Ich kann mich noch gut an mein Lieblingsalbum aus dem Jahr 2000 (?) erinnnern. Da tauchte auf einmal aus dem Nichts ein Studioprojekt namens Amphotic auf und legte mit "Von Menschen und Monden" auf Anhieb das Ambient-Album des Jahres vor. Danach - nichts mehr. In der Versenkung verschwunden.
Doch Totgesagte leben offenbar wirklich länger. Der musikalische Kopf des Projektes, Ismail Uysal, hat einen neuen Partner gefunden. Die beiden legen nun ihr erstes gemeinsames Album vor, welches - ich will mal vorsichtig sein - das Amphotic-Debüt in den Schatten stellt. Oceantime, das sind Ismail Uysal und Uwe Sunkel. Die beiden haben in 17 Songs (!) eine atmosphärisch dichte und einfach wunderschön anzuhörende musikalische Reise beschrieben. Schon die Aufmachung des Digipaks ist eigentlich einen Kauf wert. Super Fotos und Poesie pur. Und die Musik gehört in einem Atemzug mit Schiller, Jean Michel Jarre oder Air genannt. Toll!
Das Album ist durchgängig instrumental gehalten - bis auf ganz wenige, sparsam dosierte Vocal-Häppchen. Die Songs spannen einen Bogen zwischen Chill-Out, Ambient und Elektronischer Weltmusik. Das ist neu, das gefällt, das lädt ein, die CD im Player zu lassen. Bei mir läuft das Album jedenfalls rauf und runter.
Da Oceantime noch ein Geheimtip sind, empfehle ich das Reinhören jedem, der sich nicht mit Allerwelts-Gedudel zufriedengeben möchte.