel, noch Banane. Und überigens - in Indien ...
Man sollte nicht zu viel von "Indien" erwarten, sondern den Film einfach auf sich wirken lassen. Vielleicht wird man ja überrascht sein?
"Indien ist nichts für Kunden, die Klamauk erwarten. Versprechen kann ich nicht, dass Ihnen "Indien" gefallen wird, aber hoffen kann ich's ja? ;-)
PS: Mein liebstes Filmzitat aus "Indien" stammt von Herrn Bösel. Wurde für mich im richtigen Leben zum running gag: "Dankeee. Sehr lieeeeb!"