Der Enkel eines Generalmajors der Nazis, welcher durch einen Partisanen-Hinterhalt in der Toskana ums Leben kam, sucht anhand hinterlassener Fotografien aufwändig nach Plätzen/Zeitzeugen.
In schöner Sprache geschrieben, erlaubt es die Detailtreue des Autors, sich gut in die damalige Situation am Ende des Krieges in Italien hineinzuversetzen.
Der Autor sucht v.A. nach Hinweisen, welcher Mensch sein Großvater war, natürlich auch die Frage zu beantworten, welche Schuld dieser auf sich geladen hat.
Dies kommt deutlich zu kurz, denn man kann sich denken, daß ein solch hochgestellter Militär doch erhebliche indirekte Schuld auf sich geladen hat, welche nicht ausreichend zur Sprache kommt.
Medicus spricht hingegen ausführlich über eine direkte Verurteilung dreier Personen zum Tode, wohl durch unmittelbare Einflußnahme seines Großvaters.
Der klar erkennbare Versuch, den Großvater zu entlasten, ist verständlich, wird für viele der Opfer des Nationalsozialismus jedoch kaum eine Rolle spielen.
Wenn Generalmajor Crisolli gegen Hitler war, weshalb hat er sich dann in dieser Form am Krieg beteiligt ? War es preußisches Pflichtbewußtsein, war es Prestige-/Karriere-Sucht ?
Die gefühlsmäßige Anteilnahme am Leben seines Großvaters kommt in dem dennoch interessanten Buch deutlich zum Ausdruck.