... aber mein Tag beginnt erst, wenn ich in Deine Augen gesehen habe. Das sind die ersten Worte, die der Augenarzt Ben Marris(David Duchovny) an jedem Tag zu seiner Frau Hannah(Lili Taylor) sagt, bevor er sie in seine Arme schließt. Auch nach 17 Jahren Ehe sind die Marris noch immer unsterblich ineinander verliebt. Ihre Tochter Sam(Olivia Thirlby) fühlt sich von Hannah genervt und ihr Vater ist ihr eher peinlich. Sam rebelliert gegen die Eltern und die wissen nicht genau, wie sie damit umgehen sollen.
Als Hannah und Sam sich während einer Autofahrt streiten, werden sie in einen schweren Unfall verwickelt. Im Krankenhaus kämpfen die Ärzte um Sams Leben; Hannah scheint nicht so schwer verletzt zu sein. Während Bens Besuch im Krankenzimmer bleibt Sams Herz stehen. Hannah, die im Bett neben ihrer Tochter liegt, ergreift Sams Hand und wie durch ein Wunder findet Sam ins Leben zurück. Aber Hannah stirbt in derselben Sekunde.
Sam kehrt ins Bewusstsein zurück und Ben traut seinen Ohren nicht. Seine Tochter ist nicht mehr dieselbe. Sie hält sich für Hannah. Sie kennt Details, die nur Hannah kennt, weiß um jedes von Bens Geheimnissen und ist im Wesen und Charakter völlig identisch mit seiner verstorbenen Frau. Nach und nach muss Ben erkennen, dass Hannahs Seele sich in Sams Körper befindet. Die Frage ist nur: Wo ist Sam?
Nach der Beerdigung von Hannahs Körper lebt Hannahs Geist Sams Leben. Jetzt beginnen die Schwierigkeiten. Schulbesuch, Treffen mit Freunden, und...und...und. Hannah muss erkennen, dass sie von Sams Leben rein gar nichts wusste. Sie findet ihr Tagebuch und das Leben ihrer Tochter breitet sich wie eine unheimliche Geschichte vor ihr aus. Hannah gewöhnt sich an das Leben in Sams Körper und schlüpft immer mehr in ihre Rolle. Sie lebt Sams Leben. Ben kann das nicht dulden. Es kommt zu Spannungen, von denen die beiden vorher nie geahnt hätten, dass sie einmal eintreten würden. Das Paar Hannah und Ben droht zu zerbrechen, wenn, ja wenn sie sich nicht auf Sam besinnen würden. Ben ahnt, dass seine Tochter noch irgendwo in diesem Körper steckt und gemeinsam mit Hannah versucht er, sie zurück zu holen.
Luc Besson als Produzent, wenn ich das auf dem Cover einer DVD lese, überkommen mich gemischte Gefühle. So stark Bessons Regiearbeiten sind, so diffus und manchmal unglaublich schwach sind seine Produktionen. Bei In deiner Haut ist diese Sorge unbegründet. Nach einer japanischen Vorlage hat Regisseur Vincent Perez ganze Arbeit geleistet. Die Story gleitet nie in den Kitsch ab, ist mit hervorragenden Dialogen und erstklassigen Schauspielern ausgestattet. Wie Olivia Thirlby die schnippische Sam und anschließend die ernsthafte Hannah spielt, das ist vom Feinsten. Duchovny besetzt souverän die Rolle des Ben Marris, der zwischen Liebe und Angst hin und her gerissen ist. Würde man allein dem Klappentext der DVD vertrauen, man könnte von der kruden Beschreibung der Geschichte nicht auf diesen wirklich guten Film schließen. Was Perez vor allen Dingen gelungen ist: Die tausendfach verfilmte Geschichte der Seelenwanderung zwischen Mutter und Tochter oder Vater und Sohn zieht hier nicht ihre Probleme aus lustigen Verwechslungen oder abgedroschenen Teeniephantasien. Perez lässt Probleme auferstehen, die ernsthafter und unvorhersehbarer kaum sein könnten. Das sorgt hier und da für einen Lacher, aber andererseits auch für Nachdenklichkeit, Tiefsinn und Gefühl.
In deiner Haut wird sicher nicht zu den ganz großen Produktionen gehören, die aus den DVD Regalen gerissen werden, aber es ist ein kleiner, gut produzierter Film, der sein Publikum unterhalten wird. Legen sie den Silberling, trotz schwachem Klappentext, unvoreingenommen in den Player und lassen sie sich überraschen.