Vielleicht ist es eine trotzige Reaktion auf die gelackten Produktionen in den Charts, dass der Folk zurück ist, oder es ist seine zeitlose Gültigkeit.
Auch Jose Gonzales braucht nicht viel für seine dichten Klangbilder, und es erstaunt, welche Bandbreite von Stimmungen er mit so wenig Mitteln erzielt. Dabei klingt er weder so schokoladenpuddingglücklich wie Jack Johnson, noch so gefühlsbeladen wie Damien Rice.
Das mag auch an seinem größten Kapital, seiner Stimme, liegen. Geradeheraus, wehmütig, und aus tausenden heraus zu erkennen, hat er beispielsweise die letzte CD von "Zero 7" veredelt.
Auch auf diesem Album beglückt er mit seinen schnörkellosen Stücken, bis auf "Cycling Trivialities" sämtlich um die drei Minuten kurz. Ein besonderer Reiz entsteht aus dem weichen Timbre der Stimme, das keine harten Konsonanten zu kennen scheint, und dem kantigen, rhythmusbetonten Gitarrenspiel, dass ein wenig an Joni Mitchell erinnert.
Kritiker mögen mäkeln, diese Musik hätte sich seit den Sechzigern kaum weiterentwickelt hat und dass der Künstler im wesentlichen die Stilmittel des Vorgängers "Veneers" fortführt, und doch tragen die eindringlichen Songs den Hörer fort.
Zwischen dem zart gezupften "How Low" und dem drängenden "Killing For Love" entfaltet er seine Vielseitigkeit. Wo nötig, wird der Sound mit Schlaginstrumenten oder zweiten Stimmen ein wenig verstärkt. Sogar das Cover von "Teardrops" fügt sich nahtlos in seinen Klangkosmos.
Die Produktion tut alles, um möglichst "unproduziert" zu klingen. Leider sind die Gitarren zum Teil sehr dominant abgemischt, wodurch die Stimme manchmal zu sehr in den Hintergrund gedrängt wird.
Das man beim Hören an "Simon And Garfunkel", "Kings Of Convenience" und sogar "Joao Gilberto" erinnert wird sei ausdrücklich als Kompliment verstanden. Wie sie zeigt auch Gonzales, wie viel Kraft in der Ruhe liegen kann.