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In den Ruinen von Berlin
 
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In den Ruinen von Berlin [Gebundene Ausgabe]

Joseph Kanon , Ulrike Wasel
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 607 Seiten
  • Verlag: Blessing (19. Februar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 389667191X
  • ISBN-13: 978-3896671912
  • Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 14,7 x 4,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 533.390 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Berlin, Juli 1945. Die ehemalige Reichshauptstadt, von Bombenangriffen und wochenlangem Straßenkampf verwüstet, ist der Schauplatz von Kanons neuem Roman. Meisterhaft verknüpft der Autor einen packenden Kriminalfall mit einer zu Herzen gehenden Liebesgeschichte, er taucht ein in eine düstere Zeit, in der die böse Saat des Kalten Krieges bereits aufgeht, in der die Alliierten den Schwarzmarkt unter sich aufteilen und versuchen, sich gegenseitig Hitlers Raketentechniker abzujagen.

Klappentext

"Joseph Kanon verzichtet in seinem Roman 'In den Ruinen von Berlin' weder auf Liebe noch auf sex and crime und nicht einmal auf das Klischee vom tumben russischen Soldaten. Und trotzdem vermengt er die Zutaten zu einem spannenden 'Pageturner', der die Frage nach Schuld und Verantwortung stellt und ... differenzierte Ansätze zu ihrer Beantwortung liefert."
taz

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Authentisch 9. April 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Mit seinem neuesten Roman versetzt uns Joseph Kanon wieder in eine Zeit, die unmittelbar mit dem
2. Weltkrieg zu tun hat. Der Handlung spielt in Berlin 1945, die Stadt liegt fast vollständig in Trümmern und ist in die bekannten Sektoren aufgeteilt. Der amerikanische Journalist Jake Geismar wird zur Berichterstattung zur Potsdamer Konferenz geschickt und wird zufällig Zeuge, als ein erschossener amerikanischer Soldat aus dem Wannsee gefischt wird. Der Fall soll schnell vertuscht werden und Geismar wäre nicht Journalist, wenn nicht genau das seinen Spürsinn erregen würde. Dieses ist die Ausgangslage eines in jeder Hinsicht fulminanten und vor allem ungemein authentischen Romans aus dem Berlin der unmittelbaren Nachkriegszeit. Neben dem kriminellen Aspekt hat die Hauptfigur auch ein persönliches Interesse an Berlin, ist er doch in der fast völlig zerstörten Stadt auch auf der Suche nach seiner großen Liebe, die er während des Krieges in Berlin zurücklassen musste. Als er sie schließlich findet, stellt er fest, dass Liebe und Mordfall anscheinend unmittelbar zusammenhängen. Ein in jeder Hinsicht gelungener und spannender Roman, die Höchstwertung wird nur durch das etwas schwächelnde Ende verhindert.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Licht und Schatten 8. August 2003
Von Lucius
Format:Taschenbuch
Über den Plot will ich nicht weiter sprechen, hierzu gibt es auf der Seite schon genug zu lesen. Zwei Dinge haben mir an dem Buch sehr gut gefallen. Da ist zum einen die wirklich gelungene Zeichnung des Hintergrundes. Kanon hat bei seinen Recherchen nicht nur solide Arbeit geleistet, sondern auch viel Geschick bewiesen, hieraus Atmosphäre zu erzeugen. Es handelt sich natürlich um eine Ästhetisierung der Dunkelheit, doch das Finstere hat nunmal seine eigene Faszination. Zum zweiten, und Punkt 1 ergänzend, Kanons eigentliches Thema ist ja offenbar der Holocaust, der moralische Bankrott Deutschlands und die Frage, wie man damit umgehen soll. Das sind nicht nur - immer noch - bedeutende Fragen, auch gelingen ihm gerade in diesem Zusammenhang packende Szenen, wie ich finde insbes. im Zusammenhang mit dem Problem der sog. "Greifer", Juden, die gegen das Versprechen, von der Deportation ausgenommen zu werden (oft auch Familienangehörige), andere Juden an die Gestapo verrieten. Kanon entzieht sich hier im Grunde eindeutigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen, wie er insgesamt Sensibilität im Umgang mit dem Thema beweist. Immer wieder spürbar ist eine ehrliche Erschütterung über das Geschehene.
Doch hier beginnt auch ein Teil der Kritik. Trotz Ehrlichkeit und Sensibilität, muß man sich fragen, ob Kanon sich an dem großen Thema nicht zumindest partiell verhebt. Zu wesentlichen Einsichten kommt es dann doch nicht, weder zu den menschlichen Verheerungen durch den Holocaust (vielleicht wieder ausgenommen die Greifer-Geschichte) noch zu den sehr farblos bleibenden Tätern. Auch ist das von ihm aus Plotgründen gewählte Beispiel der Zwangsarbeit in diesem Zusammenhang angesichts der anderen Exzesse von Euthanasie über Einsatzgruppen bis zu den Vernichtungslagern nicht sehr glücklich. Die Empörung wirkt hier leider manchmal auch eine Spur aufgesetzt. Selbst die Bewertungen von Deutschen und Amerikanern kehren am Ende doch wieder zu sehr in das Schema von Gut und Böse zurück. Mein zweiter Kritikpunkt betrifft den Plot. Nicht schlecht, aber im Grunde durchschnittliche Krimiware, mit dem unvermeidlichen Showdown zum Schluß. Das hat man alles schon so oft gesehen oder gelesen, daß es inzwischen langweilig ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Floetelei TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der Amerikaner Joseph Kanon hat ein unglaublich differenziertes Buch über die Situation und die Menschen im Nachkriegs-Berlin geschrieben. Auch wenn sein Jake Geismar natürlich der unbestrittene Held des Buches ist, so zeichnet Kanon seine Charaktere dennoch nicht in krudem Schwarz-Weiß, sondern in vielschichtigen Grautönen. Wer ist "The good German", wie das Buch im Original heißt? Einer, der den Amerikanern nützt, Raketen zu bauen, egal, was er im Dritten Reich getan hat? Oder einer, der zwar in der Partei war, sich aber einen Rest Anstand bewahrt hat? Oder gar niemand? Wohl Letzteres, denn Menschen sind zu komplex, um in simple Schubladen eingeordnet zu werden.
Ich habe das Buch, ganz seltener Luxus, zweimal gelesen, einmal auf Englisch, einmal auf Deutsch. Zuerst ein "Versehen", da mir wegen des anderen deutschen Titels nicht bewusst war, dass ich das Buch schon kannte. Doch ich wurde sofort wieder in die Story gezogen, was auch der wirklich guten Übersetzung zu verdanken ist.
Das Buch hat mich, nachdem ich vor kurzem selbst in Nordhausen und Dora-Mittelbau vorbei kam, noch mehr gefesselt als beim ersten Lesen. Kanon verzichtet auf billige Effekthascherei und schürft auch unterhalb der Oberfläche eines schlicht spannenden Plots: Was ist Schuld, was ist Verantwortung? Und anders, als viele amerikanische Thriller-Autoren gibt er auch nicht gleich alle Antworten vor.
Jedem, der sich an die schwer verdaulichen Themen Naziwissenschaft /Rüstungsindustrie und Sklavenarbeit zuerst vielleicht eher via eines Romans heran traut, sei dieses Buch empfohlen. Bei mir war es umgekehrt: Auch wo ich wohne, gibt es unterirdische Stollen, entstanden durch mörderische Zwangsarbeit. Ich habe mich also zuerst mit "Realitäten" befasst, bevor ich Kanons Buch gelesen habe. Um so beeindruckter bin ich, dass es ihm mittels eines Thrillers gelungen ist, dieses Thema durchaus ernsthaft und seriös anzugehen. Der Autor hinterlässt nicht den Eindruck, dass es ihm nur Mittel zum Zweck ist, um eine Story voran zu treiben - die er später verfilmt sehen will. Und wenn's nun tatsächlich einen Film gibt, so what? Spricht das gegen den Autor??
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