Die lettische Sängerin mit dem putzigen Künstlernamen Vic Anselmo war mit ihrem Debüt bei mir schon mal auf dem richtigen Weg, gespannt legte ich Album Nr.2 "In My Fragile" in den CD- Player. Das Digipack ist voller Bilder der kleinen Dame in einem Art Endzeitoutfit, das Cover zeigt sie als Gefangene von Maschinen von ihrer zerstörten Heimatstadt Riga.
Musikalisch hat sich dieses düstere Ambiente nicht so sehr auf die Musik ausgewirkt. Die Songs sind rockig, aber irgendwie doch ruhig und total auf die Stimme der Dame aus Letland zugeschnitten. Musikalisch ist das Ganze teils recht schräg, was den Gesang und die auf einmal schnell wechselnde Musik angeht. Bestes Beispiel ist der Song "Open Wide" mit Mike Patton artigen Wechselspiel und viel Gekreische und Gequieke. Dass es auch anders geht zeigen melancholische Pianosongs der Sorte "Wellspring". An sich ist "In My Fragile" eine gute, teils bombastische und auch rockige Düsterscheibe mit eigener Note, wenn diese vokalen Eskapaden und kantigen Einlagen nicht währen.
An Ende gibt es als Bonus, was auch gut für die Spielzeit ist einen versöhnlichen Abschluss mit vier akustischen Livesongs mit ganz viel Piano. Tolle Sache die einiges wieder gut macht. Ich denke, hier liegen eindeutig die Stärken von Vic Anselmo!