Nicht ihr bestes Album, aber immer noch weit besser als die meisten anderen Retro-Bands dieser Tage. Auch auf ihrem 5. Album (das Mini-Album Debüt eingerechnet) schaffen es die Ravonettes ihren Sound wieder zu verändern, ihre Signatur aber trotzdem beizubehalten. Kein Ravonettes Album klingt wie das davor. Diesmal schreiben sie P*O*P ganz groß und verzichten weitgehend auf Distortionwände, denn die Raveonettes haben ja bereits 2003 ("Chain Gang Of Love)und auch 2007 ("Lust Lust Lust") eindrucksvoll demonstriert wie das geht. Und ja, mit der hohen Messlatte dieser beiden Alben kann "In And Out Of Control" nicht ganz mithalten, soll es wohl aber auch nicht, denn es wird hier numal ein anderer Ansatz verfolgt. Und so ist "In And Out Of Control" ein sehr kurzweiliges Popalbum, das man gerne öfter laufen lässt. "Hits" gibt es viele, eigentlich ist für fast jeden Geschmack was dabei.
Das Ende meines Lieblings-Songs "Boys Who Rape (Should All Be Destroyed)" ist übrigens klassischer Doo-Wop, und als der "in" war, haben die Mitglieder der Housemartins noch in die Windeln gemacht. Dass die Raveonettes überwiegend von Phil Spector und dem Girgroup Sound der frühen 60er sowie von den Bands Suicide (vermischten wohl als erste Rock mit Elektronik) und The Jesus And Mary Chain beeinflusst worden sind, ist kein Geheimnis. Aber von etwas beeinflusst sein und etwas nachzuahmen sind zwei grundverschiedene Dinge. So sind die Crystal Stilts in meinen Ohren nur eine langweilige Jesus And Mary Chain Cover-Band, die es geschafft hat deren Sound inklusive Gesang recht originalgetreu zu kopieren. Das ist zwar auch ne Leistung, aber... Da lobe ich mir doch die Ravonettes, die mich immer wieder begeistern. Ist ja auch kein Zufall das James Allen von Glasvegas bekennender Fan der Raveonettes ist.