Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein sehr guter Unterhaltungsfilm, nicht mehr und nicht weniger..., 15. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2 Discs) [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich schreibe es gleich mal vorweg, dass in dem Text Spoiler (Informationen die die Spannung nehmen) zur Handlung enthalten sind!
Also, ich bin Indyfan. Ich bin mit Indy aufgewachsen, sowohl mit den Filmen als auch mit den PC Spielen und Indy war quasi einer der großen Helden meiner Kindheit, wegen ihm wollte ich Archäologe werden, was dann allerdings nichts geworden ist. Ich gehöre aber nicht zu der Sorte von Indyfans, für die alle 3 alten Filme perfekte Meisterwerke sind, an denen sich dieser neue Film nicht mehr messen kann.
Heute, mit etwas Abstand, wird Indy für mich mit jedem Teil etwas schwächer. Jäger des verlorenen Schatzes (10/10) ist für mich ein Meisterwerk, Tempel des Todes (9/10) ein wenig schwächer und Der Letzte Kreuzzug (8/10) noch ein sehr guter Unterhaltungsfilm, den man allerdings auch schon nicht mehr ganz ernst nehmen kann. Das Königreich des Kristallschädels sehe ich wieder etwas schwächer als seinen Vorgänger, was vorallem an manchen überflüssigen Szenen liegt (LaBoeuf an den Lianen), ABER er ist dennoch genau wie seine Vorgänger ein sehr guter Unterhaltungsfilm.
Natürlich sind heute CGI Tricks drin, wieso soll man auch nicht mit der Zeit gehen. Natürlich gibt es auch eine Identifikationsfigur für die jungen Zuschauer, die nicht mit Indy aufgewachsen sind. Und natürlich sind Sachen wie die Atombombenexplosion over the top. Aber man hat dennoch viel von dem was Indy immer ausmachte behalten und damit meine ich nicht nur, dass es wieder alte Gemäuer, überzeichnete Bösewichte (diesmal halt Russen statt Nazis) und ein Relikt gibt um das sich alles dreht. Man hat einen Abenteuerfilm gemacht, der von seinem Helden getragen wird und der immer mit einem Augezwinkern funktioniert. Jäger des Verlorenen Schatzes konnte man noch recht ernst nehmen. Die Figuren wirkten authentisch und die Story war recht bodenständig. Das Finale war dann zwarein Fantasy und auch ein Trash Feuerwerk und es gab auch während der ganzen Spielzeit viel Platz zum Schmunzeln, aber der Film war dennoch noch relativ bodenständig.
Aber spätestens mit Tempel Des Todes war das doch vorbei. Da springen sie mit einem Schlauchboot aus einem Flugzeug (zudem auch noch zu recht billigen Tricks), die Lorenfahrt ist ein Highlight aber so gesehen auch nur Schwachsinn und Indys beide Sidekicks Shorty und Willie sind auch nur noch überzeichnete Comedyfiguren.
Bei dem letzten Kreuzzug ist es auch nicht viel anders. Da kann man zwar den weiblichen Part wieder ernstnehmen, aber dafür ist Marcus Brody, der im ersten Film noch total seriös wirkte, plötzlich eine Kasperlefigur. Und wie ernst soll man denn Actionszenen nehmen, bei denen ein deutscher Jagdflieger hinter einem LKW in einen Tunnel fliegt und sich dabei die Flügel abreißt oder Szenen wie die in der Indy einfach mal so eine Wendeltreppe runterrollt.
Das macht die Filme nicht schlecht, es macht sogar viel Spass, aber damals war nicht alles besser als heute, nur weil da der Nostalgiebonus dranhängt.
Und dann natürlich noch ein "riesiger" Kritikpunkt: es kommen Aliens vor, das passt gar nicht. Da frage ich mich doch, warum nicht? Nehmen wir mal das heißgeliebte Videospiel Indiana Jones and the Fate of Atlantis. Darin stellt sich raus, dass die Atlanten eine Mischung aus Sci Fi und Fantasy Kultur waren, die Menschen durch eine Maschine in Götter transformieren konnte. Das fanden alle toll. Oder nehmen wir die Filme. Am Ende von Jäger des verlorenen Schatzes entfesselt sich der Zorn Gottes auf die Nazis und lässt ihre Köpfe explodieren. Für jeden der nicht unheimlich gläubig ist müsste das der totale Schwachsinn sein. Aber dass man davon ausgeht dass irgendwo her, irgendwelche Wesen gekommen sind, die am Amazonas eine moderne Kultur aufgebaut haben, das ist dann plötzlich doof und passt ja gar nicht zu Indy. Mensch Leute, sie wollten vielleicht auch einfach mal was neues machen und für so einen religiösen Kultgegenstand, den alle haben wollen, mal eine neue Erklärung machen, als das es einfach göttliche Macht ist. Zudem passt das auch noch total in die 50er Jahre und in den Konflikt mit den Russen. Den während man den Nazis immer eher religiöse Kultobjekte andichtet, sind die Russen in der Popkultur doch viel mehr für dieses Parawissenschaftliche bekannt, dafür dass in Tunguska ein UFO abgestürzt ist und alles. Warum sollten die "gottlosen" Kommunisten nach dem heiligen Gral suchen, das haben die fanatischen Nazis gemacht.
Und dann noch der Kritikpunkt, dass Indy am Ende heiratet. Klar ist die Lovestory naja. Indy und Marion sehen sich nach 20 Jahren wieder und gleich wird geheiratet, aber glaubwürdige Lovestories brauch ich in einem solchen Film auch nicht und zweitens ist Indy keine 30 mehr. Der Mann ist auch alt, sein Vater ist tot, sein bester Freund ist tot, wieso soll er sich nicht auch nach etwas Geborgenheit und Heimichkeit sehnen. Und Marion war schliesslich die Liebe seiner Jugend, das wird in Jäger des Verlornenen Schatzes doch ganz klar gezeigt. Zudem ist sie wohl mit Abstand die beste Wahl von den Indygirls für die Mutter seines Sohnes. Und dass damit der Hut an den Sohn weitergegeben wird, was viele ja befürchtet haben oder immer noch befürchten, wurde doch im Film ganz klar
verneint. Und wenn sie noch einen Indyfilm machen, dann wird auch wieder Harrison Ford die Hauptrolle spielen, ob als Familienvater oder als cooler Einzelgänger, ist doch egal. Menschen werden älter und ihr Leben verändert sich, wieso sollte das im Film anders sein.
Ich will an dem Film nicht alles schön reden. Es sind wiegesagt Szenen drin die sie sich einfach hätten sparen können, aber das war auch bei seinen Vorgängern schon so, hier ist es nur markanter. Und auch wenn Königreich des Kristallschädels der schwächste Indyteil ist, so ist er dennoch ein Film, der in diese Reihe passt und der sich nicht vor seinen Vorgängern zu verstecken brauch, ein sehr guter, selbstironischer Abenteuerfilm eben, das was Indy schon immer war. Ich hab ihn 4x im Kino gesehen und es hat jedes Mal Spass gemacht.
Ein Fiasko wie bei den neuen Star Wars Filmen ist zum Glück ausgeblieben und ich freue mich darüber Indy und Marion nochmal in Action zu sehen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein alter Hut, der noch nie so erwartet wurde..., 18. Januar 2009
Er ist wieder da und im Zeitalter des Kultfiguren-Aufwärmens (Rocky 6, Rambo 4 etc.) ist kaum ein Charakter so erwartet worden wie Indiana Jones!
Nach all den Jahren nach dem letzten Kreuzzug hat man sich gespannt gefragt, ob sich das Warten überhaupt gelohnt hat und man muss zufrieden zu der Einsicht kommen: JA, DAS HAT ES!
Wo man es geliebt hat, wenn Indy den Nazis in den Teilen davor in den Hintern getreten hat, so ist auch die Filmreihe um 18 Jahre weitergegangen und man schreibt das Jahr 1957. Die Deutschen spielen keine Rolle mehr, dafür befindet man sich aber in der Zeit des Kalten Krieges und die Russen haben die Rolle des finsteren Widersachers übernommen. Allen voran Cate Blanchett, die so schön böse ihre Rolle spielt, dass man selbst als Zuschauer eine richtig angenehme Antipathie entwickeln kann.
Jungstar Shia LaBeouf kopiert m. E. zu sehr den jungen Marlon Brando, aber seine draufgängerische Art neutralisiert das Alter von Harrison Ford, dem körperliche Athletik leider nicht mehr so leicht fällt.
Hier und da muss man schlucken, wenn man einige Aktionen vom Realitätsstandpunkt aus betrachtet und man fragt sich, ob die anderen Teile auch so übertrieben waren, aber vom Unterhaltungsfaktor gab es kaum was besseres, was im Jahr 2008 im Kino lief.
Es ist alles dabei: Witz, Charme, Abenteuer, fremde Kulturen, Atombomben und und und. Sogar die Zielgruppe der NASA findet einen kleinen Auftritt.
Was ich ebenfalls sehr gekonnt an dem Film finde sind die Kleinigkeiten wie ein Schreibtischfoto von Indys Vater, dem man bereits im 3. Teil all seine Sympathie geschenkt hat und dass ein Denkmal des ewig verwirrten Marcus Brody auf dem Gelände der Universität steht, an der Henry Jones jun. unterrichtet.
Der Film ist super! Man verzeiht im Übertriebenes, aber es ist halt ein Film, der unterhalten soll und das tut er wie sonst kaum ein anderer.
George Lucas, wir danken dir für diesen ewig genialen Filmcharakter!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
mit einem Augenzwinkern in die Rente, 1. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2 Discs) [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich gebe zu, der schnellste war ich nicht, was das Schauen des vierten Indy-Abenteuers angeht. Aber da man die drei Vorgänger oft genug in der Glotze zu sehen bekommt, musste endlich der Kristallschädel her.
Nach 117 Minuten kann man sagen, der nach dem zweiten Weltkrieg angesiedelte Teil vier kann beinahe mit den Vorgängern mithalten und wurde liebevoll an die Storyline der Vorgänger angepasst bzw. angehängt. So lassen sich immer wieder Bezüge zu den anderen Filmen finden (die Bundeslade, Indys trinkfeste Flamme, die mit ihm den verlorenen Schatz sucht, das Denkmal auf dem Campus, ein Bild seines Vaters auf dem Schreibtisch etc.). Auch beim Score gab es keine Kompromisse, John Williams war wieder verantwortlich für die musikalische Untermalung.
Die Handlung ist mindestens genau so chaotisch und haarsträubend, wie sie es schon immer war, die Helden, allen voran der unkonventionelle Archäologe, stolpern von einem Fast-Verhängnis zum nächsten, sie überleben die kuriosesten Zwischenfälle, z.B. eine Atombombenexplosion im Kühlschrank oder die rasante Hatz durch Wasserfälle in einem Amphibienfahrzeug.
Nur der Schluss, wo Indy kurz vor dem Ziel steht, lässt sich diesmal recht schnell erahnen, die Hinweise, worauf alles hinausläuft, sind recht dicht gestreut (Hangar 51, die verschimmelte Hand in der Magnetkiste, der Kristallschädel selber, die nur aus der Luft lesbaren Zeichnungen usw.).
Auch geschichtlich passt alles gut zusammen, die 50er in den USA waren ja geprägt von der Atombombe, den Ausserirdischen, von James Dean- und Marlon Brando-Rockabillies und der Angst vor den Sowjets. Insofern wundert es nicht, dass die Bösen diesmal fiese Russen sind, angeführt von einer megaunsympathischen Kampfamazone, herrlich gespielt von Cate Blanchett. Die dummen Nazis, Spielbergs Lieblingsbösewichter, waren ja rein historisch betrachtet nicht mehr verfügbar.
Ok, Harrison Ford ist nicht mehr so taufrisch wie vor 20 Jahren und wirkt manchmal etwas hüftsteif, schlägt sich aber trotz seines Alters und Dank eines guten Stand-Doubels noch halbwegs wacker und sieht seine Rolle immer mit einem Augenzwinkern. Sein Sohnemann, gespielt von Shia LaBeouf, kann ihm schon ganz gut das Wasser reichen und lässt, wenn es nur geht, den coolen Typen raushängen. Damit ist alles schon parat für einen eventuellen nächsten Teil, der Transformers Star steht sozusagen schon in den Startlöchern.
Alles in allem ist die Jagt nach dem Kristallschädel eine kurzweiliger Abenteuerkracher, der zwar nicht ganz den Charme der alten Filme versprüht, der auf Grund gut aufgelegter Schauspieler und der besseren technischen Tricks trotzdem bestens unterhält. Als Indiana Jones Fan sollte man den Film auf jeden Fall in der Sammlung haben.
Die 2-Disc-Blu Ray-Ausgabe bietet jede Menge Zusatzmaterial aber leider nicht immer das perfekteste Bild. Da gibt es andere Produktionen, die mehr überzeugen. In punkto Sound gibt es jedoch nichts zu meckern, der hat ordentlich Bumms, so das es ratsam ist, die Nachbarn gleich zu Bier und Chips einzuladen, wenn man die Möglichkeiten seines Homecinema-Systems ausloten will.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|