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In heiter eitlem Sonnenschein
 
 

In heiter eitlem Sonnenschein [Kindle Edition]

Heiner Luesmann
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

Kindle-Preis: EUR 0,99 Inkl. MwSt. und kostenloser drahtloser Lieferung über Amazon Whispernet


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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein halbes Jahr bevor das Statistische Bundesamt seine ersten Ergebnisse zum Zensus 2011 veröffentlicht, lege ich hier meine vor! Denn die große Welle der Kritik am Vorhaben selbst ist bedauernswerterweise abgeebbt. Das Ergebnis, das ich vorlege und der Weg dorthin werden sicherlich geeignet sein, diese nötige Aufmerksamkeit wiederherzustellen.


Dreieuroneunundneunzig! Knapp mehr als die Hälfte des Wertes eines vom Interviewer ausgefüllten Fragebogens bei der vieldiskutierten Volkszählung Zensus 2011. Dafür erhält der Leser von: In heiter eitlem Sonnenschein – Aus dem Tagebuch eines „Zensusfreiwilligen“, eine detaillierte und spannende Aufzeichnung über den Ablauf des Zensus aus der Sicht eines Interviewers.
Unzweifelhaft ist das historische Beispiel, das als Pate für den kurzen Text verstanden werden soll, in unerreichbarer Ferne, was den Hintergrund der zu berichtenden Erfahrungen oder die literarischen Fähigkeiten eines der größten deutschen Schriftsteller angeht. Es geht in dieser Variante auch nicht darum, millionenfaches Leid zu relativieren oder das historische Vorbild auch nur zu erreichen. Worum es hier und gerade auch mit der extrem nahen Adaptionen des Textes geht, ist die nachträgliche Schaffung eines Sinns, den damals wohl nur der Überlebende suchen konnte, den heute aber niemand mehr zu benötigen scheint.
Darum ist der Text, so wie er in der Sprache ästhetisierenden Ekels damals und erst recht auch in dieser Fassung gemeint ist, als eine künstlerische Suche danach zu verstehen, ob und wie nachträglich ein Sinn für eine Unternehmung aufgezeigt werden kann, die in ihrer Ausführung katastrophal für das Gros der Beteiligten war.

Da der Inhalt nicht nur die Art und Weise wie der Zensus ausgeführt worden ist, sondern auch die jeweiligen Akteure der Umfrage kritisiert, sind die Orte und Menschen, um die es geht, unkenntlich gemacht. Dazu war es nötig, einige Zeitabläufe zu tauschen, an einigen wenigen Stellen persönliche Eigenschaften (etwa genaue Berufsbezeichnungen, genauere Altersangaben, bestimmte Namen usw.) durch vergleichbare zu ersetzen und nachträglich den Namen des Landkreises sowie der involvierten Städte durch die Bezeichnungen E-Stadt, G-Stadt und Provinz-B zu verschleiern.
Nicht verändert sind die eigenen Eindrücke des Autors, die in der vorliegenden Sprache allerdings für den einen oder anderen surreal oder unglaubwürdig erscheinen könnten.

Dennoch und das mag die Mehrheit der Leser verstören, entspricht der Text der Wahrheit. Es ist nichts hinzugedichtet und nichts erfunden.

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 211 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 70 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0085UM9DI
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: #198.323 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

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4.0 von 5 Sternen Tiefe Einblicke - nicht nur in den Zensuskoffer 26. Juni 2012
Von Potsdamer
Zweifler(innen) am Zensus 2011 werden sich in diesem kurzweiligen "Tagebuch eines Zensusfreiwilligen" bestätigt sehen: Vorbereitung, Durchführung, Qualität der erhobenen Daten und wohl auch die Systematik der großen Volkszählung werden den hohen Ansprüchen und großen Qualitätsversprechen ihrer Urheber(innen) nicht gerecht. Mit dem Datenschutz hat man es nicht so genaugenommen und "Aufreger" des bundesrepublikanischen Bürokratenalltags haben auch die Zensus-Verantwortlichen zuhauf provoziert. Der Autor liefert aus erster Hand umfangreiches Anschauungsmaterial.

Luesmann schlägt in seinen Tagebuchauszügen nachdenkliche, bisweilen auch provokante Töne an. Political Correctness ist seine Sache nicht. Originalität, Offenheit und Witz prägen den unverwechselbaren Sprachstil. Wer Gefallen daran findet, wird seinen "idiomatischen Höhepunkten" entgegenfiebern und das Buch nicht so schnell aus der Hand legen. Aber auch die Neugier seiner Leser auf die erstaunlichen bis erschreckenden Antworten Luesmanns zu verbreiteten Zensus-Fragen wird vom ersten bis zum letzten Kapitel hochgehalten.

Milieuschilderungen aus der ostdeutschen Provinz komponiert Luesmann in vielen kleinen Schlaglichtern. Die "schwebende Feder", die der Junge mit "Hartz-IV-Hintergrund" vom Bogen des Zensusfreiwilligen ausdauernd auf den Weg schickt, um sich mit seinem respektlosen Verhalten etwas Abwechslung vom deprimierenden Familienalltag zu verschaffen (und diesen doch eigentlich fortsetzt), ist so ein Schlaglicht, das im Gedächtnis bleibt. Exemplarisch steht es für das spannungsreiche Verhältnis des Erhebenden zu den zu Erhebenden. Gegensätzliche Haltungen nicht nur in Zensusangelegenheiten und weit differierende Lebenswelten prallen hier bisweilen hart aufeinander.

Schade, dass die Verschwiegenheitspflicht des Zensusbeauftragten gegenüber seinem staatlichen Auftraggeber auch dem Tagebuch Geheimhaltung zu konkreten Orten und handelnden Akteuren aufnötigt. Eine Gegendarstellung der Zensus-Verantwortlichen wäre ihm freilich gewiss.

Auch der Frust über die unsichere Zukunft des Akademikers in der ostdeutschen Provinz wird wohl ein Treiber dieses bisweilen zur Abrechnung geratenen (Erstlings?-)Werks gewesen sein. Eine Abrechnung mit dem schwierigen sozialen Gefüge in der Heimatregion und denen, die mangels eigener Potenziale nichts daran ändern werden.

Keine leichte Kost und gerade daher allemal lesenwert!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "aus dem Tagebuch eines Zensusfreiwilligen" 1. Juni 2012
Heiner Luesmann gehörte zu den Menschen, die von Haustür zu Haustür marschierten, um den allseits unbeliebten Zensus-Bogen mit den ausgewählten Personen auszufüllen. Und genau diese amüsanten, aber auch nahezu unglaublichen Erfahrungen hat er in diesem Ebook verarbeitet, das den Untertitel "aus dem Tagebuch eines Zensusfreiwilligen" trägt. Nach eigenen Angaben ähnelt der Schreibstil dem Buch "in Stahlgewittern", einem Tagebuch, das laut einer Rezension ein "nüchterner Bericht" des 1. Weltkriegs ist.

Der Autor erklärt chronologisch, wie er überhaupt zu diesem Job kam, welche desaströsen Zustände bei den zuständigen Behörden vorzufinden waren und wie er schlechtbezahlt das Beste aus seiner Arbeit machte.

Der Schreibstil wirkte tatsächlich sehr nüchtern und distanziert, teilweise reihen sich emotionslose Schilderungen aneinander und eingestreute flotte Sprüche zündete bei mir nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Aber das sollten sie vermutlich auch gar nicht. Zu Beginn hat mich dieser ungewöhnliche Schreibstil irritiert, genauso distanziert wie er selbst ist, habe ich auch gelesen, ohne den Zugang zu finden. Nach einigen Seiten legte sich mein Problem und der Eindruck verstärkte sich, der Autor saß selbst kopfschüttelnd vor dem PC, als er sein Ebook schrieb, weil er selbst nicht glauben konnte, was um ihn herum geschah.

Überrascht hat mich -natürlich vorausgesetzt, der Inhalt des Ebooks entspricht der Wahrheit- wie schlecht vorbereitet und desinteressiert die zuständigen Personen agierten. Die, die die Zensus-Befragung koordinieren sollten, wussten selbst nicht, was zu tun ist und konnten dementsprechend auch nicht die Befragern zur Seite stehen. Insgesamt wirkte Zensus wie ein großes Experiment, bei dem alle Beteiligten einfach loslegten und schauten, wohin die Reise geht.

Gewünscht hätte ich mir noch mehr persönliche Befragungserfahrungen des Autors. Diese fande ich zum Großteil sehr unterhaltsam, vor allem, wenn die Befragten in Akzenten mit Schmunzelfaktor sprachen.

Fazit: Der Zensus-Wahn, so wie ich ihn mir bildlich vorgestellt habe - chaotisch, unkoordiniert und für alle Beteiligten ernüchternd. Mir persönlich hätte eine humorvollere Aufbereitung besser gefallen, genau dagegen hat sich der Autor bewusst entschieden und dies konsequent umgesetzt.
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