"In einer regnerischen Nacht" ist der 3. Roman, den ich von Jodi Picoult gelesen habe. Daran ist ja bereits zu erkennen, dass ich ihren Schreibstil und ihre Plots durchaus zu schätzen weiß. Nachdem ich für "Die einzige Wahrheit" 5 Sterne und "Auf den zweiten Blick" 4 Sterne vergeben würde, bekommt dieser Roman leider nur 3 Sterne - und das wegen seiner Langatmigkeit. Jodi Picoult gelingt es zwar ausgezeichnet, ihre Figuren "leben" zu lassen, in dem sie ihnen Vergangenheit und Ambiente gibt:
Cameron, der mit seinem Schicksal als örtlicher Polizeichef eher unzufrieden ist, weil er lieber in der Welt herumreisen möchte, sich aber seinem schottisch-stammigen Clan als Anführer und seiner Ehefrau Allie als Lebensmittelpunkt verpflichtet fühlt;
Allie mit ihrem wunderschönen Blumenladen, die sich in dem Ziel, Cam alles recht zu machen, selbst fast aufgegeben hat;
Mia, die plötzlich in der Szenerie auftritt, und alles verkörpert, was Cameron eigentlich in seinem Leben sucht: Unabhängigkeit und Freiheit;
Cams Mutter, leicht esoterisch und lebensbejahend; sein Onkel Angus, senil und halsstarrig;
und dann Jamie und Maggie, die sich so sehr lieben, dass Jamie Maggie tötet, weil sie es sich wünscht.
Soweit so gut: aber aus meiner Sicht vergißt Picoult, dabei die Geschichte voran zu treiben und gefällt sich in Wiederholungen. So habe ich ab Seite 300 angefangen quer zu lesen, nur um zum Ende zu kommen - schade.