Van Morrison hat eine unglaubliche Schaffenskraft, seit seinem Ausstieg bei Them, den irischen Rolling Stones, hat er unzählige Alben veröffentlicht. Doch oft fehlt der Aha-Effekt. Meist solide gemacht, besonders wenn er die irischen Wurzeln anklingen lässt, ein guter Handwerker ist er allemal. Aber ich bin kein fanatischer Van-Fan, der alles gut findet was der Meister macht. Die 83er Inarticulate Speech war jedoch etwas besonders. Beim ersten Hören im Radio war ich total hingerissen (obwohl ich's in jener Zeit eher hart mochte). Ich musste diese Platte haben (was in der DDR nicht einfach war), und setzte alle Hebel in Bewegung, und endlich hatte ich sie gleich zwei mal.
Und dann war mir unbegreiflich, dass es Ewigkeiten keine CD davon gab! Endlich hat die Remasters-Serie diesen Wunsch erfüllt. Gleich mit "Higher than the world" zeigt Van sein Können als begnadeter Sänger, das irische Instrumental "Connswater" swingt dann richtig los, und im "Celtic Swing", einem weiteren Instrumetal, entschwebt man in eine andere Sphäre. Die Titelsongs, in zwei Teile unterschiedlichen Charakters gesplittet, die die wunderschönen "Irish heartbeat" und "Cry for home" einrahmen, führen in Form einer ständigen Steigerung von leisen ätherischen Gesängen zu donnernden Soli mit Chor. Man hat bei jeden Titel das Gefühl, er sei besser als der vorhergehende. Und am Ende ist man überrascht und enttäuscht, dass alles vorbei ist.
Für mich auf jeden Fall das Meisterwerk von Van und eines der besten Alben der Musikgeschichte.