Eigentlich sollte man meinen, dass Horden von Nazis und Schlangen in ägyptischen Gräbern oder indische Delikatessen und Priester, die einem schonmal gern das Herz aus der Brust reißen unseren lieben Indy abgehärtet hätten, aber nix da. Sein eigener Vater bringt ihn dermaßen auf die Palme, dass Indy stinksauer, wie man ihn zuvor nicht erlebt hat, kurz nachdem er eine Horde Nazis ins jenseits befördert hat, seinen Vater anschnauzt: "Hör auf mich Junior zu nennen!" Einer der genialsten Momente der ganzen Saga.
Eigentlich wies bei Indy 3 vieles darauf hin, dass es der letzte Teil sein würde. Sei es das Wort 'letzte' im Titel oder die Einführung in den Film, wenn man Indy als Teenie kennenlernt, was seine Person vom Teenie zum Erwachsenen wunderbar abrundete, nicht zuletzt später durch die TV-Serie "Die Abenteuer des jungen Indiana Jones" in der Ford ja auch in einer Folge dabei war. Und zuguter letzt lernt man hier eben auch noch seinen Vater kennen.
Doch gerade mit der erwähnten Einführung beginnt der Film nach Maß. Super rasant und unterhaltsam ist hier u.a. erklärt, wie Indy zu seinem Hut kam oder auf den Geschmack eine Peitsche bei sich zu tragen, die Angst vor Schlangen entstand oder die Narbe am Kinn bekam. Alles zwar natürlich etwas unglaubwürdig, da binnen kürzester Zeit quasi der ganze spätere Indy geboren wird, aber charmant und einfallsreich gemacht.
Die Story von Indy 3 verläuft wieder wohltuend anders, als die von Teil 1 und 2. In der Art, wie Indy hier Hinweisen folgt, ist der Film eine tolle Schnitzeljagd, was natürlich wieder die üblichen tollen Actionszenen mit sich bringt.
Doch richtig gut wirds eben erst, wenn nach rund 45 Minuten Indys Vater ins Spiel kommt. Die Dialoge zwischen Jones sr. und Jones jr. gehören zu den besten der ganzen Indy-Saga und auch die Gegensätze zwischen den beiden, etwa wenn Indy seinen Vater bei diversen Actionszenen im Schlepp hat, sind GENIAL. Besonders Sean Connery ist einfach urig, wenn er Ford ob seiner rabiaten Methoden ohne etwas zu sagen einen missbilligenden Blick zuwirft. Etwa in einer Szene, wenn Indy gerade einen Nazi wie einen Ritter mit einer improvisierten Lanze von seinem Motorrad gerammt hat, sich diebisch freut, aber Jones sr. schaut ihn nur griesgrämig an. Da kommt einem der harte Indy oft genug wie ein kleiner Junge vor. Defintiv das beste Vater-Sohn-Gespann der Filmgeschichte.
Und auch in Punkto Action ist Indy 3 ein Film wie aus dem Lehrbuch. Statt ein oder zwei Bigbangszenen, die beeindrucken, gibts hier reihenweise tolle Actionszenen, die einfach zur Handlung gehören ohne sie auszustechen und diese perfekte Kombination aus Handlung, Action und Humor gibt dem Film seine Rasanz.Und wie schon bei Indy 1 kommt auch hier zum Schluß wieder das mystische Element zum tragen und wie man sieht, hat es auch diesmal nichts mit Gold zu tun. Die Lösung ist einfach intelligent, denn sicher rund 99%, derjenigen die an den heiligen Gral denken würden ihn sich vorstellen, wie es Walter Donovan hier tut.