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Schauplatz ist hier nun die ISS (International Space Station). Tagtäglich werden dort Experimente zum Wissen und Wohle der Menschheit durchgeführt. Das eines dieser Experimente fatale Auswirkungen hat, ahnt zunächst niemand.
Für Emma Watson ist es der erste Besuch auf der ISS. Die Astronautin löst wegen eines familiären Zwischenfalls einen Kollegen auf der Raumstation ab. Es ist für Sie nicht nur die Chance ihres Lebens, sondern auch eine Gelegenheit, Abstand zu Ihrer bevorstehenden Scheidung zu gewinnen.
Alles scheint reibungslos zu verlaufen, bis einer der Astronauten ernsthaft erkrank und wenig später stirbt. Das Rettungsshuttle, geschickt von der NASA, wird nun zum Leichentransporter, während die Bodenkontrolle und Emmas Mann Jack nach den Ursachen des mysteriösen Todes suchen.
Die Geschichte ist spannend erzählt und fesselt vor allem zur Hälfte des Buches. Gerritsen überzeugt durch kompetentes Wissen der NASA sowie der Raumstation und durch einen flüssigen Schreibstil. Insgesamt ist der Roman schnell gelesen und durchaus glaubhaft. Die Liebesgeschichte ist anrührend, ohne jedoch sentimental zu wirken. Recht anschaulich sind auch die Sterbeszenen der infizierten Personen. Denn der Virus tötet auf grausamste Art und Weise. Für zarte Gemüter nicht geeignet! Positiv ist auch der Anhang, eine verständliche Darstellung der in der Handlung behandelten NASA-typischen Abkürzungen.
Einige Kritikpunkte gibt es trotzdem. Ab der Hälfte des Buches wird Gerritsen etwas zu sehr patriotisch. So bekommt es der Leser mit einem standardtypisch-sentimentalen Präsident zu tun, mit Machtkämpfen einzelner Regierungsbehörden und dem allgegenwärtig, unterschwelligem USA-Hurra-Gefühl.
Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass Gerritsen die Nicht-Amerikaner zuerst über die Klinge springen lässt. Die Phase schwächt aber zum Glück zu Ende wieder ab.
Der Leser hat mit "In der Schwebe" eine spannende Lektüre vor sich, bei der man sich insgeheim doch fragt: "ist das Szenario wirklich so abwegig?"
Die Geschichte, obgleich Fiktion, führt vor Augen, wie hilflos der Mensch trotz aller Forschung und Entwicklung den Kleinstlebewesen mit ihrer genialen und schnellen Anpassungsfähigkeit ausgeliefert ist.
Wer von Büchern von Richard Preston, Patrick Lynch und John Marr begeistert ist, dem wird "In der Schwebe" gefallen.
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