Das Buch beschäftigt sich zwar intensiv mit den verschiedenen Index-Produkten (und ist insofern interessant zu lesen), aber irgendwie scheinen die Autoren (m.E. insb. Herr Beer) das Wesen, d.h. den Grund von Indexing nicht richtig verstanden zu haben, denn sie reden häufig vom Outperformen des Index. Es wird sogar ein eigenes Produkt (Topic-Index-Modell) beworben, welches praxisbewährt angeblich den zugrunde liegenden Index systematisch schlägt. Die Argumentation ist aber einfach nur traurig und wird dem Anspruch des Buch nun wirklich nicht gerecht. Nach kurzer Recherche zeigt sich denn auch, daß der angebliche Outperformer ein systematischer Underperformer ist. Möglicherweise soll hier dem Leser systematisch Geld in Form von Verwaltungsgebühren der eigenen Fonds abgenommen werden. Dies läßt die teilweise schon etwas schwache Argumentation in einem zusätzlich schlechten Licht erscheinen.
Damit jeder dieses Buch selbst und richtig beurteilen kann, empfehle ich zuvor dringend die Lektüre von Gerd Kommer's "Souverän investieren", es sei denn man ist schon ein sicherer Indexianer. Dieses Buch geht zwar nicht auf die verschiedenen Index-Anlagen ein, macht einem aber ein für alle mal klar, das es systematisches Outperformen nicht gibt - ob indexbasiert, oder nicht. Es ist damit eine hervorragende Einführung in gesamte Thematik der Börse.
Wer diese Lektion gelernt hat, für den ist das vorliegende Buch "Indexing" sicher empfehlenswert und hilfreich, um eine eigene Index-Auswahl und damit eine gute Asset-Allokation vorzunehmen. Auch wenn ich gerade hier mehr erwartet habe, als nur den DJ EuroStoxx 50 zu analysieren. Denn der allein scheint mir nicht genug Diversifikation zu bieten.
Ich gebe dem Buch drei Sterne, weil es für einen aufgeklärten und gefestigten Indexianer tatsächlich hilfreich sein. Einen Einstieg ins Indexing ist dieses Buch aber keinesfalls. Also, immer kritisch bleiben und viel Spaß beim Lesen :) Tobias.