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In der Mitte der Nacht: Ein Geständnis
 
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In der Mitte der Nacht: Ein Geständnis [Taschenbuch]

Michael Cox , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Mann, den Edward Glyver kurz vorm Austernabendessen im Fischlokal Quinn’s in einer abgelegenen Ecke im London zur Mitte des 19. Jahrhunderts tötet, hat einfach Pech gehabt. Seine roten Haare wohl waren es, die den Unbekannten aus der Masse herausstechen ließen, deshalb fiel die Wahl auf ihn. Der rothaarige Fremde ist für den adeligen Glyver nur die Generalprobe für den eigentlichen Mord an seinem ehemaligen Freund und jetzigen Todfeind Phoebus Daunt, den er, wohl ganz zu Recht, für den Verlust seiner großen Liebe, von Bildung und Erbe verantwortlich macht. Dafür will Glyver sich rächen. Das Duell zweier intellektuell überaus gerissener junger Männer entbrennt: zweier Männer zudem, die bereit sind, bis zum Äußersten zu gehen ....

In der Mitte der Nacht, der Debütroman des englischen Lektors Michael Cox, ist ein bemerkenswertes -- und ein bemerkenswert düstres -- Buch. Letzteres liegt vielleicht daran, dass der Autor es schrieb, als ihm eine schwere Krankheit die Arbeit in seinem ursprünglichen Beruf unmöglich machte. Ersteres hat sicher damit zu tun, dass Cox laut Verlagsangaben ein „Spezialist für viktorianische Literatur“ genannt werden kann. Denn die (von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann übrigens kongenial ins Deutsche übersetzte) Sprache kommt so altertümlich daher, dass man fast glaubt, ein Buch in Händen zu halten, das wirklich dieser Zeit entstammt.

Und trotzdem wirkt In der Mitte der Nacht absolut authentisch -- und dies aufgrund eines literarischen Kniffs, der oft angewendet wird, hier aber als beste aller möglichen Lösungen erscheint. Denn Cox hat sein Buch, versehen mit einer Herausgeberfiktion und Fußnoten, aus der Ich-Perspektive seines Helden Edward Glyver verfasst, der als Kind des 19. Jahrhunderts natürlich viktorianisches Englisch geschrieben hat. So ist der Identifikationsgrad des Lesers mit Cox’ Figur extrem hoch und distanziert zugleich -- ein Effekt, der die gruselige Hochspannung dieses großartigen Romans noch unterstreicht. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

London 1854. Was treibt einen gebildeten jungen Mann dazu, einen Mord zu begehen? Edward Glyver kann nicht erkennen, dass er mit dieser Tat Schuld auf sich lädt. Zu sehr ist er gefangen von dem glühenden Wunsch, grausame Rache zu üben an dem Mann, der sein bester Freund war und nun sein erbittertster Feind ist: Phoebus Daunt. Alles scheint ihm dieser Mann zu nehmen: den Glauben an Freundschaft, die Frau, die er liebt, und das Erbe. Es beginnt der mörderische Wettlauf zweier Männer, die sich in ihrer Brillanz und Gerissenheit, in ihrer Sensibilität und Hybris auf geradezu unheimliche Weise ähnlich sind. Und Edward will siegen, ganz gleich, was es ihn kostet.

Über den Autor

Ulrike Wasel, geboren 1955, arbeitet als Übersetzerin angloamerikanischer Literatur.Klaus Timmermann, geboren 1955, arbeitet als Übersetzer angloamerikanischer Literatur in Düsseldorf.

Auszug aus In der Mitte der Nacht. Ein Geständnis von Michael Cox, Ulrike Wasel, Klaus Timmermann. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Nachdem ich den rothaarigen Mann getötet hatte, machte ich mich
auf zum Austernabendessen ins Quinn's.
Es war verblüffend - beinahe lächerlich - einfach gewesen. Ich war ihm eine
gewisse Strecke gefolgt, nachdem ich ihn zunächst auf der Threadneedle
Street beobachtet hatte. Ich kann nicht sagen, wieso ich beschloss, dass er
es sein sollte und nicht einer der anderen, auf die mein suchender Blick im
Laufe des Abends gefallen war. Ich war eine Stunde oder gar länger mit
einem einzigen Ziel durch die Gegend gestreift: jemanden zu finden, den ich
töten würde. Dann erblickte ich ihn, vor dem Eingang zur Bank, inmitten
einer dicht gedrängten Gruppe von Fußgängern, die darauf warteten, dass der
Straßenfeger seine Arbeit verrichtet hatte. Auf irgendeine Weise schien er
sich aus der Menge identisch gekleideter Büroangestellter und
Geschäftsleute abzuheben, die aus den Geschäftsräumen strömten. Er stand da
und betrachtete das Gewimmel, als ob er über irgendetwas nachsann.
Einen Moment lang dachte ich, er würde umkehren, doch stattdessen zog er
seine Handschuhe an, trat von dem Straßenübergang zurück und entfernte sich
raschen Schrittes. Wenige Sekunden später nahm ich die Verfolgung auf.
Wir bewegten uns stetig in westlicher Richtung durch die Oktoberkälte und
den dichter werdenden Nebel. Nachdem wir Ludgate Hill hinuntergelaufen und
Fleet Street überquert hatten, setzten wir eine ganze Weile unseren Weg
fort. Schließlich, nachdem er sich zuvor in einem Kaffeehaus eine Pause
gegönnt hatte, bog er in einen schmalen Hof ein, der eine Abkürzung zur
Straße The Strand bot. Es war eher ein Gässchen, beiderseits von hohen,
fensterlosen Mauern gesäumt. Ich schaute kurz zu dem verblassten Schild
hoch - »Cain Court« - und blieb für einen Moment stehen, um meine
Handschuhe hervorzuholen und ein Messer mit einer langen Klinge aus der
Innentasche
meines Übermantels zu ziehen.
Mein gänzlich argloses Opfer setzte seinen Weg fort, doch noch ehe der Mann
die Stufen am hinteren Ende erreichte, hatte ich ihn bereits lautlos
eingeholt und meine Waffe tief in seinen Hals gesenkt.
Ich hatte erwartet, dass er von der Wucht des Stoßes sogleich nach vorn
fallen würde, aber seltsamerweise sank er mit einem leisen Keuchen auf die
Knie, die Arme eng am Körper, und sein Stock klapperte zu Boden, während er
einige Sekunden lang in dieser Position verharrte, wie ein andächtig
Betender vor einem Altar.
Als ich die Klinge herauszog, bewegte ich mich leicht nach vorn. Und erst
da bemerkte ich, dass sein Haar, wo es unter dem Hut hervorlugte, ebenso
wie sein ordentlich gestutzter Backenbart eine deutlich rote Färbung hatte.
Für einen kurzen Moment sah er mich an, ehe er sachte zur Seite kippte.
Doch er sah mich nicht nur an, vielmehr - ich schwöre es - lächelte er
auch, obgleich ich inzwischen vermute, dass es sich in Wahrheit um die
Folge eines unwillkürlichen Krampfes handelte, der durch das Herausziehen
der Klinge verursacht wurde. Beschienen von einem schmalen, blassgelben
Lichtstrahl, den die Gaslampe über die oberen Stufen des Durchgangs warf,
lag er in einer allmählich größer werdenden Lache aus dunklem Blut, das auf
eigentümliche Weise mit dem Karottenton seines Haars und Bartes
kontrastierte. Er war ganz sicher tot.
Ich verharrte einen Augenblick und sah mich um. War da ein Geräusch
irgendwo hinter mir, vielleicht in den dunklen Nischen des Hofes? War ich
beobachtet worden? Nein; alles blieb ruhig. Ich zog meine Handschuhe erneut
an, warf das Messer in ein Kanalgitter und ging forsch davon, die schwach
erhellten Stufen hinunter und hinaus in das namenlose Gedränge auf The
Strand, das mich sogleich umschloss.

Nun wusste ich, dass ich es tun konnte, aber es bereitete mir keinerlei
Wohlgefühl. Der arme Bursche hatte mir nichts Böses getan. Das Glück war
schlicht gegen ihn gewesen - und seine Haarfarbe, denn die war, wie ich nun
erkannte, das für ihn tödliche Unterscheidungsmerkmal gewesen. Sein
abendlicher Weg, der sich verhängnisvoll auf der Threadneedle Street mit
dem meinen kreuzte, hatte ihn zum ahnungslosen Objekt meines
unwiderruflichen Vorsatzes gemacht, einen Menschen zu töten; aber wäre
nicht er das Opfer gewesen, dann auf jeden Fall ein anderer.
Bis just zu dem Moment, in dem ich zustieß, hatte ich nicht mit Sicherheit
gewusst, dass ich zu so einer schrecklichen Tat fähig war, und es war
absolut notwendig, diese Frage zweifelsfrei zu klären. Denn die Tötung des
rothaarigen Mannes hatte den Charakter einer Prüfung oder eines
Experimentes, um mir selbst zu beweisen, dass ich in der Tat einem anderen
Menschen das Leben nehmen und den Konsequenzen entgehen konnte. Wenn ich
das nächste Mal meine Hand im Zorn erheben würde, dann musste das mit
derselben raschen und sicheren Entschlossenheit erfolgen; doch dann würde
sie sich nicht gegen einen Fremden richten, sondern gegen den Mann, den ich
meinen Feind nenne.
Und ich durfte nicht versagen.

Das erste Wort, das ich je hörte, mit dem man mich beschrieb, war: findig.
Tom Grexby, mein lieber, alter Schullehrer, benutzte es im Gespräch mit
meiner Mutter. Sie standen unter der uralten Kastanie, die den kleinen Pfad
zu unserem Haus überschattete. Ich saß gut versteckt über ihnen, hatte es
mir in einer Wiege aus Zweigen gemütlich gemacht, die ich mein Krähennest
nannte.
Von dort konnte ich über den Klippenrand auf das Meer dahinter blicken und
stundenlang davon träumen, eines Tages fortzusegeln, um herauszufinden, was
hinter dem gewaltigen Bogen des Horizonts lag.
An diesem speziellen Tag - heiß, friedlich und still - sah ich meine Mutter
den Pfad hinunter zum Tor gehen, einen kleinen Sonnenschirm aus feiner
Spitze an die Schulter gedrückt. Tom kam von der Kirche her keuchend den
Hang hinauf, als sie das Tor erreichte. Ich hatte vor noch nicht allzu
langer Zeit erst unter seiner Aufsicht zu studieren begonnen und vermutete,
dass meine Mutter ihn vom Haus aus gesehen hatte und heraus gekommen war,
um mit ihm über meine Fortschritte zu sprechen.
»Er ist«, hörte ich ihn auf ihre Frage hin sagen, »ein überaus findiger
junger Mann.«
Später fragte ich sie, was »findig« bedeute.
»Es bedeutet, dass du weißt, wie man etwas schafft«, sagte sie, und ich
fühlte mich geschmeichelt, denn offenbar handelte es sich dabei um eine
Eigenschaft, die in der Erwachsenenwelt Anerkennung fand.
»War Papa fi ndig?«, fragte ich.
Sie antwortete nicht, sondern sagte stattdessen: »Jetzt aber weg mit dir,
geh spielen«, da sie wieder an die Arbeit müsse.
Als ich sehr jung war, sagte meine Mutter oft »jetzt aber weg mit dir« -
freundlich, aber bestimmt -, mit der Folge, dass ich mich manchmal
stundenlang allein beschäftigte. Im Sommer saß ich in den Ästen der
Kastanie und träumte vor mich hin, oder ich erkundete zusammen mit Beth,
unserem Mädchen für alles, den Strand unterhalb der Klippe; im Winter
hockte ich häufig eingehüllt in ein altes, kariertes Schultertuch auf der
breiten Fensterbank meines Zimmers und tauchte ein in Wanleys Wunder der
kleinen Welt, in Gullivers Reisen oder in Bunyans Pilgerreise(für das ich
eine außerordentliche Zuneigung und Faszination hegte), bis mir der Kopf
schmerzte und ich bald über das trübe Wasser blickte und mich fragte, wie
weit hinter dem Horizont und in welcher Richtung das Land der Houyhnhnms
oder die »Stadt der Zerstörung« lag und ob es wohl möglich wäre, von
Weymouth aus ein Paketboot zu nehmen, um sie mit eigenen Augen sehen zu
können. Warum die »Stadt der Zerstörung« für mich so verlockend klang, kann
ich mir nicht mehr erklären, denn Christians Vorahnung, dass sie von
himmlischem Feuer verschlungen werden sollte, jagte mir einen panischen
Schrecken ein. Oft malte ich mir aus, dass das gleiche Schicksal unser
kleines Dorf ereilen könnte. Zudem verfolgten mich, wieder ohne dass ich
den Grund dafür nennen könnte, während meiner gesamten Kindheit die Worte,
die der Pilger zum Evangelisten sagt: »Ich bin dazu verdammt zu sterben und
danach vor den Richter zu treten, und ich merke, dass ich weder zum Ersten
bereit noch zum Zweiten fähig bin.« So verwirrend die Worte waren, wusste
ich dennoch, dass sie einer schrecklichen Wahrheit Ausdruck verliehen, und
ich sprach sie wieder und wie der vor mich hin, wie eine okkulte
Beschwörung, wenn ich in meiner Wiege aus Ästen oder in meinem Bett lag
oder wenn ich über den windigen Strand unterhalb der Klippe wanderte.
Ich träumte zudem von einem anderen Ort, der ebenso phantastisch wie
unerreichbar war und doch - seltsam - eine Klarheit hatte, als hätte ich
ihn irgendwann einmal betreten und noch deutlich in Erinnerung, wie einen
Geschmack, der auf der Zunge bleibt. Ich fand mich dann vor einem großen
Gebäude stehend wieder, teils Burg und teils Palast, die Heimat irgendeiner
alten Rasse, wie ich dachte, mit kunstvollen Türmchen und Brustwehren und
wundersamen grauen Türmen, über denen seltsame kuppelähnliche Bauten in den
Himmel ragten - so hoch, dass sie das Himmelsgewölbe selbst zu durchbohren
schienen. Und in meinen Träumen war stets Sommer - vollkommener, endloser
Sommer, und es gab weiße Vögel und einen großen dunklen Fischweiher,
umgeben von hohen Mauern. Dieser magische Ort hatte keinen Namen und war
weder in der Wirklichkeit noch in der Phantasie näher zu bestimmen. Ich
kannte ihn nicht aus einer Beschreibung in irgendeinem Buch oder einer
Geschichte, die mir erzählt worden war. Wer dort lebte - ob ein König oder
ein Kalif -, wusste ich nicht. Und doch war ich gewiss, dass er irgendwo
auf der Erde existierte und ich ihn eines Tages mit eigenen Augen sehen
würde.
Meine Mutter arbeitete ohne Unterlass, denn da mein Vater kurz nach meiner
Geburt gestorben war, stellten ihre literarischen Bemühungen unseren
einzigen Lebensunterhalt dar. In dem Bild, das mir stets in den Sinn kommt,
wenn ich an sie denke, sehe ich grau melierte, dunkle Haarsträhnen, die
unter der Haube hervorquellen und ihr über die Wange fallen, während sie
gebeugt an dem großen, quadratischen Arbeitstisch sitzt, der vor dem
Fenster des Salons positioniert war. Dort saß sie meist stundenlang,
manchmal bis tief in die Nacht hinein, und füllte mit kratzender Feder
emsig Seite um Seite. Sobald ein schwankender Papierberg komplett und an
den Verleger geschickt worden war, begann sie sogleich damit, einen neuen
zu errichten. Ihre Bücher (beginnend mit Edith oder: Die Letzte der
Fitzalans aus dem Jahre 1826) sind derweil in Vergessenheit geraten - ich
wäre ihrem Angedenken untreu, wenn ich sagen würde, mit Recht, doch zu
ihrer Zeit erfreuten sie sich einer gewissen Beliebtheit. Immerhin fanden
sie so viele Leser, dass Mr. Colburn* ihre Werke (die meist anonym
erschienen, gelegentlich aber auch unter dem Nom de plume »Eine Lady aus
dem Westen«) bis zu ihrem Tod jahraus, jahrein annahm.
Doch auch wenn sie so lange und so hart arbeitete, legte sie stets eine
Pause ein, um etwas Zeit mit mir zu verbringen, ehe ich schlafen ging. Dann
setzte sie sich mit einem müden Lächeln auf ihrem lieben elfenhaften
Gesicht ans Fußende meines Bettes und
lauschte, während ich feierlich irgendeine besonders schöne Passage aus
meiner kostbaren Übersetzung von Monsieur Gallands Les mille et une nuits
vorlas, oder sie erzählte mir kleine Geschichten, die sie sich ausgedacht
hatte, oder ließ mich an den Erinnerungen an ihre eigene Kindheit im West
Country teilhaben, die ich besonders liebte. Manchmal, an schönen
Sommerabenden, spazierten wir Hand in Hand zur Klippe, um uns den
Sonnenuntergang anzuschauen. Dann standen wir schweigend da,
lauschten dem einsamen Schrei der Möwen und dem sanften Murmeln der Wellen
unter uns und blickten über das schimmernde Wasser weit hinaus bis zum
geheimnisvoll fernen Horizont.
Ich erinnere mich noch, wie sie einmal zu mir sagte: »Da drüben liegt
Frankreich, Eddie. Das ist ein großes und schönes Land.«
»Und gibt es dort Houyhnhnms, Mama?«, fragte ich.
Sie lachte leise.
»Nein, mein Liebling«, sagte sie. »Nur Menschen wie dich und mich.«
»Warst du denn schon einmal in Frankreich?«, lautete meine nächste Frage.
»Ein einziges Mal«, kam die Antwort. Dann seufzte sie auf.
»Und ich werde nie mehr dorthin fahren.«
Als ich zu ihr hochblickte, sah ich zu meiner Verwunderung, dass sie
weinte, was ich noch nie bei ihr erlebt hatte; doch dann klatschte sie in
die Hände, sagte, es sei Schlafenszeit für mich, und bugsierte mich zurück
zum Haus. Am Fuße der Treppe gab sie mir einen Kuss und sagte, ich würde
immer ihr guter Junge sein. Dann wandte sie sich ab und ließ mich auf der
untersten Stufe stehen. Ich sah ihr nach, wie sie zurück in den Salon ging,
sich an den Arbeitstisch setzte und ihre Feder erneut in die Tinte
tauchte.
Die Erinnerung an jenen Abend wurde viele Jahre später wieder geweckt und
ist seitdem unvermindert stark. Ich dachte jetzt daran, als ich gemächlich
im Quinn's meine Zigarre paffte und über die seltsame Verbundenheit der
Dinge nachsann: über die feinen, aber nicht zerreißbaren Fäden der
Kausalität, die die mühevolle Arbeit meiner schreibenden Mutter vor vielen,
vielen Jahren mit dem rothaarigen Mann verknüpften - denn dem war
tatsächlich so -, der jetzt keine halbe Meile entfernt tot im Cain Court
lag. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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