Meine Rezension bezieht sich auf die US-Box der ersten Staffel von "In Treatment"
"In Treatment" ist eine amerikanische Dramaserie, die auf einer israelischen Serie beruht. Erzählt wird von einem Psychotherapisten namens Paul (Gabriel Byrne), der allwöchentlich seine Patienten zu Therapiesitzungen in seine Praxis in seinem Wohnhaus lädt.
Montags empfängt er Laura (Melissa George), eine Frau, die Probleme in ihrer Beziehung zu Männern hat. Erschwerend kommt hinzu, dass sie starke Gefühle für Paul entwickelt hat.
Dienstags ist Alex (Blair Underwood) an der Reihe. Ein Navypilot, der nach einem tragischen Vorfall während eines Kriegseinsatzes und einem anschliessenden Herzanfall vorläufig vom Dienst suspendiert wurde. Alex verbirgt seine Ängste und Schwächen hinter einer gespielten arroganten Selbstsicherheit und Perfektionismus.
Mittwochs erscheint Sophie (Mia Wasikowska) in Paul's Praxis. Sie ist eine stark suicidgefährdete Teenagerin, die anscheinend ein Verhältnis mit ihrem viel älteren Turntrainer Cy hat.
Donnerstags ist Paartherapie angesagt. Das Ehepaar Amy (Embeth Davidtz) und Jake (Josh Charles) streitet zu Beginn darüber, ob sie ein gemeinsames Kind haben wollen. Nach und nach wird allen Beteiligten klar, dass die Probleme zwischen den beiden sehr viel tiefer liegen.
Soweit zu den Patienten, die Paul regelmässig behandelt. Der Freitag jeder Woche ist schliesslich für Paul selbst reserviert, denn der Therapist hat selbst Probleme. Seine Ehefrau Kate (Michelle Forbes) hat sich immer mehr von ihm entfremdet. Ausserdem weiss er nicht, wie er mit den Gefühlen seiner Patientin Laura umgehen soll. Daher sucht Paul Rat bei einer Kollegin im Ruhestand. Freitags begibt sich der mehr und mehr verunsicherte Paul selbst in Therapie bei Gina (Dianne Wiest), einer alten Bekannten, deren schwierige Vergangenheit mit Paul die Sache nicht unbedingt einfacher macht.
Die "In Treatment"-Box besteht aus insgesamt 9 DVDs. Die ersten 8 Silberlinge beinhalten jeweils 5 Episoden. Sie stehen stellvertretend für 8 Wochen mit jeweils 5 Behandlungsterminen. Die 9. DVD, also die letzte Woche, hat dann nur noch 3 Termine (=Episoden) zu bieten. Das ergibt eine Episodenanzahl von 43. Jede Folge läuft zwischen 20 u. 27 Minuten.
Als Sprachen sind Englisch und Spanisch anwählbar. Untertitel gibt es zusätzlich noch in Französisch.
Bonusmaterial gibt es eigentlich überhaupt nicht. Einziges Zugeständnis ist eine jeweils anwählbare kurze Rückschau auf die vorangegangene Woche.
Bild und Ton sind für eine Dramaserie soweit in Ordnung.
Fazit: Wer auf anspruchsvolle und tiefschürfende Dramakost steht, sollte sich "In Treatment" unbedingt zulegen. Bisher habe ich keine Serie erlebt, die der menschlichen Psyche dermassen tief auf den Grund geht. Die dargestellten Therapiesitzungen wirken schlichtweg unheimlich realistisch. Das liegt zum einen an den durchdachten Drehbüchern und andererseits natürlich auch an den wirklich erstklassigen Darstellerinnen und Darstellern, allen voran Gabriel Byrne. Vergleichen lässt sich "In Treatment" lediglich noch mit den Therapiesitzungen eines Tony Soprano und seiner Psychiaterin Dr. Melfi in der Serie "Die Sopranos". Wer sich vorstellen kann, solch intimen Dialogen über eine ganze Episodendauer hinweg zuhören zu können, darf bedenkenlos zugreifen. Aber Achtung! Diese Serie ist äusserst dialoglastig. Es wird von Anfang bis Ende jeder einzelnen Folge geredet und analysiert. Ansonten passiert wirklich nicht viel. Die Handlung spielt grösstenteils in Paul's Praxis. Zum "Zwischendurchgucken" kann ich diese Serie eher weniger empfehlen, denn die Wortwechsel zwischen Therapeut und Patient erfordern schon die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuschauers. Ansonsten gehen einem die ganzen versteckten kleinen Nuancen der einzelnen Gespräche verloren und das wäre schade.