Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug b2s Cloud Drive Photos Microsoft Surface Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
6
4,3 von 5 Sternen
5 Sterne
2
4 Sterne
4
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

VINE-PRODUKTTESTERam 8. September 2007
Das Alter überwinden, alt werden ohne alt zu sein, auch Adam träumt davon. Obwohl das Leben des 65jährigen Dramatikers nicht unglücklich ist - er versteht sich mit seiner Frau, seine Arbeit macht ihm Freude - glaubt er, es sei zu schnell vorbeigegangen. Bis er den jungen Schauspieler Ralph kennenlernt, der ihn mit einer neuen medizinischen Methode bekannt macht: Das Gehirn wird einem jungen Körper eingepflanzt. Unter der Bedingung, dass das Experiment nur ein halbes Jahr dauern soll, willigt Adam in die Operation ein. Er sucht sich einen jungen, sportlichen Körper aus, nennt sich fortan Leo und beginnt, als Rucksacktourist die Welt zu bereisen.
Das Buch wirft durch die absurde Idee, von der es ausgeht, ein Vielzahl von Fragen auf. Ist es wirklich nur das Gehirn, das das Wesen eines Menschen bestimmt? Zunächst scheint sich für Adam diese Frage zu bejahen, denn schnell erfährt er, dass der ursprüngliche Besitzer des Körpers schwul war; Adam wird es jedoch nicht. Der neue Körper ist anfangs ein Fremd-Körper, den das Gehirn sich erst nach und nach zu Eigen machen kann. Und natürlich ist dieser Körper kein unbeschriebenes Blatt, das erst durch Adams Gehirn mit Inhalt gefüllt wird. Der Körper hat eigene Wünsche, denen das Gehirn, nicht immer bereitwillig, nachgibt.
Ist es allein der körperliche Verfall, der einen Menschen altern lässt? Wohl kaum, denn sonst müsste man sich nicht mit verlangsamter Aufmerksamkeitsspanne, langwierigeren Lernprozessen und Altersdemenz plagen. Andererseits birgt das Gehirn den Erfahrungsschatz eines längeren Lebens, kann dadurch auf mehr Informationen und Erkenntnisse zurückgreifen. Adam stellt fest, dass ihm in Gesprächen und Interessen die Elterngeneration der vermeintlich Gleichaltrigen wesentlich näher steht als diese.
Andererseits: Kann es nicht aufregend sein, wenn es das Gehirn nach neuen Erfahrungen und Erlebnissen drängt und der Körper auf einmal wieder mitspielt? Adam genießt es, wieder einen funktionstüchtigen Körper zu haben, der seine Wünsche und Sehnsüchte auslebt. Natürlich kann er von den Menschen, die in seinem alten Leben wichtig waren, nicht wiedererkannt werden.
Was wäre, wenn? Wenn die Welt ausschließlich aus jungen, oder besser gesagt: aus jung aussehenden Menschen bestehen würde? Wenn nur noch mittellose Menschen alt würden? Wenn niemand zwischen 15 und 35 seines Lebens sicher sein könnte, weil alle gut betuchten Alten Jagd auf ihre Körper machen? Wenn nur noch körperliche Fitness, Leistungsfähigkeit und sexuelle Attraktivität zählen (die ersten Anzeichen gibt's ja schon), aber nicht mehr Erfahrung, Wissen und Weisheit? Wenn Vertrautheit durch lange Verbundenheit nichts mehr bedeutet und die Endlichkeit des Lebens nicht mehr akzeptiert werden muss?
Das letzte Drittel des Buches nimmt Möglichkeit einer solchen Endzeitstimmung am Beispiel Adams vorweg und beweist: Was aussieht wie die Freiheit zum ewigen Jungsein entpuppt sich als Gefängnis desjenigen, der er einmal war. Die Angst vor dem Tod bleibt - in Adams Fall ganz konkret.
Kureishis Buch gibt eine Menge Denkanstöße, auch wenn man von dem (derzeit noch) irrealen Ausgangspunkt absieht. Es liest sich gut, nicht zuletzt deshalb, weil es eng am Erleben des Protagonisten angelegt ist. Eine Phase nach etwas zwei Drittel, in der das Buch sich etwas dahinzieht, fängt der Autor gekonnt ab, indem er Adam sich alsbald in seinem neuen Leben langweilen lässt.
Ein sehr gutes Buch: Intelligent, spannend und unterhaltsam.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. September 2006
Seinem Roman legt der englische Erfolgsautor einen uralten Wunschtraum zugrunde – was wäre, wenn es der medizinischen Wissenschaft gelänge, Gehirntransplantationen zu verwirklichen, wenn es gelänge, die Gehirne alter Menschen in junge Körper zu verpflanzen?

Sein Ich-Erzähler Adam ist ein alternder Schriftsteller, der sein Altern mit zynischer Verachtung beobachtet. Auf einer Party lernt er den jungen Schauspieler Ralph kennen, der ihn als Dichter verehrt und deshalb ein Geheimnis anvertraut – in einer geheimen Klinik kann man sein Hirn in einen jungen Körper verpflanzen lassen.

Adam, der durchaus glücklich mit seiner Frau lebt, kann sich der Versuchung doch nicht ganz erwehren und versucht einen Kompromiss – für ein halbes Jahr verlässt er seine Frau und verwandelt sich in einem jugendlich knackigen Körper in Leo. Sofort verfällt er einem Sinnenrausch, begehrt von Frauen fickt er sich durch die Betten, reist durch die Städte, bis er beinahe mittellos auf einer griechischen Insel landet und dort in einem spirituellem Zentrum, geleitet von der charismatischen Patricia, Handlangerdienste leistet. Seine Rückkehr in den alten Körper verschiebt er immer mehr, bis ein reicher Lebemann auftaucht, auch im Besitz eines neuen Körpers, aber auf der Suche nach einem neuen Wirt für seinen todkranken Bruder. Erst hier wird Adam bewusst, dass die Gehirntransplantationen alles andere als legal und dass vor allem die jugendlichen Körper der eigentliche Schatz sind. Gerade noch entkommt er seinen Mördern und muss feststellen, dass seine alte Hülle längst entsorgt worden ist, was ihm eine Rückkehr in sein altes Sein unmöglich werden lässt.

Kureishis Vision stellt sich als bittere Bestandsaufnahme der menschlichen Zivilisation heraus. Der medizinische Fortschritt wird ethisch nicht diskutiert, sondern sofort der Begehrlichkeit der Reichen unterworfen. Menschliches Lebens reduziert sich auf die Fähigkeit zu genießen, wobei sexuelle Leistungsfähigkeit zum Maßstab des Lebens degeneriert, Adam wählt einen neuen Körper „mit einem vielversprechenden, dicken Penis und schweren Hoden“ (40).

Letztlich besucht Adam – als junger Mann unerkannt – sein Zuhause, plaudert mit seinem nunmehr gleichaltrigen Sohn und weiß, als er verfolgt durch die Straßen hetzt, dass der Preis, den er bezahlt, viel zu hoch ist.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Oktober 2003
Ein interessanter Roman über die zweite Chance. Wurde aus gemachten Fehlern gelernt oder provozieren gerade verpasste Gerlegenheiten neue, unglückliche Entwicklungen? Ein Roman, der sich auch, aber nicht ausschließlich mit dem bald Machbaren beschäftigt. Wärmer, humorvoller als Houllebeqcs "Elementarteilchen", ein Buch, das dort ansetzt, wo Hillens "Keimzellen" endet. Nicht immer allerdings gelingt es Kureshi sich in die zweite, deutlich jüngere Haut seines Protagonisten hinein zu denken, manchmal schimmert das Alter des Autors durch, der Wunsch in die Rolle seines Protagonisten schlüpfen zu können.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Der britische Schriftsteller Hanif Kureishi war beim Erscheinen des Romans erst 49 Jahre alt, also noch nicht in dem Alter, in dem man mit großer Sorge dem altersbedingten Verfall ins Auge sieht.

Aber doch denk ein Leser immer an ein Alter Ego, wenn die Hauptfigur eines Romans Schriftsteller ist. In diesem Fall ist es Adam, der durchaus Probleme mit dem Altwerden hat. Und als ihm das Angebot gemacht wird, sein Gehirn in einen wesentlich jüngeren Körper zu verpflanzen - erstmal zu Testzwecken für ein halbes Jahr - überlegt er nicht lange und begibt sich in dieses Experiment.

Dafür nimmt er sich ein halbes Jahr Auszeit und erklärt seiner Frau, er will eine Reise machen. Er sucht sich den jungen Körper eines Schwulen aus (was er vorher jedoch nicht weiß) und schon allein diese Tatsache birgt einige Komplikationen in seinem neuen Leben. Sein alter Körper wird solange für ihn aufbewahrt, bis er sich entschließt, für immer im neuen Leben zu bleiben oder nach dem halben Jahr wieder zurückkehren möchte.

Anfangs fühlt sich Adam großartig, genießt sein neues Leben, macht Dinge, der er noch nie gemacht hat oder schon lange nicht mehr machen konnte. Da er gut aussieht, fliegen ihm die Sympathien zu und er gerät regelrecht in einen Rausch. Er reist viel, doch bald schon ist sein Geld aufgebraucht, welches eigentlich sechs Monate reichen sollte. Nun muss er Geld verdienen und läßt sich sogar herab, als Boyfriend eines älteren Gönners zu fungieren.

Die negativen Erlebnisse häufen sich und Adam überlegt bereits, seinen "Neukörper" früher wieder abzugeben. Aber er begegnet auch anderen Menschen, die ihren alten Körper gegen einen jungen getauscht haben und so langsam fragt Adam sich, woher diese jungen Körper alle kommen und was wohl passiert, wenn der kleine etablierte Kreis größer und größer wird und plötzlich viel mehr "Frischfleisch" benötigt wird.

Dann gerät er selbst in die Situation, dass sein gutaussehender, gesunder Körper Begehrlichkeiten bei potentiellen Anwärtern weckt und so sieht er sich mit einem Mal einer Verfolgung auf seinen Neukörper ausgesetzt, der nur in seinem Tod enden kann.

Kureishi beschäftigt sich in diesem Roman mit aktuellen Fragen des Alters, dem Jugend- und Schönheitswahn und wie weit die Medizin ethisch wohl gehen würde. Allerdings hat mich der Roman nicht vollständig überzeugt, trotz eines tollen Themas ist die Umsetzung nicht vollkommen gelungen. Kureishi springt zu sehr zwischen den Erlebnissen Adams ohne wirklichen Zusammenhang. Im einen Absatz ist er noch im Drogenrausch, im nächsten bereits wieder auf einer Reise. Diese Aneinanderreihung wirkt etwas willkürlich und soll wohl die Möglichkeiten einer solchen Verwandlung aufzeigen. Jedoch bleibt die Hauptperson dadurch im ganzen Buch blass und unausgegoren.

Also kann man lesen - muss man aber nicht.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Dezember 2009
Hanif Kureishi war mir voellig unbekannt, als mir sein Buch "The Body" als das einzig lesenswerte in der Flughafenbuchhandlung erschien, unter all den Folletts und Browns und Ratgebern fuer ein besseres Leben und mehr Geld. Ich muss allerdings zugeben, dass ich eigentlich einen Kriminalroman hinter diesem Titel vermutet habe. Daraus ist dann zwar nichts geworden, aber eine lesenswerte Kurzgeschichte ist "The Body" allemal. Mittlerweile habe ich auch meine Bildungsluecke in Bezug auf Kureishi eingesehen, haette er mir doch mindestens durch seinen Bestseller "The Buddha of Suburbia" ("Der Buddha aus der Vorstadt") bekannt sein muessen.

Das Buch "The Body" ist eigentlich eine Sammlung von 8 Kurzgeschichten, wobei die Kurzgeschichte "The Body" ca. die Haelfte des gesamten Buchs ausmacht. Diese Rezension befasst sich deshalb auch ausschliesslich mit "The Body" und keiner anderen der 7 weiteren Kurzgeschichten.

Ein ins Alter fortgeschrittener und mittelmaessig bekannter britischer Autor wird von einem Bekannten dazu ueberredet, es ihm nachzutun, und seinen alten Koerper gegen den Koerper eines jungen und gesunden Mannes einzutauschen - die Medizin machts moeglich. Seine Psyche, Geist, Wissen, Erfahrungen, Begabungen etc. bleiben dabei jedoch voellig unangetastet, d.h. er wechselt einfach nur in einen neuen Koerper, wie wenn er nur seinen Anzug wechselte.

Da er nicht restlos von dieser Idee ueberzeugt ist, beschliesst und vereinbart er mit den Koerpertauschern eine Probezeit von 6 Monaten, nach deren Ablauf er seinen alten Koerper wieder zurueckbekommen wird. Nach anfaenglichen Anpassungsschwierigkeiten mit seinem neuen, jungen und sehr attraktiven Maennerkoerper (stellt er doch bald fest, dass der fruehere "Inhaber" seines neuen Koerper wohl homosexuell gewesen sein muss), begibt er sich von London aus auf eine Reise durch Europa, bei der er so einige interessante und auch sehr gefaehrliche Episoden erlebt.

"The Body" ist eine unglaublich gut geschriebene und humorvolle Kurzgeschichte. Hier eine kurze Kostprobe: "By forty I was faced with the dilemma of whether my belt should go over or under my stomach. Before my children advised me against it, I became, for a while, one of those men whose trousers went up to their chest." Oder auch: "I knew the game was up when I had to wear my reading glasses in order to see the magazines I was masturbating over."

Saetze wie diese, voller Witz und Selbstironie das eigene Altern beobachtend und protokollierend, haben mich streckenweise an Philip Roth erinnert. Gleichwohl ist "The Body" sehr viel mehr "englisch" und sehr typisch London-like.

So unterhaltend "The Body" auch war, ab einem gewissen Zeitpunkt habe ich mehr Inhalt erwartet und insbes. wenigstens implizit die Diskussion der Frage, ob das koerperliche Wieder-Jung-Sein unter Beibehaltung der Reife des Alters, nun eigentlich anzustreben sei oder nicht und was die Meinung Kureishis dazu waere. Diese Frage ist dann letztlich aber weitgehend ausgespart worden, zugunsten einer fabelhaft geschriebenen, witzigen Art von akademischen Abenteuergeschichte eines alten Mannes im Koerper eines jungen. Lesenswert allemal, insbes. wegen der Sprache und der erzaehlerischen Meisterschaft und deshalb 4 Sterne.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Mai 2005
Hanif Kureishi spielt mit Worten, Klischees und Wünschen und zeigt das Unglücklichsein im Glücklichsein. Man sieht die Welt ein stückchen weniger groß.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

10,95 €