Die Aufmachung des Buches ist phantastisch, ein Fest fürs Auge, sehr aufwendig. Die Grafiken selbst sind opulent, hervorragend und wunderschön. Für Sammler daher bestens geeignet. Die Story allerdings ist ein chaotisches Wirrwarr mit mehreren Fäden, die nicht aufgelöst werden und keinerlei Zusammenhang bilden. Entweder wurde für diese Sammelausgabe erheblich gekürzt, wodurch die Logikbugs und Erklärungslücken entstehen, oder das Paar Charles kann zwar gut zeichnen, aber nicht inszenieren. Die Geschichte springt ständig hin und her, sodass man eine Weile braucht, um zu begreifen, auf welcher Ebene man sich nun befindet. Spannende Ereignisse werden kurz in Rückschauen abgehandelt, die Gegenwart in seitenlangen Dialogen dargestellt, ohne dass dabei etwas aktiv geschieht. Spannung kommt dabei keine auf. Am Ende ist nichts geklärt oder aufgelöst - weder, was nun der Hintergrund der Verschwörung und ihre Auswirkungen waren, was Ganesha und die Prinzessinnen-Vision damit zu tun haben, welche Funktion der alte Mann, der immer mal auftaucht und mit dem das Buch endet, innehat, und was genau die Motivationen der drei Frauen für ihre Handlungsweisen sind. Gerade die Enkelin wird nur sehr oberflächlich dargestellt, ohne dass man viel über sie erfährt. Mit dem abschließenden Text wird ein pseudohistorischer Zusammenhang hergestellt, der völlig fiktiv ist, keine der Figuren hat es jemals gegeben, auch die Geschichte ist frei erfunden. Über Indien selbst erfährt man leider gar nichts, nicht einmal andeutungsweise. Das Kastensystem wird erwähnt, aber nicht dargestellt, es wird kein indisches Alltagsleben gezeigt, nichts. Alles findet nur auf hochadliger Ebene statt, und es gibt eine einzige politische Zusammenkunft, wo aber keiner der Beteiligten näher vorgestellt wird. Die politische Situation und Entwicklung Indiens wird kaum an der Oberfläche gekratzt, ohne dass es weitere Erklärungen gibt. Wer keinen Hintergrund kennt, wird hier nicht schlauer.
Die Geschichte verläuft sehr unbefriedigend mit einem Schluss, der nur Fragen offenlässt, ohne Auflösung. Ob der Fehler nun beim Verlag liegt, der evtl. Kürzungen vornahm, oder bei den Künstlern, die versucht haben, eine Menge Stoff auf zu wenigen Seiten unterzubringen, spielt dabei keine Rolle. Nur eine Idee und dafür die Lebensgeschichte der drei Frauen hautnah an Indien dran, wäre mehr gewesen.