Wieder mußten die Fans verhältnismäßig lange warten, bis eine neue CD von Howard Jones vorlag. Seit "Cross That Line" waren drei Jahre vergangen und da der Musiker selten Schlagzeilen um sich macht, war es schon sehr still um ihn geworden. Entschädigt wurden sie jedoch durch einen gereiften Sound. Rupert Hine, der wohl wichtigste englische Produzent der achtziger Jahre, war neben Ross Cullum für die Produktion verantwortlich. Seine eigene Projektband "Thinkman" ist zwar nur einem überschaubaren Kreis dauerhaft zu einem Begriff geworden, als Producer war er jedoch für viele Entdeckungen und für den Sound, der aus England kam, im hohen Maße verantwortlich.Die neun Songs laufen gut in die Ohren. Dabei ist Jones seiner Linie treu geblieben, sowohl schöne Liebeslieder als auch andere mit tiefem Sinn oder essentiellen Fragen des Lebens zu kombinieren. In "The Voices Are Back" erzählt er von einem Mann, der Stimmen hört und Halluzinationen hat und dadurch ein Verbrechen begeht. Anstatt für ihn einen Heilansatz zu suchen, schickt man ihn in ein Gefängnis, wo er sich umbringt. Der "City Song" handelt von den einsamen Menschen in der Großstadt und der verlorenen Hoffnung auf einen heilsamen Ort. So sind die Texte nach wie vor mit Botschaften verknüpft, mit denen wir in der Pop Musik sonst leider eher wenig in Berührung kommen. Das Album ist in New York aufgenommen worden. Es könnte fast der Eindruck entstehen, daß Jones es auch für diese Stadt und ihre Menschen geschrieben hat. Der Song "Gun Turned On The World" wendet sich an einen Menschen, der mit seinen Fäusten anstatt mit dem Herzen denkt und dessen Worte für alle gefährlich werden könnten. Vielleicht ein Politiker (eine Politikerin) oder jemand der/die in der Wirtschaft an den Reglern sitzt? Hier finden wir die gleiche Botschaft, wie auf der Single B-Side "Bounce Right Back" in den frühen Achtzigern. Jedoch direkter und nicht mehr so heiter klingen die Fragen und Ratschläge, die aus den Texten sprechen. So ist "In The Running" ähnlich wie zuvor "Cross That Line" eine Platte, die nachdenklich stimmt. Wenn die Lieder nicht in ihrem ansprechenden Pop Sound daherkämen, wäre Jones ein Liedermacher, den vielleicht noch weniger Menschen kennen und schätzen würden. Doch eben dieser Sound macht Spaß, geht in die Beine und erhebt sich somit über die teilweise tragischen Inhalte der Stücke. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)