Die Story:
Indiana Jones wird in seinem Büro von Ordensschwester Angela Starbuck aufgesucht. Ihr Vater, ein bekannter Paläontologe und persönlicher Bekannter von Dr. Jones, scheint in der Wüste Gobi bei einer Expedition verschollen zu sein. Das letzte Lebenszeichen von ihm scheint ein UNversteinerter Saurierknochen zu sein. Schnell hat der Herr Doktor einen Vorwand eine finanzierte Rettungsmission in die Wüste Gobi durchzuführen. Aufgrund seines natürlichen Charmes schafft er sich in der noch fast unerkundeten, korrupten und gebeutelten Mongolei schnell neue Freunde und Feinde. Dabei entpuppt sich dieses kleine Abenteuer als Zeitreise...
Gegen den Schreibstil ist eigentlich nichts einzuwenden. Das Buch liest sich recht schnell ohne große Aussetzer weg. Nur darf man dabei nicht über die an den Haaren her gezogene, vorhersehbare Story nachdenken. Gut, dass die Wüste ein paar Knochen konserviert, erscheint möglich, aber dass irgendwo ein Ort in der Welt existiert, an dem die Zeit stehen komplett geblieben sein soll, ist doch eher unwahrscheinlich. Das hat mich weder bei "Der Reise zum Mittelpunkt der Welt" noch bei "The Lost World" oder in "Ice Age 3" überzeugen können. Ansonsten ist die Geschichte ganz nett in guter alter Indy-Manier in die Zeitgeschichte eingebunden. Indy selbst ist überzeugend getroffen, nur für mein Verständnis ein bisschen stark emo(tional) angehaucht. Er jammert zu lange seiner Ex Alecia (bekannt aus Indiana Jones und der Stein der Weisen) hinterher, und baut eine starke Beziehung zu einem dahergelaufenen Hund auf, der zufälligerweise die Reinkarnation eines Kriegerkönigs (!!) darstellt.
Allgemein ist mir bei diesem Autor McCoy aufgefallen, dass er Geschichten schreibt, die in einander übergehen. Er handelt keine Abenteuer ab, die spurlos am Helden vorbei gingen. So ziehen sich manche Dinge, die der Leser mag oder nicht, durch seine Roman-Laufbahn. Das ist ihm beispielsweise mit dem Kristallschädel (!!) sehr gut gelungen, vielleicht kommt es nicht von ungefähr, dass der neueste Streifen von eben diesem handelt. Aber spätestens bei der Beziehung zu dieser Alecia kommt es mit dem 4. Film zur Kollision. Klar, das Buch war zuerst da. Trotzdem erscheint es, dass der Autor diese Frau aufdrängt und koste es was es wolle, seine Erfindung (Alecia) als einzig echte Indy-Braut verkaufen will. Soviel sollte sich ein Nach-Autor nicht herausnehmen.
Deswegen nehme ich mir jetzt das Recht heraus aufzulisten, in welcher Reihenfolge seine Romane entstanden sind, damit ihr die Chance habt dem roten Faden zu folgen:
Indiana Jones &
Der Stein der Weisen
Die Brut des Sauriers
Das Geheimnis der Sphinx
Das Geheimnis von Thule
Es macht wirklich Sinn mit dem ersten Roman angefangen zu haben. Bei mir war das glücklicherweise der Fall.
p.S.: das Vieh auf dem Cover ist definitiv KEIN Triceratops und der Roman sollte nicht von Kindern gelesen werden, da brutal und gewalttägig