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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kalvariengang mit einer Göttin: einmal Unterwelt hin und retour,
Von
Rezension bezieht sich auf: Inanna (Audio CD)
Inanna ist der Name einer sumerischen Göttin. Ihr Zwillingsbruder war Utu, der Sonnengott, sie selbst wachte über die Zyklen des Mondes. Die Kriegskunst war der Himmlischen nicht fremd, noch weniger die der Liebe. Sie wollte König Gilgamesch verführen, und als dieser sich weigerte, ihn töten. Inanna agierte abwechselnd als Jungrau oder Hetäre. Ein sehr widersprüchliches weibliches Wesen also.Von nachfolgenden Kulturen erhielt Inanna immer andere Namen, in Babylon verehrte man sie z.B. als Ischtar. Von dort ist auch ein Ritus überliefert, nachdem ihr Geliebter, der Vegetationsgott Tammuz, alljährlich sterben musste. Um ihn von den Toten zurückzuholen, stieg die Göttin in die Unterwelt hinab. Diesen Weg begleitet die CD musikalisch. Inanna hatte sieben Tore zu durchschreiten. Station für Station legte sie vor den Augen gestrenger Richter (den Anunna) Schmuck und Kleidung ab, ehe sie nackt vor Ereschkigal, ihrer dunklen Schwester, der Herrin der Unterwelt, stand. Schließlich starb Inanna. Drei Tage lang herrschte auf Erden Wehklagen, nichts gedieh, niemand wurde geboren. Dem listigen Gott Enki gelang es schließlich, Ereschkigal zur Herausgabe ihrer Schwester zu bewegen. Inanna kehrte mit Tammuz zu den Lebenden zurück. Die Vegetation erblühte von Neuem. Visions of Kaya haben diesen Mythos sehr gut vertont. Schon das erste Lied, "Inanna", ist eindrucksvoll. So könnte in Uruk oder anderswo in Sumer eine Anrufung der Göttin tatsächlich geklungen haben. Nach dieser Evokation folgen tragende, tranceartige Nummern. Bei "In der Unterwelt" sind dann die Trommeln dominant, was für gebührenden Spannungsaufbau sorgt. Höhepunkt ist das schaurige "Ereschkigal/Anunna". Schreie, wie von Käuzchen, lassen musikalisch eine harpyenartige dunkle Gottheit Gestalt annehmen. Es folgt das traurige "Dunkelmond", ehe Inanna melodiös wieder sanft an die Oberwelt geführt wird. Glücklicherweise haben Visions of Kaya nicht auf das verbreitete Esoterik-Dahingeplätschere zurückgegriffen. Die Arrangements haben Hand und Fuß, vor allem bei den ersten sieben Songs. Arabische Instrumente werden geschickt mit Trommel und Didgeridoo kombiniert, untermalt durch keltische Harfe. Bei den Schlussnummern wird es aber dann zuviel der Harfe, hier wäre ein starkes Finale besser gewesen. Summa summarum eine CD, die nicht nur für Neuheiden oder Altorientalisten interessant ist, sondern auch für neugierige Normalsterbliche. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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