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In Schrebers Garten: Roman [Taschenbuch]

Klaas Huizing
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch --  

Kurzbeschreibung

8. Dezember 2009
Über einen berühmten Fall der Psychoanalyse

Der Vater Moritz Schreber, Orthopäde und Erfinder des Schrebergartens, regiert seine Familie mit eiserner Hand. Die Kinder werden zwangsweise körperlich ertüchtigt und mechanisch gerade gehalten. Der sensible Paul versucht mit aller Kraft, sich dem Diktat des Vaters zu entziehen. Nach dessen Tod verweigert er das ärztliche Erbe, wird erfolgreicher Jurist und heiratet eine Frau, die von seiner Mutter abgelehnt wird. Aber dann gibt es noch die Innenwelt des Paul Schreber, bevölkert von Alben der Vergangenheit, von Angst und sexuellen Obsessionen. Als der Spagat zwischen außen und innen nicht mehr gelingt, wird Paul verrückt. Er wird zum berühmten Fall für den Psychiater.


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (8. Dezember 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442740118
  • ISBN-13: 978-3442740116
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 346.742 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Bei Klaas Huizing wird der Leser nie unter seinem Niveau unterhalten, höchstens darüber.“ (Neue Zürcher Zeitung )

"In Klaas Huizings geglückter Apologie erscheint der unglückliche Senatspräsident Daniel Paul Schreber als zu erlösender Erlöser." (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

„Wie Klaas Huizing diesen starken Stoff mit dezenter Fiktion unterfüttert, hat einige Klasse und ist unbedingt lesenswert." (Die Welt )

Klappentext

"Klaas Huizing ist einer der begabtesten deutschen Erzähler unserer Zeit."
tz

"Klaas Huizing verknüpft brillant die Welt der Sprache mit der Welt des Geistes."
Rheinischer Merkur

"Klaas Huizing erzählt in einem ironisch-parlandohaften Ton."
spiegel online -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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Kundenrezensionen

4.3 von 5 Sternen
4.3 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genie oder Wahnsinn 10. April 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Gleich vorneweg: Genießen Sie die ersten 120 Seiten. Was man da liest, ist ein Kleinod der Literatur. Das Leben eines Außenseiters unter der harten Hand des Vaters und einer Mutter, die schweigt und dennoch die Seele des Hauses ist. Mit viel Nähe, die nie zum Kitsch wird, entfaltet Klaas Huizing das Panorama des Bildungsbürgertums. Klar, einschneidend und mit gewohnter stilistischer Brillanz.
Dann folgt der Bruch und Huizing muss sich der schriftstellerischen Aufgabe stellen, wie man den Wahnsinn beschreibt. Er tut dies, indem er die Psychiater des Kranken analysiert. Ihr Sicht und ihre Schuld, die sie aufladen, um dem kranken Juristen, dessen Frau unter Fehlgeburten leidet, in die Welt zurückzuholen. Es zeugt von handwerklichem Geschick diese Perspektive zu wählen und nicht in ein unzusammenhängendes Assoziationsgefüge zu verfallen.
Es ist ein Buch, das uns diese Zeit, die für unsere Kulturgeschichte so wichtig ist, ein Stück näher bringt. Und es hat einen Sog, also planen Sie keine anderen Aktivitäten, wenn Sie es in die Hand nehmen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Der Buch-Vorleser TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
In vielen Romanen hat sich der Würzburger Autor Klaas Huizing bereits deutscher und europäischer Personen und Themen angenommen. Zuletzt war es Jette Herz, davor widmete er seine immer eindringlichen und mit viel Zeitkolorit versehenen Romane Kierkegaard (Der letzte Dandy"), einem bibliomanischen Buchverschlinger (Der Buchtrinker"), den deutschen 70er und 80er Jahren (Das Buch Ruth") oder Erkenntnissen, die einem beim dienstlichen Reisen durch die Lande kommen können (Auf Dienstreise"). Dieses Mal ist es nun der vor knapp 100 Jahren gestorbene Paul Schreber, aufgewachsen in durchaus behüteten Verhältnissen mit einer an Stärke und Umsicht gewinnenden Mutter und einem übermächtig erscheinenden Vater, der später bar jeder Hoffnung dem Siechtum verfällt. Die familiäre Last des Sohnes wiegt schwer, war doch der Vater in seinen besseren Tagen als Arzt ein Begründer der Krankengymnastik, der mit der Erholung seiner Patienten im Freien auch die private Nutzung kleiner Gärten auf den Weg brachte. Heute haben viele ihren kleinen Schrebergarten, der für Entspannung und Erholung, Freude, Sport und Spiel beste Bedingungen liefert. Paul gelingt es nie, aus dem Schatten dieses übermächtigen Vaters zu treten. Selbst Jurist geworden begibt er sich in die Welt um dann doch wieder ins heimatliche Sachsen zurückzukehren, wo er den älteren Bruder, der wie der Vater Arzt wurde, zwei Schwestern und die Mutter wieder trifft. In Schrebers Garten", erschienen im Knaus Verlag München, ist wieder ein Kleinod deutscher Literatur und es gelingt Klaas Huizing ganz vorzüglich, hinter die Türen der Familie Schreber zu gelangen und mit stiller Gelassenheit greift er zum Skalpell, um deren Seelen zu sezieren.... Lesen Sie weiter... ›
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der sehr zwanghafte, verrückte und penetrante Daniel Gottlob Moritz Schreber, 1808 -1861, erfand den Schrebergarten, und, berühmt berüchtigt, den Geradehalter für seine Kinder! Dieser sollte, als Patent geschützt, seinen Weg um die Welt antreten,--- die deutsche Welt vorzugsweise.
Moritz Schreber war Orthopäde und Klinikdirektor und traktierte mit seinen Erfindungen nicht nur seine fünf Kinder, sondern auch seine Patienten. Der Glaube an ihn und seine Erfindungen zur Heilung diverser Krankheiten war lange Zeit ungebrochen. Neben der Heilgymnastik und der in seiner Epoche aufkommende Begriff der Volksgesundheit hegte er auch den Begriff der gesunden Triebabfuhr, weshalb er mit mechanischen Geräten zur Verhinderung der Masturbation experimentierte.
Nicht zu trennen sind seine martialischen Maßnahmen von einer ihm eigenen disziplinierenden und drangsalierenden Charakterstruktur, die wie bei vielen Bürgern aus der preußischen Geschichte herrührte. Bei allen gepriesenen Vorzügen des Preußentums konnte man doch auch das zackige, subalterne und obrigkeitshörige Völkchen hier treffen, das empfänglich für jede Art von Disziplinierungsmaßnahmen war.
Von allen fünf Kindern Moritz Schrebers war Paul der aufsässige und wenig folgsame. Er bekam seinen Ungehorsam sattsam zu spüren: des Vaters Strafmaßnahmen kannten in ihrer sadistischen Härte kein pardon. Von diesem Sohn Daniel Paul Schreber, 1842 -1911, handelt der biographische Roman, in dem Huizing seiner Familien - und Krankengeschichte nachgegangen ist.
Nach der o. beschriebenen Kindheit und Jugend galten Pauls anfängliche Neigungen der Medizin.
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4.0 von 5 Sternen Mehr beeindruckend als berührend 4. Januar 2013
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Die fein erzählte Geschichte der schleichenden "Verrückt-Werdung" von Paul Schreber hat mich beeindruckt. Sie hätte mich auch packen können: Wenn mir - wie vermutlich den wenigsten Leser/innen - die historisch dokumentierte, medizinische Fallstudie vergleichend präsent gewesen wäre. Oder einfach, wenn die literarische Gestaltung etwas weniger "erarbeitet" und noch ein Stück tiefgreifender empfunden wäre.
So aber bleibt eine Geschichte, die technisch raffiniert und routiniert erzählt. Nicht mehr und nicht weniger. Jede (Neben)Figur eines Thomas Mann eröffnet mir aber mehr über das Wesen des Menschlichen als die knapp 300seitige Psycho-Monografie über Paul Schreiber.
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