Erst mal das Negative: Den Anfang des Buches empfand ich als schwach. Es dauert ziemlich lange, bis die Geschichte endlich ins Rollen kommt, der gesamte erste Teil plätschert dahin, ohne dass nennenswert Spannendes geschehen wäre. Die Charaktere schienen mir teils etwas übertrieben, fast schon klischeehaft gezeichnet (Herausgeber einer Boulevardzeitung, ehrgeizige Politikerin) und ich hatte beim Lesen mehrmals das Bedürfnis, das Buch einfach zuzuklappen und ganz weit hinten ins Regal zu verbannen, weil mir der Plot zu billig erschien. Nun das Positive: Hat man den ersten Teil unbeschadet überstanden, taucht man im zweiten Teil dann direkt ein in die spannende Geschichte. Endlich tauchen Lynley und Havers auf, die Ermittlungen werden auf zwei Schauplätze verteilt und schon beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Während Lynley die Londoner Spur aufnimmt, ermittelt Havers auf dem Land und plötzlich will und kann man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, weil man einfach wissen muss, wie es weitergeht... Das Buch endet mit einem klassischen Showdown, vielleicht etwas übertrieben, aber unbedingt nervaufreibend! Fazit: Es lohnt sich durchaus, den schleppenden ersten Teil zu lesen, denn man wird mit einem ungemein spannenden zweiten Teil belohnt.