Seit seinem 2000er Erfolgsalbum "Since Then" hat Pooley erst ein weiteres Album, nämlich "Souvenirs" (2004), veröffentlicht musikalische Schnellschüsse liegen dem Mainzer DJ also nicht. Und das hört man seinen Produktionen auch an. Da ist nichts dem schnelllebigen Zeitgeist geschuldet. Für seine Tracks will und braucht er Zeit, um an den Arrangements zu feilen. Auf diese Weise hat er seinen ganz eigenen Sound innerhalb der großen Spielwiese der elektronischen Musik gefunden. Den Beweis hierfür tritt sein neues, im Juni erscheinendes, Album "In other words" erneut an. 14 klassische Pooley-Tracks findet man hier. Warme, deepe House-Sounds gepaart mit brasilianischen Percussions wie in "5 a.m." oder eher disco-artiges wie das wunderbare "Its You", welches einen Sample des David Joseph-Klassikers "Cant hide your love" verarbeitet, stehen hier neben klassischen Deep House-Nummern wie dem treibenden "Learn", mit Chicago-House-Veteran Robert Owens als Gast-Sänger. Ein gleichermaßen traditionelles wie fortschrittliches Pooley-Album, dem man Ians Umzug nach Berlin nicht anhört. Auf jeden Fall hat ihm diese Produktion soviel Spaß gemacht, dass er in Zukunft mehr Zeit im Studio verbringen will. Dafür muss er natürlich seine vielen internationalen Bookings zurückfahren. Vielleicht müssen wir nun keine weiteren vier Jahre auf ein neues Ian Pooley-Album voller Sommer-House warten. Schön wärs ja!