Ein phantastisches Album abgeliefert zu haben ist doch zu meist mehr Hemmschuh als Initialzündung. Vor ähnlichem Problem standen die Stars aus Kanada, denn ihr 2005er "Set Yourself On Fire" ist Indie-Pop vom obersten Regal. Eingängigkeit trifft auf Experimentierfreude, sanfte Vocals auf Lyrics, die es doch oftmals in sich haben.
"In Our Bedroom After the War" kann da zwar nicht ganz mithalten - so vermisse ich die elektronischen Sprenkeleien und Noisefetzen - ist jedoch auch meilenweit von einer Enttäuschung entfernt. Die Stars kreieren nämlich auch hier unglaublich tolle Popperlen, die süchtig machen. "The Night Starts Here" gehört definitiv dazu und Amy Millan benötigt erneut gefühlte 0,34 Sekunden, um einen zu verzaubern. Ein weiteres Highlight ist "The Ghost Of Genova Heights", daß von Torquill z.T. im Falsett vorgetragen wird und den Coolness-Grad mal locker um zwei Level nach oben schraubt.
Daß sie aber auch anders können, beweisen das bittersüße "Personal", eine Geschichte über zwei Menschen, die sich über eine Kontaktanzeige kennenlernen, aber dennoch nie ein Wort miteinander sprechen werden... weil Männer eben Schweine sein können... und Torquills "Barricade"; nur vom Klavier begleitet erzählt er über die Haßliebe zu einer Frau mit einem kalten, schwarzen Herz.
So fröhlich wie sie tun, sind die Stars bekanntlich selten und das macht auch diesmal wieder den Reiz aus. Manchmal wünschte man sich Amy Millan vielleicht etwas mehr in den Vordergrund, aber den Raum, den Torquill Campbell auf "In Our Bedroom After The War" mehr in Anspruch nimmt, füllt er auch durchweg gut aus.
Wer die Möglichkeit hat, sollte sich für das limitierte Digipack mit DVD entscheiden, denn hier erwarten einen 55 Minuten Konzertausschnitte und Interviews, die zeigen, wer einem hier wiederholt den Kopf verdreht und das ganze gelungen abrunden.