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In den Süden
 
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In den Süden

 Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
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Produktinformation

  • Künstler: Laurent Cantet
  • Format: Dolby, PAL, Surround Sound
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
  • Erscheinungstermin: 30. März 2007
  • Produktionsjahr: 2005
  • Spieldauer: 104 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B000LXSSAA
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 16.601 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Movieman.de

"In den Süden" ist ein interessantes Drama, das sich mit der Frage der Sexualität im höheren Alter beschäftigt und damit ein Thema aufgreift, das nur selten filmisch behandelt wird. Dabei gibt sich der Film sehr unverkrampft und schafft es auch, über die weiblichen Protagonisten hinauszusehen, denn im Subtext finden sich auch Kommentare zum latenten Rassismus, aber auch zum Wert, das ein Leben auf Haiti hat - und das wohl nicht nur in den Spät-70er Jahren, sondern auch heutzutage. "In den Süden" ist Kino für den Kopf, eine Perle, die Cineasten entdecken sollten. Fazit: Anspruchsvoll

Moviemans Kommentar zur DVD: "In den Süden" überzeugt technisch in in jeder Disziplin. Man könnte bemängeln, dass die Farben etwas nüchtern geraten sind, aber das ist halt der bevorzugte Stil des Regisseurs, auch wenn man gerade Haiti wärmer hätte darstellen können. Rauschen ist nur in minimalem Maße vorhanden, gelegentlich fallen in nachtschwarzen Szenen Rauschblöcke auf. Die Schärfe gefällt, lediglich, wenn es ins Detail geht, wird das Bild etwas weicher. Der Ton ist im französisch-englischen Original überlegen. Der DD 5.1-Sound erzeugt mehr räumliches Ambiente, so etwa beim oftmals vorhandenen Rauschen des Meeres im Hintergrund. Beide Sprachfassungen haben eine gute Dialogverständlichkeit. Störungen oder Fehler fallen keine auf. Das einzige Extra der DVD ist ein längeres Interview mit dem Regisseur, das in Französisch geführt wurde, aber deutsche Untertitel aufweist. --movieman.de

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Negerküsse 24. August 2010
Von jury HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Selten gelingt es einem Film dermaßen überzeugend, die Weltfremdheit und den auf sich selbst beschränkten, engen Horizont westlicher Touristen deutlich zu machen, wie dem 2005 gedrehten "Vers le sud" (2006 in Deutschland als "In den Süden"). Dazu wechselt Regisseur Laurent Cantet immer wieder raffiniert den Blickwinkel und die Ebenen zwischen dem Traumhotel, der traumatischen Realität in Port-au-Prince und den kleinen Lust- und Alb-Träumen der Freierinnen und Liebesknaben, der Mätresse, dem beleidigten Ex-Lover und der düster-rachsüchtigen Mutter mit Voodoo-Schein.

Liebesdurstige US-Touristinnen im besten Hautcrème-Alter blenden Armut, Diktatur, Polizeistaat, Rassenfragen und Prostitution perfekt aus, um guten Gewissens die Avancen der jungen Schwarzen nicht nur am Strand des Luxushotels genießen zu können. Ihre Gedanken drehen sich einzig um die kleineren und größeren Rivalitäten mit anderen Freierinnen, sie lieben die Negerlein wie Schmuse-Hundchen. Da entfallen auch "kleinliche" m*ralische Bedenken, wenn sich die 45-jährige Brenda von einem 15-jährigen Jungen ihren ersten Höhepunkt entlocken lässt. Nun, der im Zimmer schmorende Ehegatte hatte als Teenie vielleicht die falschen Leistungskurse belegt.

Haitianer hatten noch vor wenigen Jahren gegen Amerikaner gekämpft und hätten mit Weißen, "geringer als Affen", nicht einmal geredet - heute beugen sich deren Enkel dem Dollar, verkaufen ihre Körper, ihre Zuwendung und ihren Stolz. Außerhalb der Luxusanlage tobt der Überlebenskampf in bitterer Armut, während der Diktator in unfassbarem Luxus schwelgt und lustvoll unter seinen Untertanen wütet wie ein tollwütiger Wolf - womit wir wieder bei den Amerikanern wären, über deren übliche traurige Rolle - Suchbegriffe: "CIA, Haiti, Drogenkartell" - genug zu finden ist.

Eine haitianische Mutter prophezeit düster dem Luxushotel-Manager Albert, dass die abgelehnte Tochter nochmal "in anderer Maske" auf ihn zurückkommen würde. Albert stammt aus einer Familie von Widerstandskämpfern gegen den amerikanischen Imp*rialismus und wird heute durch den Dollar gezwungen, dem schönen schwarzen Gigolo Legba im Kreis seiner verwitterten Verehrerinnen Spaghetti zu servieren.

Während die reifen Damen ihre eifersüchtigen Händel um den 18-jährigen Legba, den charmantesten der Tag-und-Nacht-Betreuer, austragen, zieht in der brutalen Realität der Polizei-Diktatur das Unheil am Horizont auf. Die Maske der düsteren Prophezeiung trägt Legbas frühere Freundin. Nun begreift er, warum sie plötzlich verschwunden war: Sie fährt mit dickem Benz tonnenweise Geschmeide durch die vergammelten Straßen, fürchtet die Brutalität ihres neuen Verehrers, kann aber vom leckeren Legba nicht die Finger lassen. Bald fliegen Legba die Kugeln um die Ohren...

Ménothy Cesar gibt als Black Tiger "Legba" vor tropischer Traumkulisse ausnahmsweise mal eine männliche "Augenweide" ab - kann man sich einen schöneren Platz für eine fette Goldkette vorstellen? Er ist der einzige Protagonist, der seine Welt - Haiti - realistisch sieht. Vielleicht außer dem Zuschauer: Denn gerade durch die Ignoranz der Liebes-Touristinnen (aus mehr oder weniger normalen Verhältnissen...) wird dem Zuschauer deutlich vor Augen geführt, wie wir Erst- und Zweitweltler den Blick vor den Lebens-Realitäten nicht nur auf Haiti verschließen. Alles, was sich nicht um unseren kleinen Luxus dreht, wird zur Erhaltung des Egos von der Wahrnehmung ausgenommen.

Im Inneren spielen ältere Mitmenschen, insbesondere auch ältere Frauen, eine durchaus ähnliche Rolle - ihre Existenz wird von vielen jüngeren überhaupt nicht mehr erfasst, geschweige denn ihre menschlichen Bedürfnisse nach Zuneigung, Liebe und Zweisamkeit.

Im Extrem wachsen die Defizite derart an, dass wir uns unter dem Leidensdruck der M*ral begeben und "Liebe" - was immer das sein mag - kaufen. Natürlich dort kaufen, wo es wenig kostet und das Wetter schön ist. Ob dieser wechselseitige "Druckausgleich" wirklich schlecht ist, sei ausdrücklich dahingestellt.

Formal schwankt der Film zwischen filmischer Erzählung, dramatischem Lehrstück und Unterhaltung. Das ist im großen Ganzen akzeptabel ausbalanciert. Der Voodoo-Rahmen, für welchen die Eingangs-Szene mit dem Hotelmanager Albert den einzigen deutlichen Hinweis bildet, dürfte von den meisten Zuschauern übersehen werden - was ich schade finde, denn das gibt dem Ganzen eine besondere Dimension und webt auch die Terror-Handlung in die übrigen Fäden des Geschehens ein.

Ob der kleine Nachspann - Brendas "Ode an die Unbelehrbarkeit" - abrundet oder zu dick aufträgt, mag jeder für sich entscheiden.

Ein - auch mehrfach! - sehenswerter Film, von dem man viel erfahren kann, ohne sich im Mindesten zu langweilen. Die Charakterstudien der drei prototypischen Frauen, vorzüglich umgesetzt von Charlotte Rampling, Karen Young und Louise Portal, berühren.

Im Original wurde der Film laut IMDB in 1.85:1 produziert. Das 1.77:1-Bild der DVD wirkt gelegentlich etwas verschwommen und verrauscht. Nur die französische und englische Tonspur kommen in DD5.1 - wen's interessiert...

jury 5* A0282 26.12.2010e 12 A E

Charlotte Rampling OBE (* 5. Februar 1946 in Sturmer, England)
--------------------------------------------------------------
2000 4* A0601 Unter dem Sand
....... R: François Ozon D: Charlotte Rampling, Bruno Crémer
2003 -* A0000 Swimming Pool
....... R: François Ozon D: Charlotte Rampling, Ludivine Sagnier
2005 5* A0283 In den Süden
....... R: Laurent Cantet D: Charlotte Rampling, Karen Young, Ménothy Cesar
2006 5* A0549 Wir verstehen uns wunderbar
....... R: Antoine de Caunes D: Charlotte Rampling, Jean Rochefort
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Daggi TOP 500 REZENSENT
Haiti, Ende der 70er Jahre. Mehrere Amerikanerinnen kommen in das Hotel Petite Anse (Kleine Bucht) nach Port-au-Prince: die bissige Ellen, Professorin für französische Literatur aus Boston, die blasse Brenda, Hausfrau aus dem Süden der USA und die patente Sue. Die drei Frauen kommen nur aus einem Grund, teilweise bereits seit mehreren Jahren, immer wieder nach Haiti: sie suchen und finden dort die körperliche Liebe, die der Film indes weniger in Bildern, sondern mehr verbal darstellt.

In sehr ruhigen Kameraeinstellungen beginnt dieses eindringliche Drama mit Focus auf die drei Frauen und ihre sexuellen Bedürfnisse - ein nicht gerade alltägliches Thema, dem sich dieser Film widmet. "In Boston gibt es nichts für Frauen über 40", beklagt sich die 55-jährige Ellen, die zu Beginn des Films ganz fürchterlich über Sue herzieht, weil die angeblich zu fett ist. "Fette Leute sind absichtlich fett" tönt Ellen. Gleichermaßen zieht sie über ihre Literaturstudentinnen her, die sich nur für Mitstudenten interessieren und doch ist auch Ellen durchdrungen von einer einzigen Gier: sie ist verrückt nach Sex und Liebe und hat sich geschworen, sich über 50 Liebe zu kaufen. Das tut sie auch: ihr Lover heißt Legba, ein 18-jähriger Einheimischer.

Brenda ist ein ganz anderer Typ als Ellen: zurückhaltend, ja fast schüchtern, war auch sie bereits schon vor drei Jahren mit ihrem Mann auf Haiti und hat dort den 15-jährigen Legba kennengelernt. Mit 45 Jahren hatte sie den ersten Orgasmus ihres Lebens, als sie die Hand in seine Hose steckte. Brenda hat Legba nie vergessen und auch Legba kann sich noch sehr gut an Brenda erinnern. Ellen beobachtet die Liäson aus der Ferne und lässt den beiden ihre Freiheit ...

Diese Konstellation um die käufliche Liebe - einmal andersherum - fand ich sehr sensibel inszeniert. Auch wie die Frauen miteinander umgehen, ist nicht alltäglich, sondern zeugt von einer Ausnahmesituation. Leider vertieft der Film hier weder die Geschichte noch die Charaktere der Frauen. Man erfährt z.B. nicht, was mit Brendas Mann ist, oder warum Ellen alleinstehend ist. Statt dessen wird eine neue Handlung eingeführt, die die politischen Zustände Haitis zum Thema hat. Diese Art Politthriller neben dem Thema Sex-Tourismus ist aber m.E. nicht dienlich, zumal zu Beginn des Films bereits Hinweise auf die Verhältnisse im Land gegeben werden. "Masken tragen in diesem Land alle", sagt eine Haitianerin zu Albert, dem Hotelangestellten.

Fazit: ein mit Charlotte Rampling (Ellen) und Karen Young (Brenda) sehr gut besetztes, kammerspielartiges Drama, das sich gegen Ende zu viel vornimmt.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verlorenes Paradies 29. September 2007
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Haiti. Sonne, Meer, Gewalt, Rassismus, Armut - und Sex?

Ellen, eine zynische Dozentin am noblen Wellesley College für Frauen, Brenda, eine romantisch veranlagte Kindfrau aus den Südstaaten und Sue, der nette Kumpeltyp zum Pferdestehlen, würden sich in ihrem Alltagsleben wohl kaum begegnen und wenn, dann hätten sie sich nichts zu sagen.

Im Urlaub ist das anders. Haiti, das exotische, brüchige Land, ein Paradies, wenn man im Touristenghetto bleibt, ist wiederholt das Ziel der drei in die Jahre gekommenen Nordamerikanerinnen, die mehr oder weniger ungewollt alleine leben. Attraktiv sind sie alle drei auf unterschiedliche Weise, aber das nützt ihnen nichts. Für Männer, mit denen sie gerne Sex haben würden, existieren sie altersbedingt nicht mehr. Auf Haiti ist das anders. Ende der 1970er Jahre ist es mehr denn je ein zerfallendes Land, das ärmste der westlichen Welt. Das verlorene Paradies, in dem Gewalt und pralle Lebenslust einen harten, exotischen Herzschlag erzeugen, bietet den Frauen ungewöhnliche Möglichkeiten. Das Elend der Einheimischen auf der einen Seite und die harten Dollars in den Handtaschen auf der anderen führen dazu, dass es leicht erscheint, in ein uraltes männliches Hoheitsgebiet einbrechen: in das der käufliche Liebe. Für ein bisschen Geld wieder schön, begehrt und umworben zu werden. Ob das gut geht?

Nein. Männer vergessen nie, dass sie bezahlt haben. Frauen wollen es vergessen und wenn es ganz dumm läuft, dann verlieben sie sich. Lekba, der attraktive Schwarze an der Schwelle zum Mann, hat es Ellen und Brenda angetan. Ihm sind beide gleichgültig, was den beiden in ihrer Eifersucht verstrickten Frauen nicht bewusst wird. Gefesselt durch ihre Erziehung und verstrickt in ihren Konventionen glauben sie, dass die jeweils andere das Problem ist. Über die Lebensbedingungen des jungen Mannes wissen sie nur das Offensichtliche. Der gekaufte, geliebte Haitianer ist im Grunde für sie nichts anderes, als eine schöne ebenholzschwarze Projektionsfläche, auf die sie ihre Wünsche und Träume projizieren. Wünsche und Träume, die mit denen von Lekba nichts gemein haben. Sein reales Leben findet abseits der Strandidylle im Dreck von Port-au-Prince statt. Dort gibt es neben seiner Mutter im Elend auch ein Mädchen, das ungewollt in etwas verstrickt wurde, was durch ihre Freundschaft auch sein Leben extrem gefährdet...

"In den Süden" ist ein herausragender Film, der durch die hervorragende schauspielerische Leistungen von Karen Young und Charlotte Rampling getragen wird. Besonders Charlotte Rampling brilliert in der Rolle der zerbrechlich-zynischen Ellen. Aber auch der Laiendarsteller Menothy Cesar in der männlichen Hauptrolle spielt hervorragend. Die Geschichte selbst besticht sowohl durch das ungewöhnliche Thema als auch durch die außergewöhnliche Location. Die Stadtszenen wurden tatsächlich in Port-au-Prince gedreht. Das Hotel allerdings befand sich jenseits der Grenze in der Dominikanischen Republik, die zusammen mit Haiti die Insel Hispaniola umfasst. Der Film ist insofern Fiktion, als dass Haiti nicht einmal annähernd über die Infrastruktur verfügt, um westliche Touristen ins Land zu locken. Bis auf eine kleine französisch sprechende Minderheit verstehen und sprechen die Einheimischen nur kreolisch, so dass eine Verständigung kaum möglich ist. Außerdem wird weltweit von Reisen nach Haiti abgeraten, da die politische Lage seit Jahrzehnten instabil ist und die Umweltprobleme apokalyptische Ausmaße angenommen haben. Die Dominikanische Republik mit seinen verhältnismäßig günstigen All-inclusiv-Angeboten hat sich jedoch touristisch sehr stark entwickelt. Billiger ist die Karibik nirgendwo zu haben und vor Haitis Elend und Absturz schützt eine gut gesicherte Grenze.

Als Extra bietet die DVD einen fundierten Kommentar des französischen Regisseurs Laurent Cantet, der durch einen Aufenthalt in Port-au-Prince zu diesem feinen Film inspiriert wurde.
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