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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2001
Kaum eine Sentenz zur Kunst im 20. Jahrhundert dürfte so oft zitiert worden sein wie Adornos Behauptung, nach Auschwitz könne man keine Gedichte mehr schreiben. Paul Celan hat schon 1945 mit der "Todesfuge" das Grauen in deutsche Worte gefasst. Haral Hartun schildert in einer kurzen Besprechung, wie Hamburger zum "englischen Dichter" wurde. Nun sind seine Holocaust-Gedichte, die vor dem Hintergrunddes Eichmann-Prozesses entstanden, in einem Band zusammengefasst und von Peter Waterhouse übersetzt in dessen "verdienstvollen" Hamburger-Edition erschienen. Hartung schildert, wie Hamburger gegen "Eichmanns innerste Unwirklichkeit die lebendige Erfahrung setzt" und geht kurz auf Hamburgers Prosaduktus und die Seltenheit der Reime ein. Schließlich merkt Hartun an, dass Waterhouse dieser Ausgabe einen Essay von Hamburger beigefügt hat.
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Autorenporträt
Der 1924 geborene, in Suffolk lebende Kritiker, Schriftsteller und Übersetzer Michael Hamburger verkörpert bereits ein Stück europäischer Zeitgeschichte: Sohn jüdischer Eltern aus Berlin flüchtet er in den dreißiger Jahren nach England. Dort wird er zu einem Kritiker jeglicher Totalitarismen; sein dichterisches Werk schöpft aus den Vorbildern der besten deutschen Literaturtradition, deren herausragender und mit den bedeutendsten Preisen bedachter Übersetzer er wird: Hölderlin, Goethe, Rilke und die Modernen seiner Generation. Auszeichnungen u.a.: Goethe--Medaille der Stadt Frankfurt, Hölderlin-Preise der Stadt Tübingen, Petrarca-Preis, Österreichischer Staatspreis für literarisches Übersetzen Buchveröffentlichungen in deutscher Sprache: Vernunft und Rebellion, Aufsätze, 1969, Heimgekommen.Gedichte, 1984; Verlorener Einsatz. Erinnerungen, 1987. Spannungen in der modernen Lyrik von Baudelaire bis zur Gegenwart, 1995.