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In This Light and on This Evening

Editors Audio CD
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (67 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Es gibt Menschen, die haben einen Masterplan für ihr ganzes Leben vor Augen. Bestimmt Ziele, die sie zu bestimmten Zeiten erreichen wollen. Nicht so die vier Mitglieder der britischen Band Editors. „Wir lassen uns eher unterbewusst durch das Leben treiben“, so Smith. „Wir sind nicht der Typ Menschen, die das Leben bis zum Ende planen.“

So hätten sie vor sechs Jahren, als sie nach ihrem Studium in Stafford nach Birmingham zogen um es als Band zu probieren, wohl kaum damit gerechnet, wie weit sie in so kurzer Zeit kommen würden: Nur ein Jahr später hatten sie einen Plattenvertrag in der Tasche, ihre erste Single „Bullets” war nach zwei Tagen ausverkauft und ihr Debütalbum „The Back Room“ wurde für den begehrten Mercury Prize nominiert. Und all denjenigen, die die Editors damals als bloße Interpol-Kopie abtaten, zeigte die Band es mit ihrem zweiten Album „An End Has A Start“ (2007), das in England direkt auf Platz eins der Charts ging und es auch in Deutschland auf Platz 24 schaffte. So etwas kann man nicht planen.

Genauso wenig, wie die Editors ihren Weg bis hierher geplant haben, haben sie auch ihr neues und drittes Album „In This Light And On This Evening“ geplant. „Wir haben uns nicht hingesetzt und darüber diskutiert ein elektronischeres Album zu machen“, so Smith. „Aber wir wussten instinktiv, dass es an der Zeit war, neue Dinge auszuprobieren, neue Wege zu finden um Songs zu schreiben.“

Im Sommer 2008 begannen die vier mit der Arbeit an neuen Stücken. Ideen wurden per Email ausgetauscht. Eine große Veränderung war es, dass Urbanowicz dieses Mal nicht wie sonst die Gitarre nahm um Songs zu komponieren, sondern zum Keyboard oder Synthesizer griff. Folglich klingt „In This Light And On This Evening“ tatsächlich deutlich elektronischer.

Dazu haben die vier sich von Bands wie Depeche Mode, Renegade Soundwave, David Bowie, Talking Heads, The Groove, LCD Soundsystem aber auch den Titelmelodien von „Terminator“ und „Blade Runner“ inspirieren lassen. „Diese Filme haben einen sehr industriellen Sound, da ist nichts Schönes und keine Hoffnung, sondern alles klingt sehr böse“, erklärt Urbanowicz.

Produzent Flood, der schon mit Depeche Mode, Nine Inch Nails und U2 arbeitete, half den Editors dabei diesen Sound umzusetzen. Und tatsächlich haben Songs wie „The Big Exit“, „Eat Raw Meat = Blood Drool“ oder der Titelsong „In This Light And On This Evening“ einen sehr industriellen, düsteren Sound. Selbst die tanzbare erste Single „Papillon“ ist voll kühler, futuristischer Elektronik

Textlich fasst Smith das Album wie folgt zusammen: „Es ist ein Album, das von dem Fehlen Gottes singt, von zerbrochener Liebe, ein Album, auf dem die dreckige Stadt so nah ist, dass du sie riechen und schmecken kannst, ein Album trunkener Gewalt, ein Album, das all das Vertrauen in die Leute, die unsere Welt regieren, verloren hat.“

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Die Charts waren erobert, die großen Hallen gefüllt und das Fanpotential weitgehend ausgeschöpft. Die Editors hätten trotzdem ein drittes Album im gewohnten Stil aufnehmen können, um noch eine Weile auf der Erfolgswelle zu schwimmen. Sie hätten sich wieder anhören müssen, dass doch nur eine wässerige und melodischere Version der Post-Punk-Ikone Joy Division für die Massen sind. Das Quartett aus Birmingham entschied sich anders und dafür, mit In This Light And On This Evening ein neues Kapitel aufzuschlagen. Der Bruch mit den beiden Vorgängern The Back Room sowie An End Has A Start ist signifikant, denn die Briten stimmten ihre Gitarren neu und holten sich viel elektronische Equipment ins Studio. Laut Sänger Tom Smith wurde dieser musikalische Schritt, ungefähr vergleichbar mit dem Übergang von Joy Division zu New Order, im Vorfeld der Aufnahmen nicht bewusst getroffen. Wohl aber waren sich die Editors einig, dass sie neue Wege gehen wollten, Dinge ausprobieren, andere Instrumente spielen. Es gehört zur Karriere einer Band, etwas zu riskieren und beim Betreten von ungewohntem Terrain alte Fans zu verschrecken, vielleicht zu verlieren, neue zu gewinnen, zumindest aber Meinungen zu spalten. „Gut so“, meint Sänger Tom Smith. Die Editors machen sich also nicht zu Erfüllungsgehilfen von Erwartungen, bleiben aber immerhin in den 80ern verwurzelt. Ein wenig unterkühlter kommt In This Light And On This Evening daher, es braucht etwas, bis man warm mit den Songs wird. Der Einstieg aber ist den Editors mit dem Titeltrack brillant gelungen. Ein Synthie-Thema, das ein wenig an Terminator oder Bladerunner erinnert, steigert sich und endet mit einem paranoiden Lärmgewitter. „Bricks And Mortar“ dagegen offenbart nicht nur textliche Schwächen, wenn schon Synthie-Pop, dann bitte zu raumgreifend, dramatisch und bombastisch wie die Singleauskopplung Papillion. Sehr eigenwillig präsentieren sich die Editors in „Eat Raw Meat = Blood Drool“ und mit dem verschleppten „Walk The Fleet Raod“ gelingt ihnen ein schönes Finale. Wie immer stopfen sie ein Album nicht bis zum Anschlag voll, und so blieben einige Stücke der Aufnahmesession mit dem Produzenten Flood U2, Placebo, Depeche Mode) übrig. Die, die sich nicht harmonisch in In This Light And On This Evening einfügen ließen, finden sich auf einer Bonus-CD der limitierten Auflage. Und die ist unbedingt zu empfehlen, denn unter ihnen befinden sich ein paar echte Perlen wie das melancholische „I Want A Forest“, das immer wieder von verstörenden Geräuschen unterbrochen wird, die auf „A Life As A Ghost“ noch zunehmen. Erst alle Stücke zusammen vervollständigen das neue Soundbild der Editors. - Sven Niechziol

motor.de

Wie das dritte Album der Editors klingt, kann sich ja jeder denken: poppig, glatt poliert, Indie-Mainstream eben - Ha! Pusteblume!

Wie schön, dass die Editors zu den ganz wenigen Bands (vor allem der britischen Musikszene) zählen, die auf stupide Erfolgsmuster-Kopiererei keinen Bock und stattdessen den Mut haben, neue Wege zu gehen - auch wenn die drei Briten damit nach dem bahnbrechenden Erfolg von "An End Has A Start" sicher einige ihrer "Fans" verschrecken dürften.

Fakt ist: Die unbeschwerte Leichtigkeit des Vorgängers hat "In This Light And On This Evening" zugunsten von latenter Schwere abgelegt. Und genau damit nähern sich Sänger-Beau Tom Smith und seine Mannen wieder der fundamentalen Düsternis jener Band an, mit der sie zu ihrem eigenen Leidwesen doch so oft verglichen werden - Joy Division. Dunkelheit durchzieht alle neun Songs ihres ungewöhnlichen neuen Albums, das dabei aber dennoch enorme stilistische Bandbreite offenbart: Es finden sich tanzbare Oldschool-Dark-Wave-Stampfer wie die großartige erste Single "Papillon", minimalistische Electro-Sprechgesänge wie der titelgebende Opener, morbide Synthie-Balladen wie "The Big Exit" oder genial-verquere Nummern à la "Eat Raw Meat = Blood Drool".

Zusammen mit ihrem neuen Produzenten Flood sind die Editors der Maxime gefolgt, statt kanten- und seelenloser Electro-Plastik-Pop-Langeweile etwas Raues, Rohes und Unvorhersehbares zu kreieren, das sämtliche Erwartungshaltungen unterwandert. Das wird vielleicht nicht jeder Die-Hard-Fan von "An End Has A Start" sofort verstehen, doch nach ein paar Durchläufen sollte es umso nachhaltiger "klick!" machen. Ein ungewöhnlicher, faszinierender Drittling, der definitiv etwas Zeit braucht.
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