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In der Schlange: Mein Jahr auf Hartz IV
 
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In der Schlange: Mein Jahr auf Hartz IV [Taschenbuch]

Thomas Mahler
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

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  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (16. Juli 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442474981
  • ISBN-13: 978-3442474981
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.910.556 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Aufrichtig erzählt Thomas Mahler von sinnfreien Bewerbungstrainings, freundlichen Sachbearbeitern, langen Schlangen und dem leisen Irrsinn hinter bürokratischen Kulissen

In Zeiten sinkender Geburtenraten und drohenden Fachkräftemangels müsste doch auch ein junger Philosph wie Thomas Mahler einen Job finden. Doch das wahre Leben ist anders. Das wahre Leben heißt Hartz IV. Nach dem Studium muss sich der frisch gebackene Akademiker arbeitslos melden: Der Beginn eines unfreiwilligen Selbstversuches.

Über den Autor

Thomas Mahler, geboren 1979 bei Bonn, studierte Philosophie und Literatur in Kiel und Berlin. 2009 gewann er den Literaturpreis Prenzlauer Berg und las außerdem beim Open Mike. Er lebt in Berlin.


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Kundenrezensionen

3.4 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Habe dieses Buch gekauft, weil ich das Cover cool fand und um das Thema grad so ein Wind ist. Hatte literarisch nicht viel erwartet, wurde dann aber echt überrascht. Das ist nicht nur ein Erfahrungsbericht über den Irrsinn Hartz IV, sondern vor allem ein supergut geschriebener Text, der mich vom Niveau her an richtig große Schriftsteller erinnert hat. In der Schlange ist urkomisch, berührend, irgendwie sehr klug und kein Stück anbiedernd. Man bekommt hier beides: Erste Hand Info, was Hartz IV wirklich bedeutet, und das es jeden treffen kann. Und, vielleicht noch wichtiger: ein sehr gutes, unterhaltsames, bewegendes Buch mit Szenen, Menschen und Situationen, an die ich mich lange erinnern werde. Kann ich absolut empfehlen!
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lebendiger Erfahrungsbericht 18. Februar 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Sein Fahrrad hat er vorsorglich dreihundert Meter entfernt vom Eingang des Arbeitsamtes abgestellt. Nicht, dass noch jemand am Fahrrad erkennt, dass er, Thomas Mahler, sich gerade Arbeitslos, sprich als ALG II Empfänger bei der Arbeitsagentur meldet. Früh um 8, wie er es sich eigentlich vorgenommen hatte, hat er auch nicht geschafft. Zu verlockend war es, noch ein wenig länger im Bett zu bleiben, verständlich, nach all den Anstrengungen des Studiums und der absolvierten Prüfungen und der gerade vollzogenen Kündigung aufgrund von Liebesdingen.

Doch eine Arbeitstelle war nun noch nicht in Sicht. Ein Zustand von gedachter begrenzter Dauer. Was Thomas Mahler an jenem Morgen im Arbeitsamt in der langen Schlange gegen 11 Uhr vormittags noch nicht ahnen konnte ist, dass aus den gedachten paar Tagen oder einigen Wochen ein ganzes Jahr werden sollte.

Für den Leser allerdings ein Glück., vorweg bemerkt. Denn in abwechslungsreicher, fließender und kluger Sprache, ohne zu abstrahieren und mit einer gehörigen Portion geerdeten Humors kann nun der Weg dieses Jahres in Hartz IV, den Thomas Mahler absolviert hat, mit Gewinn nachvollzogen werden.
Ein Jahr mit vielfachen Erlebnissen, inneren wie äußeren Höhen und Tiefen und einigen fast abstrusen Einsichten in das System der Verwaltung der Arbeitslosigkeit in Deutschland.

Trocken und auf den Punkt wird so unterhaltsam und zugleich lehrreich deutlich, wie sinnentleert vielfach als hilfreich gedachte "Maßnahmen" sind, ebenso nachdenkenswert zu diesem Thema setzt Thomas Mahler die Betrachtung einer ganzen Industrie in den Raum, die mittlerweile von der Versorgung und den Angeboten an Arbeitslose lebt und die damit natürlich ein hohes Interesse daran hat, dass allzeit genügend Arbeitslose vorhanden sind. Ein Paradoxum, denn eigentlich sollen die Maßnahmen jener Anbieter ja dazu dienen, die Arbeitslosigkeit der Betroffenen möglichst zu beenden.

Aber auch die eigenen, inneren Entwicklungen vermag Mahler präzise und zugleich unterhaltsam wie mitnehmend zu schildern. Dass es nicht einfach ist, ohne Arbeit als "Hartzer" sein Selbstwertgefühl zu finden, vor weniger, es aufrecht zu erhalten. Dass Neid und Gier auch in ihm sich mit der Zeit breit machten im Blick auf die, die sich alles einfach so leisten können und man selbst bleibt ausgeschlossen von all diesen wunderbar glitzernden Dingen der Warenwelt. Aber auch die neue Bescheidenheit und die Folge eines 10 Euro Scheins, den die Mutter ab und an schickt und der umgehend eine Verdopplung der Lebensqualität mit sich bringt. Für einen oder zwei Tage.
Demgegenüber dann sein Erstaunen über die tiefe Sinnentleertheit und gar Inhaltslosigkeit einer Unternehmensberatungsaufgabe, die dennoch dem Berater ein sattes Stundenhonorar in die Kasse spülen wird. Da Mann an dieser konkrete Aufgabe mit gearbeitet hat, ist er sehr wohl in der Lage, die völlige Abwesenheit von Sinn und Gehalt im entsprechend teuer bezahlten Statement zu bewerten.

Ein lebendiger, faszinierender und, vor allem, erhellender Blick auf die Hartz IV Realität, der vor allem nicht in bedeutungsschwangerer Agonie oder Depression oder politisch geschliffenen Statements stecken bleibt, sondern ein lehrreiches, unterhaltsames und höchst lebendiges Bild der "anderen Seite" in den Raum setzt. Zudem einfach gut geschrieben.
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Enttäuschend.... 4. Mai 2011
Von Hoessi666
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe mir das Buch als Selbst-Betroffener zu Ostern nachträglich schenken lassen und bin letztlich froh, es mir nicht selber gekauft zu haben...

Zwar reflektiert der Autor sehr viel über sein eigenes Seelenleben im Verlauf des H4-Jahres, geht dabei aber meiner Meinung nicht zu sehr in die Tiefe, sprich: Er geht nur selten dahin, wo es wirklich weh tut!
Ein Thema wie z.B. die bei vielen H4-Empfängern bekannte "Briefkastenangst" wird nur einmal kurz in einem Nebensatz erwähnt: Dabei handelt es sich um eine Reaktion bei Betroffenen, die bei Vorfinden von Post der ARGE/JobCenters sofort eine Art Panikschub einsetzen läßt (Übelkeit, Herzrasen etc) - Alleine der Anblick solcher Post wohlgemerkt, ohne auch nur über den Inhalt Bescheid zu wissen!
Man wird das Gefühl nicht los, dass der Autor aus einer eher distanzierten Sicht, ja manchmal fast unbeteiligt, die Zeilen zu Papier gebracht hat...Vielleicht liegt das an der philosophischen Schule, die er durchlaufen hat, vielleicht an der relativ kurzen H4-Zeit? Eine große Nähe zum Leser baut er so selten auf...
Manchmal befördert er gar Hartz4-Klischees wie z.B. das späte Aufstehen, obwohl er sich ja schon zu Beginn, bei Beschreibung der Schlange, ja eigentlich von eben jenem typischen H4-Empfänger-Bildern distanzieren will...
Mag sein, dass er manche dieser Klischees an sich selbst festgestellt hat, aber dem Leser bleibt bei solchen Passagen eher ein "Allgemeingültigkeits"-Eindruck zurück. Die Ehrlichkeit in Ehren, aber Gegenbeispiele, dass es eben nicht auf jeden zutrifft hätte man ja vielleicht bei den anderen Leidensgenossen gefunden und erwähnen können.

Für "H4-erfahrene" Leser gibt es zwar im Verlauf des Buches einige "Aha"-Erlebnisse, wie die regelmäßige vorzeitige Ebbe im Portemonaie oder die Teilnahme an monotonen Sinnlosen Trainingsmaßnhamen, aber für Nicht-H4ler sind selbst diese Passagen, für mein dafürhalten, wenig erhellend! Denn auch wenn der Autor den Un-, ja Wahnsinn, der Abläufe dieses Maßnahmen-Terrors für die Teilnehmer schön ausführt, dürften Nicht-Betroffene zwar den Kopf über die Geldverschwendung schütteln, aber welche psychischen Konsequenzen die Erniedrigung in solch einer Maßnahme mit sich bringt wird nicht erfahrbar.
Auch warum diese Maßnahmen letzten Endes dann doch seit Jahren immer weiter durch den Staat durchgeführt werden, bleibt seltsam oberflächlich behandelt! Es wird zwar kurz erwähnt, dass z.B. Maßnahmen-Teilnehmer aus der offiziellen Arbeitslosen-Statistik fallen, aber mehr auch nicht. Dass diese Monotonie und Unsinnigkeit, dieses Vorführen der eigenen Nutz- und Wertlosigkeit in den Maßnahmen dazu dient Menschen gefügig zu machen, indem man sie dazu bringt jeden auch noch so schlechten Job anzunehmen nur um dem H4-Wahnsinn zu entfliehen, bleibt vollkommen unerwähnt. Ebenso wird die gutgeschmierte Arbeitslosen-Industrie mit ihrer Vielzahl an sinnlosen Bewerbungstrainings, Arbeitsmaßnahmen und gar Weiterbildungen (die in der Realität nicht anerkannt werden oder bestenfalls als "2. Wahl" gelten) nur angedeutet (z.B. in dem Betreiber des 1-Euro-Jobs, der letztlich nur an an den Fördermitteln der öffentlichen Hand, und weniger an einer Integrierung seiner Schutzbefohlenen in den 1. Arbeitsmarkt interessiert ist).
Auch enorm wichtige Dinge, wie "Eingliederungsverinbarungen", die letzten Endes den "Kunden" nur knebeln, und selten fördern, werden kaum erwähnt, obwohl sie wahrscheinlich das zentrale Mittel sind um H4-Empfänger "gefügig" zu machen!

Das Thema Hartz4 ist für den einzelnen Betroffenen schon sehr komplex, aber die Verwebungen mit der Gesellschaft z.B. in Hinblick auf Ghetto-Bildung, sinkende Lohnniveaus etc sind ein noch ein viel weiteres Feld, dass leider nahezu unbeackert bleibt. Ein Buch, dass aber sich mit H4 auseinandersetzt, wenn auch vordergründig "nur" als persönlicher Erfahrungsbericht, muß weiter in die Tiefe gehen, sonst bleibt Außenstehenden nur der Eindruck: "Manches ist sinnlos im System, aber so schlimm ist es ja wohl doch nicht!" In diesem Hinblick ist dieses Buch vielleicht sogar eher nachteilig für das Verständnis eines Außenstehenden für die H4-Welt. Ich persönlich glaube nicht, dass es Solidarität in großem Maße für die Abgehängten des Landes bringt!

Mir persönlich blieb es zu oberflächlich - und da hätte ich von einem Philosophen wesentlich mehr erwartet!
Einen Stern vergebe ich dafür, dass es kurzweilig geschrieben ist und einen zweiten für das Bemühen zumindest etwas Licht in die H4-Parallelwelt zu bringen.

Ich persönlich kann das natürlich hier auch nicht leisten, denn wie gesagt, das Thema ist weitverzweigt, und alleine über die sogenannten "Eingliederungsvereinbarungen" könnte man sich seitenweise auslassen; aber Interessierte haben ja vielleicht die Möglichkeit zusätzlich andere Bücher zu lesen, Internetforen oder Arbeitslosen-Initiativen zu besuchen etc...
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