Edward Glyver ist der Meinung, dass ihm alles genommen wurde, was ihm zusteht. Sein Lebenszweck ist es fortan, sich an dem Mann zu rächen, den er für seine Lage verantwortlich macht, und er greift dabei zu ungewöhnlichen Methoden...
Im Ansatz ist Michael Cox's Roman durchaus interessant. Die Hauptfigur ist nicht unbedingt ein Sympathieträger - zuerst erscheint dieser Edward Glyver dem Leser rätselhaft und brutal, später, als man mehr über ihn erfahren hat, inkonsequent bei der Verfolgung seiner Ziele und manchmal zu vertrauensselig. Dass Glyver als Ich-Erzähler fungiert und die Ereignisse aus seiner Sicht schildert, verleiht dem Buch zusätzlichen Reiz, da man nie weiß, inwieweit man den Einschätzungen des Protagonisten vertrauen kann. Man hätte aus der Erzähltechnik aber mehr herausholen können: trotz der guten Grundidee und der faszinierenden Ausgangssituation bleibt das Buch insgesamt ein wenig zu "brav". Handlungsmäßig gab es für mich wenig Überraschungen (vieles hatte ich irgendwie schon vorher vermutet), und ein paar Kürzungen hätten dem Buch gutgetan. Dennoch: eine spannende Lektüre.