Manhattan: Der Psychiater Dr. Sam Rice (Roy Scheider) ist nach 8 Ehejahren frisch geschieden und nach Meinung seiner Mom Grace (Jessica Tandy), die ebenfalls als Psychiaterin praktiziert, emotional immer noch sehr angeschlagen.
Ausserdem beschäftigt ihn der Mord an seinem Patienten George Bynum (Josef Sommer), einem Mitarbeiter des Auktionshauses Crispin.
In seinen Sitzungen wurde offenbar, dass Bynum mit mehreren seiner Kolleginen sexuelle Affären unterhielt.
Seine neue Flamme, die rätselhafte, introvertierte Brooke Reynolds (Meryl Streep) ist vielfach Hauptfigur in den therapeutischen Sitzungen.
So hat sicg auch Sam Rice ein "Bild" von der Unbekannten gemacht, da taucht sie eines Abends in der Praxis auf mit einer Uhr von Bynum, die Brooke der Witwe diskret zukommen lassen möchte.
Dazu hat sie Rice auserkoren, der diese Bitte dann auch erfüllt. Der Detective der NYPD Vitucci (Joe Grisfasi) besucht ihn ebenfalls, er rät dem Psychiater alles preiszugeben, was er weiß. Denn der Mörder könnte Rice mit seinem Wissen über den Toten als eine große Gefahr ansehen.
Rice pocht aufs Berufsgeheimnis, stattdessen lernt er die geheimnisvolle blonde Brooke näher kennen und verliebt sich auch in sie.
Inzwische rätselt die Polizei, mit welchen Frauen Bynum eine Affäre hatte. Kommen neben Brooke die Kolleginnen Gail Peters (Sara Botsford) oder die junge Heather (Frederikke Borge) auch in Frage ?
Robert Bentons "In der Stille der Nacht" enstand 1982 und erweist sich als äusserst gelungene und stilvolle Hommage an Hitchcocks Thriller.
Einige Szenen in den recht stillen und etwas langsamen Thrillers brennen sich bleibend im Gedächtnis ein: Das kleine Mädchen und der blutende Teddy aus Sommers Alptraum, Roy Scheider allein am Abend in der bedrohlich wirkenden Kellerwaschküche, die nächtliche Verfolgung durch einen dunklen, gefahrvollen Central Park, der Mann mit dem Messer, die Killerin, die man nur undeutlich wahrnimmt und langsam die Treppe in diese Unterführung im Central Park herunter läuft, ein Schrei.
Toll sind auch die Figuren gezeichnet, Roy Scheider als etwas steifer, aber auch kantiger Psychiater, seine flotte Mom (Jessica Tandy spielte ja auch mal eine Mom bei Hitchcock: die unvergessliche Lydia Brenner in "The Birds"), aber auch Meryl Streep, die ihre Rolle passenderweise sehr ambivalent und widersprüchlich darstellt.
All das und dazu eine spröde, aber geile Kameraarbeit von Nestor Almendros (In der Glut des Südens" macht den Film zu einem runden Suspence-Vergnügen.