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Über das zum Kinoereignis 2008 hochgejubelte Actionabenteuer, in dem die Sowjetrussen den unverwüstliche Archäologen Indiana Jones im Jahr 1957 zwingen wollen, ihnen bei der Suche nach einem geheimnisvollen Kristallschädel zu helfen, schrieb Der Spiegel: Zunehmend konfuse Geschichte. Gute Gags, Humor? Weitgehend Fehlanzeige. Und je länger das Spektakel dauert, desto bombastischer und phantasieloser werden die Spezialeffekte.
Im Raiders March, dem ersten Stück, greift John Williams (Star Wars, E.T., Der weiße Hai) das berühmte Titelmotiv des ersten Teiles der Saga auf und wird dies während insgesamt 77 Minuten 30 Sekunden noch sehr häufig tun. Mit dem nachfolgenden, durchstrukturierten, vielseitigen Call Of The Crystal stellt er ein neues Indy-Thema vor, das atmosphärisch klingt und die Spannung auf der Leinwand untermalt. Um die gleiche Stimmung geht es auch in Hidden Treasure And The City Of God, doch warum dort Note für Note die Krieg der Welten-Melodie zitiert wird, bleibt unklar.
Indiana-Jones-Filmmusikkenner werden in The Adventures Of Mutt, The Snake Pit und in A Whirl Through Academe Anspielungen an Indiana Jones und der letzte Kreuzzug Referenz heraushören. Bei The Spell Of The Skull ist es indes Jäger des verlorenen Schatzes. The Jungle Chase wurde genauso aufgebaut wie bereits bekannte Stücke der vorherigen Indiana-Jones-Scores. Was ist dann überhaupt neu? Eine berechtigte Frage. Einerseits die Tatsache, dass The Journey To Akator mit einem südamerikanisch klingenden Mittelteil überrascht sowie anderseits, dass erstmals in einem Film das Continuum Fingerboard eingesetzt wurde. Dabei handelt es sich um ein tastenloses, elektronisches Keyboard, das mittels Sensoren jede Fingerberührung des Pianisten in Töne umwandelt! Verwendet wird diese Neuentwicklung übrigens auch von Jordan Rudess auf den Songs Sacrifice und Octavarium der gleichnamigen Dream-Theater-CD!
Die 19 Instrumentals des Scores aus der 125-Millionen-Dollar-Produktion sind trotz der erwähnten Kritikpunkte keinesfalls schlecht und unstrittig unterhaltsam, doch im Einzelvergleich von John Williams vielfach herausragendem Opus ohne große Bedeutung, sprich, der Hörer behält davon nichts in Erinnerung. Maßstäbe bei Indiana Jones sind und bleiben sein Score zu Jäger des verlorenen Schatzes und Der letzte Kreuzzug! -- Thomas Hammerl
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