Gernhardt fackelt hier ein Feuerwerk ab, das seinesgleichen sucht: Über eine Stunde Parodien der Weltliteratur, "von Gott bis Jandl" und darüber hinaus. Egal ob er sich Boccaccio vornimmt oder Brecht, oder Eichendorff à la Gernhardt ("Classic Sandwich"), oder wen auch immer: Er trifft zunächst täuschend ähnlich den O-Ton, um alsogleich einen echten Gernhardt draufzusetzen, genau in dem Moment, in dem man sich genüsslich zurücklehnen will. Dasselbe gilt für literarische Genres; berühmt sind nicht nur sein Sonetten-Schmäh oder die Paulus-Briefe.
Diese CD beweist, dass Genrhardt zu jenen Dichtern gehört, die auch "lesen" können, und seine jeweiligen Einleitungen (etwa zur Busch-Parodie) fügen sich nahtlos ins Gesamtkunstwerk ein.
Es heißt, man habe ein literarisches Werk erst dann verstanden, wenn man es parodieren kann. Man kann ergänzen: So phantastische Parodien, wie man sie hier geboten bekommt, eröffnen einem auch neuen Zugang zu längt bekannt geglaubten Klassikern.