Ich kann meinen Vorrednern nur Recht geben. Auch ich habe die Doku schon 5 mal gesehen.
Allen Apollo-Fans kann diese DVD nur ans Herz gelegt werden.
Besonders diejenigen, die schon sehr viele Details kennen und Interviews der Astronauten seit jahren verfolgen, kommen auf ihre Kosten!
Apollo - die Reise zum Mond. Allen, die sich eingehender mit diesem Projekt beschäftigt haben wissen, was dies bedeutet:
Männer, die vor Selbstvertrauen und notwendigen Skills strotzten
setzten sich in kleine Kisten um eine Reise ins Ungewisse, unglaublich weit weg von Zuhause zu begehen. Sie reisten zu einem Ort, an dem man so sehr auf sich selber gestellt ist, wie nirgends anders. An dem ein Glied in der Kette brechen kann und der Weg zurück versperrt ist.
Wo der Tod nur einen Inch entfernt ist und der Partner, wenn man landet, das einzige Lebewesen ist, das das Auge weit und breit sieht - in dieser weiten, schönsten Wüste die man sich vorstellen kann und die so unberührt ist. An einem aber zugleich erschreckenden Ort.
In dieser Dokumentation erzählen uns die Astronauten, wie sie diese Reise erlebten und wie sie diese veränderte.
Gene Cernan glänzt wie immer wenn er versucht, uns Erdlingen an seiner unglaublichen Erfahrung teilhaben zu lassen. Ein Mann, den ich ganz besonders bewundere. Hält man sich vor Augen, welchen Mut es bedarf, überhaupt aus dem Mondorbit und der halbwegs sicheren Rückkehr zur so weit entfernten Erde den Abstieg zur Mondoberfläche (jedes mal war es ein Himmelfahrtskommando im Himmelfahrtskommando) zu wagen, kann sich vorstellen, wie mutig und selbstbewusst dieser Mann sein muss, der um ein Haar schon von Apollo 10 nicht zurückgekehrt wäre.
Liebenswürdig wie immer ist Charlie Duke. Erschreckend ist es, wie alt
John Young geworden ist.
Interessant waren für mich vor allem die Interviews mit Michael Collins, Jack Schmitt und Ed Michel.
Collins hat eine sehr fesselnde Art.
Und wenn man Jack Schmitt über den "Right stuff" sprechen hört, kann man sich kaum vorstellen, dass er als erster Wissenschaftsastronaut damals nicht von allen Astronauten als "echter Astronaut" angesehen wurde.
Und zu Ed Michel: Es ist unvorstellbar, dass dieser nachdenkliche und stets spirituell veranlagte Mann den Flug zum Mond mit einem der schwierigsten Charaktere des Astronautencorps (Al Shepard) ausgehalten hat.
Und bei Buzz Aldrin hat man wie immer den Eindruck, dass er seinen Frust, "nur" der zweite Mann auf dem Mond gewesen zu sein, nie überwunden hat und sich sogar heute noch selber einen vormacht.
Ein Genuss ist es, die Astronauten über den Start der Saturn V sprechen zu hören.
Newbies auf dem Gebiet werden bemängeln, dass Neil Armstrong fehlt.
Man muss sagen, dass Neil Armstrong der wohl scheueste aller Astronauten war. Er gibt eigentlich nie Interviews und lebt sehr zurückgezogen.
Und wenn man sich die Last vorstellen kann, dass man mit jedem Atemzug, den man bis zu seinem Tod tut, an die Rolle, der erste Mensch
auf dem Mond gewesen zu sein, erinnert wird, möchte man fast sagen: Last ihn doch einfach in Ruhe!
Jetzt bin ich so ins schwelgen gekommen, habe aber noch ein paar wichtige Dinge vergessen:
Die Doku ist hervorragend umgesetzt, Schnitt und Musik passen so gut, dass es kaum zu übertreffen sein wird.
Ich wage zu behaupten, dass dieses Werk das letzte seines Kalibers über die (alternden) Apollo-Astronauten gewesen sein wird.
Wir "Space Buffs" können dankbar sein, dass es noch rechtzeitig auf Film gebannt wurde.
Kaufen, kaufen, kaufen!